Von der Literatur bis hin zur Landschaftskunst

Lippe-Polder-Park

Wenn ab 5. Juli der „Lippe-Polder-Park“ auf der Ackerfläche nahe der Dorstener Eissporthalle an der Crawleystraße einen Sommer lang seine kreativen Blüten austreiben wird, soll es nach Willen von Marion Taube nicht um „reine Eventkultur“ gehen. Es sollen Impulse für die Stadtentwicklung gelegt werden.

DORSTEN

, 17.03.2015, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Garten-Künstlerin Steffi Strauss.

Garten-Künstlerin Steffi Strauss.

„Vielmehr ist es ein sanftes und nachhaltiges Angebot an die Bürger, in diesem Stadtpark auf Zeit miteinander ins Gespräch zu kommen“, sagt die vom Lippeverband beauftragte Programm-Kuratorin. Und betont: „Alles, was hier passiert, ist gleichzeitig mit anderen Dingen verknüpft.“

Die ersten Programmpunkte stehen inzwischen fest, sie sind beredte Beispiele für den künstlerischen Ansatz der Dorstener Kultur-Expertin – da schlägt sie nämlich mal eben großräumig den Bogen von der Literatur bis hin zur Landschaftsgestaltung. So wird die renommierte Garten-Künstlerin Stephanie Strauss ein Kräuter-Areal mit alten Kulturpflanzen anlegen – der vom Gärtner Bernd Pape (vom nahe gelegenen LWL-Wohnheim) gepflegt wird und mit dem geplanten Hervester Siedlungsgarten in Einklang kommt.

Schreibhütte auf Zeit

Und die süddeutsche Literatin Sarah Hildebrand wird gemeinsam mit jugendlichen Migranten aus Hervest eine Schreibhütte auf Zeit nutzen, die von den Jugendlichen mit Unterstützung des Brunnenplatz-Begegnungszentrums gebaut wird. Zudem hat ein Nachbarschaftskreis der Hervester Wasserstraße bereits zugesagt, die vor Ort am geplanten Lippe-Polder-Pavillon arbeitenden „Het Observatoriums“-Künstler aus Rotterdam als Gäste mit Logis aufzunehmen.

Allein in Dorsten hat Marion Taube in den vergangenen Wochen mit 90 Vereinen, Institutionen und Einzelpersonen über Ideen gesprochen – von denen haben bereits mehrere Dutzend ihre Mitmach-Zusage gegeben. Viele von ihnen waren bereits vor zwei Jahren bei Marion Taubes mehrfach ausgezeichnetem Projekt „Anstiftung zur Stadtentdeckung“ dabei.

Stadtmarketing

Diesmal keine Anstiftung, sondern ein „Poldering“, wie sie es selbst bezeichnet. „Es ist im Kern ein alternatives Stadtmarketing, das vom Bürger als erstem Liebhaber der Stadt ausgeht“, will die Kunsthistorikerin damit auch Impulse für die Zukunft der Stadtentwicklung setzen.

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