Tausende Gänse, Enten und andere Vögel sind in den vergangenen Wochen tot an der Westküste Schleswig-Holsteins aufgefunden worden. Sie werden eingesammelt, um die Infektionsketten im Kampf gegen die Geflügelpest zu unterbrechen. © picture alliance/dpa
Tödliche Tierseuche

Vogelgrippe auf dem Vormarsch – Geflügelhalter sind gewarnt

Corona hält die Menschheit in Atem. Auch die Tierwelt bleibt von Seuchen nicht verschont. Fälle von Afrikanischer Schweinepest sind bekannt. Fälle von Vogelgrippe ebenfalls. Sie kommt näher.

Geflügelhalter in Dorsten sind alarmiert, seitdem der Kreis Recklinghausen Ende des letzten Jahres eine Warnung ausgesprochen hat. Die Vogelgrippe nähere sich den Randgebieten des Kreises, hieß es. Es handelt sich um eine für Puten und Hühner zu 100 Prozent tödlich verlaufende Erkrankung, teilt das Kreisveterinäramt mit. Dorstener Geflügelzüchter sind alarmiert.

Noch ist Dorsten kein Sperrbezirk

„Wir sind noch kein Sperrbezirk und hoffen auch sehr, dass es nicht dazu kommen wird. Das Veterinäramt appelliert natürlich dazu, sehr vorsichtig zu sein, das heißt, dass man mit sauberen Schuhen bzw. Überziehern den Stall zu betreten hat oder den Auslauf der Hühner regelmäßig kontrollieren soll. Das sind alles Maßnahmen, die man sowieso schon einhält“, sagt Heidrun Lienemann aus Lembeck.

Die Aufstallungspflicht beim Auftreten der Vogelgrippe im Bezirk ist der Geflügelzüchterin bekannt. Auf ihrem Hof sei das kein Problem, sagt sie. „Die Hühner im Hühnermobil haben über zwei Ebenen genügend Platz.“ Dort könne man ihnen gegebenenfalls auch mehr Beschäftigungsmöglichkeiten bieten, etwa mit Staubbädern oder dem Angebot, Luzernepellets zu zupfen, Getreide zu picken oder Strohballen zu erklettern.

Afrikanische Schweinepest in Brandenburg verbreitet

Hermann Wolff, Dorstener Berufsjäger, der aufmerksam die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in deutschen Wildschweinbeständen in Brandenburg beobachtet und um die Gefahr einer Ausbreitung auf die Stallschweine weiß, sagt, dass es sich auch bei der Vogelgrippe um eine anzeigepflichtige Tierseuche handelt.

Die Vogelgrippe genannte Geflügelpest ist eine Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln und anderen Vögeln vorkommt. Bei Hühnern und Puten werden die höchsten Erkrankungs- und Sterberaten beobachtet – teilweise bis zu 100 Prozent. Bei intensivem Kontakt können sich auch Menschen anstecken, heißt es in Presseinformationen des Kreises Recklinghausen.

Ein Bussard wurde tot aufgefunden – er hatte die Vogelgrippe

Einer Pressemitteilung des Kreises Wesel am Freitag konnten Geflügelhalter entnehmen, dass bei einem tot aufgefundenen Bussard am 30. Dezember das Virus nachgewiesen werden konnte (Friedrich-Loeffler-Institut). „In diesem Gebiet überwintern alljährlich Tausende Wildgänse“, so die Kreisverwaltung. Ein Warnhinweis für alle Geflügelhaltungen.

Zwar hat der Nachbarkreis des Kreises Recklinghausen bislang auf eine Aufstallungspflicht verzichtet, weil Geflügelhaltungen in der Nähe der Fundstelle rar seien. Trotzdem gibt es die Empfehlung des Kreisveterinäramtes, die Tiere in die Stallungen zu bringen.

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Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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