Was halten Dorstener Schützen von schwulem Regenten?

Umfrage

Ein schwuler Schützenkönig? Eine männliche Königin? Im katholischen Münster Realität: Dort hat erstmals ein homosexueller Mann den Vogel von der Stange geholt und seinen Lebensgefährten zur Königin gemacht. Ein Modell, das auch in Dorsten denkbar ist? Wir haben nachgefragt.

DORSTEN

von Maren Volkmann

, 02.08.2011, 17:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Was halten Dorstener Schützen von schwulem Regenten?

Der Münsteraner Schützenkönig Dirk Winter hat mit Königsgemahl Oliver Hermsdorf für reichlich Wirbel gesorgt. Winter hat Ärger mit seinem Dachverband, weil er seinen langjährigen Lebensgefährten zur "Königin" gemacht hat.

Dieter Dreckmann, 1. Vorsitzende der Feldmärker Schützen, ist skeptisch. "Nein", sagt er spontan, "das wäre nicht vorstellbar - darüber habe ich aber auch noch nie nachgedacht." So richtig könne er sich mit dem Gedanken nicht anfreunden. Und wenn sich der König erst nach dem finalen Schuss als homosexuell oute? Keine Chance bei den Feldmärkern: Bevor es ans Schießen geht, müssen die Königsanwärter ihre Königin benennen. Wäre die Königin dann männlich, "würden wir im Vorstand darüber sprechen", sagt Dieter Dreckmann. Ganz, ganz eventuell könnte es dann auch bei den Feldmärkern einen schwulen Schützenkönig geben: "Man muss heute ja mit der Zeit gehen", sagt der 1. Vorsitzende versöhnlich.Nicht alleine entscheiden

Etwas verhalten tönt es aus den Reihen der Wulfener Schützen und der Altstadtschützen. Bislang habe man sich noch nicht mit dem Thema befasst - und überhaupt: Das könne man alles auch nicht alleine entscheiden.

Ganz sportlich sieht es Hendrik Schulze-Oechtering, frisch gewählter 1. Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Dorstener Schützenvereine. Er verfahre nach dem Grundsatz "Bester Schütze König sei"."Keine Berührungsängste" "Ich wüsste nicht, was dagegen spricht, einen schwulen Schützenkönig zu haben", sagt er, "wir Schützen haben da keinerlei Berührungsängste."

Natürlich könne er gleichzeitig nicht ausschließen, dass es bei "reiferen Schützen" Vorurteile gebe. "Aber ich bin weltoffen erzogen worden, und genauso offen sind auch die Schützen", betont Hendrik Schulze-Oechtering. Eine männliche Königin - das wäre mal was ganz anderes, findet er. "Wenn so etwas tatsächlich passieren sollte, würden wir es mit dem gebührenden Ernst behandeln - und danach feiern."

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