Vieles ist anders bei den Weihnachtsgottesdiensten - auch der Ort

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Die Gemeinden in Dorsten bereiten sich auf Weihnachtsgottesdienste unter Corona-Bedingungen vor. Klar ist schon jetzt: Gefeiert wird die Geburt Jesu nicht nur in den Kirchen - ein Überblick.

Dorsten

, 08.11.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Seit Wochen laufen in den katholischen und evangelischen Gemeinden in Dorsten die Vorbereitungen für die Weihnachtszeit. Denn dann sind für gewöhnlich deutlich mehr Menschen in den Kirchen als sonst. Doch wie können in Corona-Zeiten überhaupt Festgottesdienste gefeiert werden? Anders, das ist sicher.

Die Gemeinde St. Laurentius (Lembeck/Rhade) zum Beispiel hat sich eine große Halle der Firma Elvermann im Gewerbegebiet Lembeck reserviert. Dort sollen die Gottesdienste am Heiligen Abend und am ersten Weihnachtstag gefeiert werden. „Damit ermöglichen wir mehr Familien und Gemeindemitgliedern die Teilnahme, können problemlos die Abstände einhalten und sorgen für überaus gute Belüftung“, sagt Pfarrer Alfred Voss. „Und hier haben wir aufgrund der Größe der Halle auch schöne Möglichkeiten für weihnachtliche Dekorationen und Ambiente.“

Erst anmelden, dann Weihnachten feiern

Die Pfarrei St. Matthäus (Wulfen/Deuten/Barkenberg) möchte die Festgottesdienste in den drei Kirchen der Gemeinde feiern, aber: „Für alle Weihnachtsgottesdienste ist eine Voranmeldung vorgesehen bis spätestens zum dritten Advent“, bestätigte die Gemeinde. Die Karten werden nur zu eigens angegebenen Terminen ausgegeben – auch am Abend. „Die Seelsorger sind bereit, diese zusätzlichen Zeiten anzubieten.“

Pfarrer Martin Peters (St. Matthäus)

Pfarrer Martin Peters (St. Matthäus) bittet um Voranmeldungen für die Weihnachtsgottesdienste. © Guido Bludau (A)

Für die Weihnachtsgottesdienste in Wulfen, Deuten und Wulfen-Barkenberg gilt, dass die Gottesdienstteilnehmer - Stand jetzt - mit Maske in die Kirche hinein- und hinausgehen und nur am Platz ohne Maske sein dürfen sowie beim Kommuniongang. Teil der Überlegungen ist auch, für die Kirchen St. Barbara und St. Matthäus einen Ein- und einen Ausgang zu schaffen.

Eine Vielzahl von - auch kleineren - Gottesdiensten haben die Pfarrei St. Agatha (Altstadt/Hardt/Altendorf) und St. Antonius/St. Bonifatius (Holsterhausen) in ihren Kirchen geplant, die Pfarrei St. Paulus (Hervest) hat ihre Überlegungen noch nicht abgeschlossen. Dem Vernehmen nach ist in allen Pfarreien geplant, die „wichtigsten“ Messen im Internet zu übertragen. Das stieß in der ersten Lockdown-Phase im Frühjahr überall auf große Resonanz.

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Weit fortgeschritten sind auch die Vorbereitungen der evangelischen Kirche in Dorsten - immer verbunden mit der Einschränkung, dass es wegen der dynamischen Corona-Lage bis Weihnachten noch zu Änderungen kommen kann.

Mehrere Gottesdienste unter freiem Himmel

In der evangelischen Kirchengemeinde Holsterhausen (mit Rhade, Deuten und Lembeck) werden die Heilig-Abend-Gottesdienste in Holsterhausen und Rhade gefeiert, „aber nicht in, sondern vor den Kirchen“, bestätigten die Pfarrer Matthias Overath und Andreas Deppermann sowie Pfarrerin Friederike Vethacke auf Anfrage. „In weihnachtlicher Atmosphäre hören wir die alten Texte und singen die alten und neuen Lieder.“

Mit Blick auf das Wetter („Die Hirten auf dem Felde hatten es auch nicht immer komfortabel und zogen sich wetterfest an“) werden die Gottesdienste in verkürzter Form gefeiert. „Dadurch haben wir auch die Möglichkeit, gleich mehrere Gottesdienste hintereinander zu feiern bzw. im Anschluss ins Gespräch zu kommen und noch das eine oder andere Lied zu singen.“ Eine Mund-Nase-Bedeckung sei indes obligatorisch.

„Wir werden ein Schutzkonzept entwickeln“

Die evangelische Kirchengemeinde Dorsten denkt ebenfalls über halbstündige Open-Air-Gottesdienste zwischen der Johanneskirche und dem Gemeindezentrum nach. „Wir werden dazu ein Schutzkonzept entwickeln“, sagt Pfarrer Karl-Erich Lutterbeck, „außerdem wird die Johanneskirche an Heiligabend von 14 bis 18 Uhr geöffnet sein, um eine begehbare Weihnachtsgeschichte zu erleben.“

Für Altendorf-Ulfkotte ist laut Lutterbeck noch nicht geklärt, ob es zwei kleinere Christvespern in der Kirche oder einen Open-Air-Gottesdienst vor der Kirche geben wird. „Für diejenigen, die sich nicht auf den Weg machen mögen oder falls es zu sehr regnet, wird für Heiligabend ein Gottesdienst auf dem Youtube-Kanal „jokido“ der Kirchengemeinde abrufbar sein.“

Sängerin Marie-Sophie Keßler

Marie-Sophie Keßler singt an Heiligabend auf dem Glück-Auf-Platz. © Sabine Bornemann (A)

Weil die Kreuzkirche in Hervest und das Barkenberger Gemeindezentrum in Corona-Zeiten nur Platz für 50 Menschen bieten, sind in der evangelischen Kirchengemeinde Hervest/Wulfen an Heiligabend zwei Gottesdienste unter freiem Himmel geplant: um 15.30 Uhr auf dem Glück-Auf-Platz und um 18 Uhr auf dem Platz vor dem Barkenberger Zentrum.

An beiden Orten gibt es geschmückte Weihnachtsbäume, eine Bühne und viel festliche Musik. In Hervest ist wie in den Vorjahren u.a die junge Sängerin Marie-Sophie Keßler zu hören, in Barkenberg zum Beispiel der Posaunenchor unter der Leitung von Stephan Hillnhütter. „Weihnachten wird in diesem Jahr anders sein als in den Jahren zuvor“, weiß Pfarrer Michael Laage. „Aber es soll nicht weniger stimmungsvoll und schön werden. Schließlich ist die Botschaft von dem Kind, das in dem Stall für alle Menschen geboren wird, dieselbe.“

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