Warum eine lächelnde Eibe die Besucher eines Friedhofs in Dorsten begrüßt

mlzFriedhofsschmuck

Eine Friedhofsgärtnerin hat auf einem Friedhof in Dorsten ein Smiley in eine große Eibe geschnitzt. Das Facebook-Foto von dem lächelnden Grünholz hat viele Reaktionen hervorgerufen.

Dorsten

, 26.08.2019, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Normalerweise ist ein Friedhof nicht gerade ein Ort, wo der Frohsinn zu Hause ist. Doch auf der Begräbnisstätte der St.-Agatha-Pfarrgemeinde an der Gladbecker Straße ist das seit ein paar Tagen anders: Dort begrüßt am Rande des Hauptweges eine große Eiben-Kugel mit einem breiten Lächeln die Besucher.

Spaß bei der Arbeit

„Ich glaube, da hatte der Friedhofsgärtner Spaß bei der Arbeit“, kommentierte am Montag eine Userin in einer Dorstener Facebook-Gruppe ein Foto von dem vergnüglichen Grinse-Gehölz. Es war aber kein Gärtner, sondern eine Gärtnerin, die die Idee hatte, zwei Augen und zwei hochgezogene Mundwinkel in den dichten Busch der Pflanze zu schneiden. „Es bleiben immer wieder Leute stehen“, freut sich Lisa Walter, dass sie seit vergangener Woche mit dem grünen Smiley regelmäßig ein Lächeln in die Gesichter der Besucher zaubern darf.

Nahe dem großen Kreuz

Lisa Walter ist seit dem Jahr 2010 bei der Dorstener Friedhofsgärtnerei „Lukasssen & Breuker“ angestellt. Vor zwei Jahren hat sie erstmals Hand und Heckenschere an die Eibe gelegt, die sich nahe des großen Kreuzes, das den Friedhof überragt, befindet. Damals habe sie sich verschnitten, erzählt sie, plötzlich waren zwei Löcher im Gebüsch. Aus Spaß habe sie damals einen Mund hinzugefügt, das Ganze dann aber schnell so weit gestutzt, dass niemand mehr das Gesicht sehen konnte.

Als Lisa Walter ihrem Chef Stefan Lukassen vor zwei Jahren von dem Malheur erzählte, war der nicht etwa sauer, „sondern ermutigte mich, das ruhig noch mal zu machen“. Vergangene Woche traute sich Lisa Walter dann endlich - und ist von der Resonanz begeistert.

Viele Likes und Kommentare

Als am Montag das Foto der Eibe, der sie den Namen Bobby gegeben hat, in einer Dorstener Facebook-Gruppe gepostet wurde, machte es schnell die Runde. Fast 200 Likes bis zum Nachmittag, dazu gab es viele freundliche Kommentare. „Ich habe davon gar nichts mitbekommen, weil ich gar nicht Mitglied der Gruppe bin“ , sagt Lisa Walter. Und außerdem war sie seit 6 Uhr morgens ununterbrochen im Einsatz, um bei der Bullenhitze mit dem Wassertransporter die Gräber zu gießen.

„Freundlichkeit ist gut“

„Freundlichkeit ist immer gut“, erklärte am Montag eine Seniorin, die das Grab ihrer Nachbarin pflegte und die Eibe erstmalig sah. „Man kommt ja nicht zum Trauern auf den Friedhof, sondern auch, um sich an das Schöne zu erinnern, das man mit den Verstorbenen geteilt hat“, ist sich Lisa Walter sicher, dass auch etwas Fröhlichkeit auf einem Friedhof seinen Platz haben darf.

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