Nach Feuer ist Haus unbewohnbar: Dorsten ist überwältigend hilfsbereit

mlzVerheerender Brand

Nach unserem Bericht über einen Wohnungsbrand und die obdachlos gewordene Mieterin und ihre Familie haben zahlreiche Menschen prompt reagiert. Die Dorstener sind überwältigend hilfsbereit.

Dorsten, Hervest

, 15.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das verheerende Feuer in einer Wohnung an der Schollbrockstraße am Freitag hat weitere Konsequenzen. Sowohl die Wohnung im Erdgeschoss als auch die darüber liegende Wohnung sind vorübergehend nicht mehr bewohnbar. Die Brandschäden sind so heftig, dass beide Mieterinnen neben ihrem Zuhause auch einen Großteil ihres Hab und Gutes verloren haben oder nicht mehr nutzen können.

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Neben der 36-jährigen Mutter, der Großmutter und den beiden Söhnen sind auch eine in der 1. Etage lebende Frau und Mutter und ihr zehnjähriger Sohn obdachlos geworden. „Wir möchten auf jeden Fall in unsere Wohnung zurückkehren, wenn alle Formalitäten geklärt sind und die Wohnung saniert worden ist“, sagt uns die Nachbarin der 36-Jährigen.

Sie selbst sei mit ihrem Kind bei ihren Eltern untergekommen. Erste Hilfe habe aber auch die Schulgemeinde ihres Sohnes geleistet: „Meine Kleidung befand sich in einem Schrank im Kinderzimmer und wurde in Mitleidenschaft gezogen“, so die Frau. Die Schulgemeinde habe sie umgehend mit dem Notwendigsten ausgestattet. „Darüber habe ich mich sehr gefreut.“

Bedanken sich für die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft der Dorstener: die Mutter mit ihren Kindern.

Bedanken sich für die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft der Dorstener: die Mutter mit ihren Kindern. © privat

Derweil haben auch viele weitere Dorstener mit Mails und in Anrufen mit vielfältigen Hilfsangeboten reagiert, um die Bewohnerinnen des Mietshauses in Hervest in ihrer schwierigen Situation zu unterstützen. Spielzeug, Kleidung, Möbel, Elektrogeräte - viele Dorstener empfinden Mitgefühl mit den Brandopfern. Darunter private Spender, aber auch Geschäftsleute und der Kinderschutzbund.

Wohnungsgesellschaft und private Vermieter bieten Hilfe an

Eine Wohnungsgesellschaft sowie private Vermieter haben ebenfalls geantwortet. „Ich habe heute einen Gesprächstermin bei einem Wohnungsanbieter und freue mich auf die Besichtigung“, sagt die 36-jährige Dorstenerin. Möbel- oder Sachspenden kann sie, da sie momentan noch im Hotel wohnt, erst einmal nicht annehmen.

Sie wolle aber alle Mails und Mitteilungen gerne beantworten, die über die Dorstener Zeitung an sie weitergegeben worden sind. Auf diesem Weg richtet sie ein „herzliches Dankeschön“ an alle hilfsbereiten Mitmenschen in der neuen Heimatstadt Dorsten. Die 36-Jährige wohnt erst seit vier Jahren in der Lippestadt und freut sich über neue Kontakte.

Spendenkonto bei der Vereinten Volksbank eingerichtet

Bei der Vereinten Volksbank in Dorsten ist am Dienstag ein Spendenkonto eingerichtet worden. Das Geldinstitut hat dieses Konto kostenlos und zweckgebunden zur Verfügung gestellt, weil es ebenfalls gerne unterstützen möchte in der schwierigen Situation. Einige Dorstener haben uns signalisiert, dass sie gerne spenden möchten. Hier die IBAN des Spendenkontos bei der Vereinten Volksbank: DE 76 424 614 350 327 800 801, Verwendungszweck: Brandunglück.

Tobias Stockhoff nahm das Unglück zum Anlass, den betroffenen Familien persönlich seine Anteilnahme zu übermitteln und sich nach ihren Bedürfnissen zu erkundigen.

Brandermittler der Polizei waren in der Wohnung

Am Montag waren die Brandermittler der Polizei im Wohnhaus an der Schollbrockstraße und haben sich auf die Suche nach der Brandursache gemacht. Laut Polizeisprecherin Ramona Hörst könnten die Kollegen nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, „ob es sich um einen technischen Defekt oder Fahrlässigkeit“ gehandelt haben könnte - das Feuer habe mögliche Spuren vernichtet.

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