Wegen langer Schlangen vor dem Entsorgungsbetrieb: Zahl der Anliefer-Autos wird begrenzt

Coronavirus

Die Bürger geben derzeit mehr denn je Sperrmüll, Grünschnitt und anderen Abfall am Entsorgungsbetrieb ab und sorgen damit für lange Staus. Deshalb beschränkt die Stadt die Zahl der Autos.

Dorsten

, 18.03.2020, 15:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auch am Mittwoch gab es wieder eine lange Schlange vor dem Entsorgungsbetrieb.

Auch am Mittwoch gab es wieder eine lange Schlange vor dem Entsorgungsbetrieb. © Michael Klein

Lange Autoschlangen, die Fahrzeuge stauen sich zeitweise bis zum Kreisverkehr „An der Wienbecke“: In diesen Tagen zeigt sich auch am städtischen Wertstoffhof am Entsorgungsbetrieb (EBD) aufs Deutlichste, dass viele Dorstener die Gründe für die derzeitige Einschränkung der sozialen Kontakte doch noch nicht so ganz verinnerlicht haben. „Vor allem am Samstag und Dienstag haben uns die Leute die Bude eingerannt“, sagte ein Mitarbeiter am Mittwoch. Und deshalb zieht die Stadt die Reißleine.

Kontakte einschränken

Um unnötige persönliche Kontakte mit den dortigen Mitarbeitern zu begrenzen und gleichzeitig die Kapazität des Wertstoffhofes zu bewahren, wird nämlich ab sofort die Zufahrt auf maximal fünf Fahrzeuge zur gleichen Zeit begrenzt.

Am Mittwoch wurde die Maßnahme bereits umgesetzt. Ein Mitarbeiter des Entsorgungsbetriebs verteilte am Mittwoch schon vor der Kurve der Straße „An der Wienbecke“ Info-Zettel an die wartenden Autofahrer. Er erklärte ihnen, dass es etwas längern dauern würde, bis sie auf den Platz kämen.

Nur einige wenige Autofahrer kehrten daraufhin um, nicht jeder äußerte Verständnis. So einige fuhren dennoch mit voll bepackten Anhängern weiter vor, die sie unbedingt entladen wollten.

Auch am Mittwoch gab es wieder eine lange Schlange vor dem Entsorgungsbetrieb.

© Michael Klein

Die Stadt schreibt: „Bei allem Verständnis dafür, dass die Bürger im nun „ausgebremsten Alltag“ ihre Gärten, Keller und Dachböden aufräumen: Die Anlieferung von Grünschnitt, Sperrmüll, Papier, E-Geräten, Schadstoffen, Reifen und so weiter ist nicht zwingend nötig und deshalb aktuell nicht erwünscht.“

„Abschreckungsmaßnahme“

Die „Abschreckungsmaßnahme“ soll auch dazu dienen, das Funktionieren der Einrichtung zu gewährleisten.

„Wenn die Anlieferung bei gleichzeitiger Zufahrtsbeschränkung weiter zunimmt, ist mit Rückstaus bis auf die Kreisstraße und enormen Wartezeiten zu rechnen. Spätestens dann würde der Wertstoffhof komplett geschlossen“, so die Stadt - weil der Andrang „zugleich eine Gefährdung des Verkehrs“ sei.

Müsste der Wertstoffhof geschlossen werden, wäre eine Anlieferung nur noch nach telefonischer Voranmeldung möglich für Abfälle, die unbedingt zwingend entsorgt werden müssen.

„Kein Ausflugsziel“

In den vergangenen Tagen seien übrigens auch viele Bürger da gewesen, die nur ganz wenige Teile abgeben wollten. Darunter auch einige Eltern oder Großeltern mit Kindern, die derzeit nicht die Schule oder die Kita besuchen können. Deswegen appelliert die Stadt in ihrer Pressemitteilung: Der Wertstoffhof sei kein Ausflugsziel, das man mit Kindern oder Enkeln besucht, „weil denen sonst langweilig ist“.

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