Weitere Corona-Fälle an Dorstener Schulen - Gerüchte über Arvato

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Einzelne positive Corona-Fälle vermeldet der Kreis für die Erich-Klausener-Realschule, die Bonifatiusschule und das Petrinum. Anderswo lassen Testergebnisse noch auf sich warten.

von Petra Berkenbusch, Claudia Engel

Dorsten

, 01.09.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Kreisgesundheitsamt hat allein am vorigen Freitag 500 Corona-Tests an Schulen gemacht. Ergebnisse trudeln sukzessive ein, das Gesundheitsamt macht sich direkt an die Kontaktverfolgung und entscheidet dann über weitere Maßnahmen.

Am Dienstagnachmittag gab die Pressestelle des Kreises auf Anfrage weitere Ergebnisse bekannt: Danach ist ein Schülerin/eine Schülerin der Erich-Klausener-Realschule positiv auf Covid-19 getestet worden.

Auch am Petrinum habe es bei einem Schüler/Schülerin ein positives Testergebnis gegeben, ebenso an der Bonifatiusgrundschule in Holsterhausen. Im Umkreis des Petrinum-Schülers begaben sich 20 Personen in häusliche Quarantäne, teilte Schulleiter Markus Westhoff am Abend mit.

WhatsApp-Gruppen sind schneller als jede Behörde

Wie Svenja Küchmeister vom Kreis Recklinghausen erläutert, verbreiten sich solche Einzelergebnisse in Windeseile in WhatsApp-Gruppen von Schülern und Eltern. „Bevor wir uns aufgrund der Testergebnisse ein Bild vom kompletten Klassenverband machen können, rufen aufgeregte und besorgte Eltern schon beim Gesundheitsamt an und wollen wissen, wie es weitergeht.“ Überhaupt herrsche gerade jetzt große Aufregung rund um das Thema Corona.

Immer wieder werden Gerüchte laut. Auch um die Corona-Fälle bei Arvato ranken sich diverse Gerüchte. Es seien viel mehr als zwölf Mitarbeiter an Covid-19 erkrankt, lautet eins. Eine erkrankte Mitarbeiterin sei sogar von der Quarantänepflicht befreit worden, ein weiteres.

Sonja Groß, Sprecherin von Arvato, sagte, dass nichts daran sei. „Wir stehen in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt, haben von uns aus 120 weitere Coronatests für Mitarbeiter angestoßen, ohne dass das eine Auflage der Gesundheitsbehörde gewesen wäre.“ Diese Tests seien allesamt negativ ausgefallen.

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Vier Mitarbeiter gelten noch als Covid-19-Infizierte

Bei Arvato gelten noch vier Mitarbeiter als Covid-19-Infizierte. Ende der Woche endet ihre Quarantänezeit. „Dann wären wir kommende Woche wieder coronafrei“, sagt Groß. Trotzdem, das bestätigte Groß auch, seien die Ängste der anderen Mitarbeiter schwer auszuräumen, obwohl die Standortleitung mit allen Beschäftigten persönlich spricht und versucht, solche Ängste auszuräumen.

Das Arvato-Firmengelände im Industriepark Marl/Dorsten aus der Luft

Das Arvato-Firmengelände im Industriepark Marl/Dorsten aus der Luft © Hans Blossey (A)

„Wir möchten nicht, dass unsere Mitarbeiter aus Angst ihrem Arbeitsplatz fernbleiben. Denn das hätte Produktionsausfälle zur Folge“, sagt Groß. Für weitere Tests sieht die Arvato keine Veranlassung, zumal die Testkapazitäten begrenzt sind. „Es macht keinen Sinn, alle 700 Mitarbeiter von Arvato testen zu lassen, da nur ein kleiner Teil der Beschäftigten Berührungspunkte mit den nachgewiesen infizierten Personen hatte.

Keine Arbeitserlaubnis für positiv Getestete in Quarantäne

Zu den angeblich positiv Getesteten bei Arvato, die trotzdem arbeiten würden, sagt Kreissprecherin Svenja Küchmeister: „Wer positiv getestet und in Quarantäne geschickt worden ist, bekommt definitiv keine Arbeitserlaubnis.“ Für die Überwachung der Quarantäne und die Verhängung etwaiger Ordnungsverfügungen sei im Übrigen nicht das Gesundheitsamt des Firmen-Standorts zuständig, sondern die jeweiligen Gesundheitsämter der Wohnorte infizierter Mitarbeiter. Es sei allerdings eine Illusion, dass man jeden Quarantänefall durchgängig bewachen könne.

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Die Kontaktverfolgung ermöglicht den Behörden offenbar eine viel genauere Einschätzung des Gefährdungspotenzials, als es in den Anfangszeiten von Corona möglich war. So wurden nach einen positiven Coronatest bei der Teilnehmerin eines Elternabends am Vestischen Gymnasium in Kirchhellen lediglich vier direkte Sitznachbarn und das eigene Kind in Quarantäne geschickt. Sie können sich außerdem testen lassen. Den Schulbetrieb beeinträchtigt dieser Corona-Fall nicht.

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