Die Schülerinnen und Schüler informieren sich im Info-Raum des St.-Ursula-Gymnasiums über die Wahlprogramme der verschiedenen Parteien © Lisa Wissing
Juniorwahl

Wählen wie die Großen: Juniorwahl an Dorstener Schulen

Über 600 Schulen nehmen in NRW teil. Darunter auch das St.-Ursula-Gymnasium und die Montessori-Reformschule in Dorsten. Ihre Kreuze setzen die Schülerinnen und Schüler am 23. September.

In rund zwei Wochen ist es soweit: Die Deutschen wählen die Abgeordneten, die den neuen Bundestag bilden. Doch nicht nur Wahlberechtigte machen in der nächsten Woche ihre Kreuze. Auch in Dorstener Schulen wie dem St.-Ursula-Gymnasium können Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Juniorwahl wählen.

„Hier lernen die Schülerinnen und Schüler Demokratie“

Denn die Wahlen gehen nicht nur Erwachsene etwas an. „Hier lernen die Schülerinnen und Schüler Demokratie und dass auch sie die Wahlen betreffen“, erklärt Adrian Deckers, Fachschaftsvorsitzender für Sozialwissenschaften und Politik. Er hat den Anstoß gegeben, an der Juniorwahl teilzunehmen.

In der Montessori-Reformschule haben sich Manuel Hano, Lehrer für Gesellschaftswissenschaften und Religion, und Nadine Ossowski für die Teilnahme eingesetzt. „Das Konzept ist wirklich super für die Schülerinnen und Schüler, die damit einen Einblick bekommen, wie so eine Wahl abläuft“, sagt Nadine Ossowski. Die Kinder und Jugendlichen lernen nämlich alles rund um die Bundestagswahl. „Was die Erst- und Zweitstimme bedeuten oder wie in einer Wahlkabine gewählt wird“, erklärt Manuel Hano.

Insgesamt 800 Schüler der beiden Schulen nehmen teil

Bei der Juniorwahl simulieren die Schulen den Ablauf der Bundestagswahl. Alle Schülerinnen und Schüler bekommen einen Wahlschein. Sie dürfen bereits ab der siebten Jahrgangsstufe zur Urne schreiten. Bei der wirklichen Bundestagswahl am 26. September darf aber bekanntlich erst ab 18 Jahren gewählt werden.

„Bei uns dürfen insgesamt mehr als 700 Schülerinnen und Schüler zur Wahl gehen“, erläutert Adrian Deckers. „Davon dürfen knapp 50 am 26.9. wählen, weil sie 18 Jahre oder älter sind.“ An der Montessori-Reformschule sind knapp 100 Kinder und Jugendliche für die simulierte Wahl berechtigt. Da der höchste Jahrgang die zehnte Klasse ist, sind für die richtige Bundestagswahl noch keine Schüler wahlberechtigt.

Klimaschutz ist für Jugend wichtiges Thema

Die Themenschwerpunkte, die für die jungen Wähler am wichtigsten sind, überschneiden sich an beiden Schulen. „Für mich ist das Thema Klimaschutz sehr wichtig, da es uns unser Leben lang betrifft“, sagt Ronja Lehmann. Sie geht in die zehnte Klasse der Montessori-Reformschule. Ihr Klassenkamerad Tim Richter stimmt ihr zu: „Wenn sich in der Klimapolitik nichts ändert, ist es egal, was in zehn bis 20 Jahren passiert.“ Doch auch andere Themen, wie Kostenpolitik, Bildung oder Rassismus, werden in den Klassen viel diskutiert.

Einen Raum für Diskussionen bietet auch der Informationsraum für die Bundestagswahl des St.-Ursula-Gymnasiums. „Die verschiedenen Parteien haben uns Material wie Wahlplakate, Flyer oder Kugelschreiber zur Verfügung gestellt“, erklärt Adrian Deckers. Diesen Raum können Klassen während des Unterrichts nutzen. Untersuchungen des Berliner Vereins Juniorwahl belegen, dass sich die simulierte Wahl sowohl auf die Wahlbeteiligung der Eltern als auch bei den Schülern positiv auswirkt. Innerhalb der Familien finden ebenfalls mehr politische Diskussionen statt.

Ergebnisse werden mit Bundestagswahl verglichen

Nach dem Wahlakt in den Aulas der Schulen werden die Stimmen ausgezählt. Das machen am St.-Ursula-Gymnasium Schüler wie Leo Maas. „Wir kümmern uns um den Ablauf und zählen die Stimmen aus“, sagt er. Diese werden dann an das Onlineportal der Juniorwahl gesendet. Am Sonntag der Bundestagswahl werden die Ergebnisse aus ganz Deutschland um 18 Uhr auf der Internetseite der Juniorwahl veröffentlicht.

Im Unterricht besprechen die Lehrkräfte die Ergebnisse beider Wahlen und vergleichen sie. „So sehen auch wir Erwachsenen, was den Kindern wichtig ist und welche Partei am ehesten mit ihren Konzepten und Kandidaten überzeugen“, erläutert Nadine Ossowski.

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