Viele Oberstufenschüler haben keine Lust auf Turbo-Abi

Ergebnisse unserer Umfrage

Das "Turbo-Abi" findet im Doppel-Jahrgang 2013 wenig Anklang. Die meisten Schüler finden G9 besser - auch die Schülerinnen und Schüler aus dem ersten G8-Jahrgang. Aber sie hatten auf dem Gymnasium damals keine andere Wahl.

von Von Stefan Diebäcker

, 26.03.2012, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das ist eines der auffälligsten Ergebnisse unserer großen Umfrage. Fast alle Schüler des G9-Jahrgangs sind froh, dass sie neun Jahr Zeit bis zu den entscheidenden Prüfungen haben. Im Gegenzug ist nur jeder vierte Schüler aus dem G8-Jahrgang glücklich, dass die Schulzeit um ein Jahr verkürzt wurde.Fast 100 Schülerinnen und Schüler aus Dorsten und Haltern, die im Sommer 2013 ihr Abitur machen möchten, haben sich an der Umfrage beteiligt. Die Resultate sind folglich nicht repräsentativ, erlauben aber Rückschlüsse, wie Schülerinnen und Schüler aus dem Doppeljahrgang ihre Oberstufenzeit erleben.Leistungsunterschiede

Demnach kommen zwar die meisten Jugendlichen aus den derzeitigen Jahrgängen elf und zwölf gut oder sehr gut im Unterricht zurecht, doch Leistungsunterschiede zwischen G8 und G9 gibt es offenbar schon. Nur zehn Prozent der Teilnehmer sind überzeugt, dass G8er und G9er auf einem Niveau sind - in diesem Punkt waren sich die Schüler beider Jahrgänge übrigens absolut einig. Ebenso, wie viel Zeit sie nach dem Unterricht für die Schule aufbringen müssen: bis zu vier Stunden täglich.

Für die Schulleiter der beiden Dorstener Gymnasien, Wolfgang Gorniak (Petrinum) und Alfons Dorenkamp (St. Ursula), ist die Einschätzung ihrer Schüler durchaus überraschend. An den Noten ließen sich Unterschiede nicht unbedingt erkennen, bestätigten sie; gute und weniger gute Schüler gebe es in beiden Jahrgängen. Auffallend sei, dass die G9er "in der Persönlichkeitsentwicklung oft deutlich weiter" seien. Und oft dann auch die Mädchen weiter als die Jungen.

Wunschkurse bekommen In der Vorbereitung des Doppeljahrgangs haben beide Schulen offenbar gute Arbeit geleistet. Die meisten Schüler gleich welchen Jahrgangs haben laut Umfrage ihre Wunschkurse bekommen. Und am Stundenplan haben auch nur vergleichsweise wenige Oberstufenschüler etwas zu meckern.

Gut ein Jahr dauert es noch, bis der Doppeljahrgang 2013 die Abiturprüfungen absolviert. Was danach kommt? Da sind viele Jugendliche noch unschlüssig. Feste Vorstellungen haben nur 30 Prozent der Schüler aus dem G9-Jahrgang (G8: 21 Prozent), mehr als die Hälfte aller Schüler aus beiden Jahrgängen hat zumindest eine vage Vorstellung, wie es nach dem Abitur weitergehen könnte. Aber Sorgen machen sich vermutlich die meisten: weil es 2013 zwar doppelt so viele Abiturienten gibt, aber sicherlich nicht doppelt so viele Ausbildungs- und Studienplätze.

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