„Deutschlands legendärster Swingerclub“ wird eine Spielhalle

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Die Villa Palazzo in Wulfen ist seit Monaten geschlossen. Jetzt ist klar: Aus dem Swingerclub wird eine Spielhalle. Betreiber Prinz Alexander von Anhalt sagt: „Corona hat mich flachgelegt!“

Wulfen

, 15.06.2020, 12:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als „Protz-Prinz“ hat ihn eine Boulevard-Zeitung mal bezeichnet. Weil er sich gerne in prachtvoller Uniform, mit dicken Autos oder Zigarre im Swimmingpool zeigt und mit allerlei Promis umgibt. „Ich kann schon mal protzig sein“, räumt Prinz Alexander von Anhalt ein, „aber ich bin auch ein verantwortungsbewusster Geschäftsmann.“

„Hygieneauflagen sind nicht einzuhalten“

Und deshalb hat sich Alexander von Anhalt (49), ein Adoptivsohn des schillernden Hollywood-Prinzen Frederic von Anhalt und der verstorbenen Schauspielerin Zsa Zsa Gabor, nach eigenen Angaben entschieden, die „Villa Palazzo“ in Wulfen zu schließen. „Deutschlands schillerndster Swingerclub“, wie der Geschäftsführer das Etablissement am Burenkamp nennt, wird eine Spielhalle.

Als ein Adoptivsohn von Prinz Frederic von Anhalt gibt sich Alexander gerne mal royal. Auch das brachte ihm in Boulevardmedien die Bezeichnung „Protz-Prinz" ein.

Als ein Adoptivsohn von Prinz Frederic von Anhalt gibt sich Alexander gerne mal royal. Auch das brachte ihm in Boulevardmedien die Bezeichnung „Protz-Prinz" ein. © privat

„Es ist in Corona-Zeiten unmöglich, einen Swingerclub zu betreiben“, sagte von Anhalt auf Anfrage. „Die hohen Hygiene-Auflagen sind nicht einzuhalten.“ Anders als in einem Bordell übrigens, wo man ja nur zu zweit auf ein Zimmer gehe. „Corona hat mich flachgelegt“, sagt von Anhalt mit einem Augenzwinkern, betont aber ausdrücklich. „Die Schließung hat keine finanziellen Gründe. Mir geht es wirtschaftlich blendend, ich habe zuletzt einige neue Firmen gegründet.“

„Ohne Impfstoff macht das keinen Sinn“

Einzig „aus Sorge um ihre Mitarbeiter und die Kunden“, die angeblich sogar aus den USA nach Wulfen kamen, hat der Prinz entschieden, den Betrieb einzustellen. „Ohne Corona-Impfstoff macht ein Swingerclub keinen Sinn.“ Und so lange könne er nicht warten.

Die Villa inmitten eines Wulfener Gewerbegebietes wird bereits umgebaut. Das Inventar wird eingemottet, die üppige Spielhalle soll Ende Juni, spätestens Mitte Juli eröffnen. Den Angestellten habe er einen Job angeboten, die notwendige Umschulung bei der IHK würde er aus eigener Tasche bezahlen, sagt Alexander von Anhalt.

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Acht Jahre leiteten er und zeitweise auch seine Lebensgefährtin Justine Christine Hermansa, die immer noch einen Wohnsitz in Dorsten haben, die „Villa Palazzo“ und überstanden vor anderthalb Jahren auch eine Insolvenz. Zwischendurch versuchte sich der Prinz im Jahr 2016 als „Döner-Pirat“, baute „Irmi‘s Café Stübchen“ in Deuten um und initiierte ein Weihnachtsessen für Obdachlose.

Das Projekt scheiterte, wegen der Rheuma-Erkrankung seiner Frau gab Alexander von Anhalt den Imbiss an der B 58 im folgenden Jahr ab.

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