Diese Musiker-Strohpuppe erfreut die Menschen in Rhade. © Privat
Grußaktion

Wie ein Musikverein seinem Stadtteil ein Lächeln ins Gesicht zaubert

Mit einer schönen Aktion sorgt eine Musikkapelle aus Dorsten derzeit für viel Aufsehen in ihrem Dorf. Was steckt hinter der Aktion mit der Riesen-Strohpuppe auf einem Feld?

Das ist doch mal eine tolle Idee: 4,8 Meter hoch, 1, 7 Meter breit. In diesen riesigen Ausmaßen steht seit Freitag (7. Mai) eine Musiker-Strohpuppe mit freundlichem Gesicht und Tenorhorn in der Hand auf dem Feld an der Erler Straße gegenüber vom Aldi-Markt in Rhade – dort also, wo sonst die Schützenkapelle immer mit einem großen Plakat auf ihre beliebten und erfolgreichen Neujahrskonzerte im Dorf hinweist.

Ja, es ist die Schützenkapelle Rhade, die hier alle Musikfreunde grüßt und inzwischen vielen Rhadern und vorbeikommenden Autofahrern und Radlern ein dickes Lächeln ins Gesicht gezaubert hat – und dies noch mindestens vier Wochen tun wird. „Solange wird die Puppe dort sicher stehen bleiben“, sagt Pressewartin Lea Hinzmann-Krampe.

Ein Zeichen setzen

Mit dieser Strohpuppe will die Schützenkapelle ein Zeichen setzen, dass die Musikerinnen und Musiker noch immer zusammenhalten und zusammenstehen, auch wenn sie sich momentan aufgrund der aktuellen Situation nicht sehen, treffen oder proben können.

Die Idee hatte Christoph Weigel. Der Dirigent der Schützenkapelle wohnt in Bocholt. „Dort ist es in den Dörfern noch mehr Tradition, dass solche Strohpuppen auf den Feldern aufgestellt werden“, so Lea Hinzmann-Krampe. Weigel konnte die Mitglieder der Schützenkapelle schnell für seinen Vorschlag begeistern. Und wie es auf einem Dorf mit seinem funktionierenden Miteinander so ist, wird so eine

Idee schnell umgesetzt.

Die Schützenkapelle beim Neujahrskonzert 2020.
Die Schützenkapelle beim Neujahrskonzert 2020. © Kipinski © Kipinski

Vereinsmitglied und Landwirt Frank Krampe tüftelte tagelang in seiner Scheune und das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen. „„Als wir die Strohpuppe am Freitagabend aufgebaut haben, waren schon viele Leute beim Vorfahren schwer erstaunt“, so Lea Hinzmann-Krampe.

Aus Holz gesägt

Sie erzählt, dass man für die Puppe als Instrument zunächst eine Querflöte vorgesehen habe. „Doch das wäre bei der Armhaltung zu kompliziert geworden.“ Deswegen trägt der Stroh-Musikus nun ein Waldhorn an der Schulter. „Aus Holz gesägt und mit goldener Farbe lackiert.“

Hut und Anzug bestehen übrigens aus handelsüblicher Silo-Folie. Und da solche Silage-Verpackungen in dunkelgrün, schwarz und weiß angeboten werden, brauchte Frank Krampe sie gar nicht anmalen. Denn das sind sowieso die Uniform-Farben, die die Musiker bei Konzerten und Auftritten tragen.

Schon viel Resonanz

Frank Krampe ist stolz, dass er sein Werk in den sozialen Medien schon so viele Resonanz gefunden hat. Besonders wichtig ist ihm aber, „unseren Fans und auch dem Ort Rhade zu zeigen, dass wir noch da sind! Auch wenn die Umstände gerade nicht die besten sind, geben wir nicht auf und tun gemeinsam etwas für die Dorf-Gemeinschaft“.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein
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