Polizei nimmt Raser, Großspurige und Handy-User ins Gebet: „Sie gefährden andere“

mlzVerkehrsunfallstatistik 2019

Rasen, Selbstüberschätzung, Unaufmerksamkeit: Die Unfallstatistik 2019 der Polizei stellt Autofahrern kein gutes Zeugnis aus. Durch ihr Fehlverhalten hätten sie andere gefährdet, heißt es.

Dorsten

, 25.02.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Unfallstatistik der Polizei Recklinghausen für 2019 wurde am Dienstag im Polizeipräsidium präsentiert, darunter auch die Zahlen für Dorsten. Vorweg: Die Polizei kann den Autofahrern, aber auch anderen Verkehrsteilnehmern nicht durchweg ein gutes Zeugnis ausstellen. „Ein hohes Maß an Verkehrssicherheit können wir nur erreichen, wenn sich alle Menschen als Teilnehmer im Straßenverkehr bewusst sind, dass sie mit ihrem Fehlverhalten nicht nur sich, sondern andere gefährden“, sagt Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen.

Ein Mensch kam ums Leben in Dorsten

Obwohl die Zahl der tödlichen Unfälle in Dorsten gesunken ist, hat die Zahl der verunglückten Menschen auf Dorstens Straßen im Vergleich zu 2018 zugenommen: 229 Menschen (2018: 222) kamen zu Schaden, ein Mensch (2018: 4) wurde getötet. Als Ursache für die Unfälle führt die Polizei in erster Linie Selbstüberschätzung und überhöhte Geschwindigkeit bei besonders jungen Autofahrern ins Feld, aber auch Unaufmerksamkeit oder Selbstüberschätzung bei anderen Verkehrsteilnehmern.

Krasses Beispiel für rücksichtslose Fahrweise

In diesem Zusammenhang sei an ein besonders krasses Beispiel für rücksichtsloses Fahren in Dorsten erst kürzlich erinnert: Laut Polizeibericht hatte ein 18-Jähriger am 31. Januar auf der Marktallee in Wulfen-Barkenberg durch „rücksichtslose Fahrweise und mit überhöhter Geschwindigkeit“ das Auto einer 33-jährigen Frau an einer Bushaltestelle überholt, kam dann in einer Kurve von der Fahrbahn ab und prallte mit dem Auto eines 28-jährigen Dorsteners zusammen. Glücklicherweise wurde bei der Karambolage niemand verletzt. Der Führerschein des jungen Mannes wurde sichergestellt.

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Extrem gefährdend verhalten sich neben Rasern im Straßenverkehr aber auch unbelehrbare Telefonierer am Lenkrad. „Smartphone-Verstöße bleiben weiter im Fokus“, hat die Polizei angekündigt. 3102 Autofahrer wurden erwischt im Bereich der Kreispolizeibehörde Recklinghausen, in Dorsten passierten zwei Unfälle nachweislich, weil die Autofahrer telefoniert hatten.

Verkehrsunfallstatistik 2019 Dorsten

Schwere Verletzungen hat ein Radfahrer bei einem Unfall am 17. November auf der Lembecker Straße in Rhade erlitten. © Guido Bludau (A)

Weiterhin präventiv tätig sein will die Polizei zudem bei E-Bike-Fahrern. Auch sie gehören laut Statistik zu den besonders gefährdeten Verkehrsteilnehmern. „Die Unfallentwicklung bei den Pedelec- und E-Bike-Nutzern ist auffällig“, sagt die Polizei. Dieses Verkehrsmittel ersetze, insbesondere bei älteren Verkehrsteilnehmern, zunehmend das klassische Fahrrad. In Dorsten verletzten sich 77 Radfahrer (2018: 70) bei Verkehrsunfällen, 25 motorisierte Zweiradfahrer waren darunter. Auch Kinder waren als Radfahrer gefährdet: Neun erlitten Verletzungen bei ihren Fahrten und damit zwei mehr als im Vorjahr.

Drei Unfallschwerpunkte in Dorsten

Als Hauptunfallursachen insgesamt hat die Polizei Fehler beim Abbiegen und Wenden ausgemacht. 47,86 Prozent der Unfälle sind auf dieses Fehlverhalten zurückzuführen. In Dorsten gibt es drei Risikogebiete, wo diese Unfälle sich häufen. Laut Polizei sind das die Bereiche Borkener Straße/Marienstraße, Dülmener Straße /Kleiner Ring und Vestische Allee/Bochumer Straße.

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