Verkehrsteilnehmer überrascht: Meer aus silbernen und goldenen Fahnen

mlzKunst-Installation

Ein Meer aus 35 goldenen und silbernen Fahnen überraschte für drei Stunden die Verkehrsteilnehmer in Dorsten. Künstlerin Claudia Schnitzler will weiter mit der Aktion für Aufsehen sorgen.

Dorsten

, 22.09.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Menge ungläubiger Blicke und viele neugierige Fragen: Warum in aller Welt stehen da plötzlich 35 riesige Fahnen in Gold- und Silberfarbe im Gras? Ganz einfach: Es war eine Kunst-Aktion im Land-Art-Stil, mit der die Dorstenerin Künstlerin Claudia Schnitzler am Samstag drei Stunden für einiges Aufsehen in Holsterhausen gesorgt hat.

„Es sind viele Radfahrer und Fußgänger stehen geblieben, um sich mit mir über meine Installation zu unterhalten“, erzählt die 50-jährige Dorstenerin. Die Diplom-Geografin und Lehrerin ist seit ein paar Jahren Mitglied im Kunstverein „Virtuell-Visuell“, hat nach einer Ausbildung bei einem Bildhauer in Bonn zunächst Skulpturen und Objekte aus Gips, Beton oder Holz geschaffen, bis sie sich größerer Installationen zuwandte.

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Fahnenmeer am Straßenrand

Wie für das Fahnen-Projekt, das die Künstlerin am Samstag zwischen 11 und 14 Uhr am Radweg-Übergang Richtung Lippe an der Baldurstraße in die Grünfläche setzte. Handelsübliche Rettungsdecken aus Auto-Verbandskästen hatte die Dorstenerin dafür an 2,50 Meter hohe Fahnenmasten gehängt - unterschiedlich zugeschnitten und vielfältig verarbeitet „habe ich den Fahnen verschiedene Strukturen geben“, so die Künstlerin.

Der Standort war nicht perfekt, weil die Bäume einiges von dem Gesamteindruck zunichte gemacht haben.

Der Standort war nicht perfekt, weil die Bäume einiges von dem Gesamteindruck zunichte gemacht haben. © Privat

Mal nur mit einer Falte versehen, mal zusammengeknubbelt und wieder auseinandergezogen - immer wieder haben die gold-silberne Decken für unterschiedliche Lichtreflexe und damit visuelle Wirkungen gesorgt.

Und nicht nur das: „Die meisten Interessierten waren auch bereit, ganz nah an die Fahnen heranzutreten, um die Größe, die wellenförmige Aufstellung und noch zusätzlich die Geräusche der Fahnen, ihr Knistern und Rascheln, wahrzunehmen“, so die Dorstenerin.

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Eigentlich sollte die Installation im Mai bei der Saisoneröffnung im Bürgerpark Maria Lindenhof erstmalig im Wind flattern sollen, doch diese fiel Corona-bedingt ins Wasser. Deswegen die offizielle Premiere nun ein paar Monate später. Mit dem Standort an der Baldurstraße war die Künstlerin im Nachhinein aber nicht so ganz zufrieden: Die großen und dicht bewachsenen Bäume hätten den Gesamteindruck der Installation doch etwas beeinträchtigt.

Zwei weitere Termine

Claudia Schnitzler hofft deshalb, dass ihre Land-Art-Aktion bei den nächsten beiden Terminen noch mehr Präsenz entfaltet. Am Samstag (26. September) will sie ihre Fahnen von 11 bis 14 Uhr am Lippeufer im Bereich Maria Lindenhof (Nähe Hohenkampbrücke) aufbauen, am Samstag (3. Oktober) an der alten Stadtmauer am Westwall gegenüber vom St.-Elisabeth-Seniorenzentrum. „Bei Regen verschieben sich die Aktionen um eine Woche.“

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