Wildtier-Nachwuchs braucht jetzt Schutz - So helfen Sie den Tieren

mlzIn der Natur

In der Coronazeit ist das Spazierengehen eine beliebte Aktivität- gerne auch mit Pfiffi. Im Wald kann der beste Freund des Menschen aber zum lebensgefährlichen Problem für Wildtiere werden.

Dorsten

, 12.04.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es blüht und zwitschert und auch im Dickicht ist derzeit viel los, auch wenn man es nicht sieht. Der Hegering Herrlichkeit Lembeck und Dorsten weist auf wichtige Verhaltensregeln hin, die man in Feld und Wald beachten sollte, um das Wild zu schützen.

In der sogenannten „Brut- und Setzzeit“ verwandelt sich die Natur in eine große Kinderstube. Wildtiere sind jetzt besonders schutzbedürftig. Hase, Reh und Wildvögel brauchen jetzt viel Ruhe. Da sind Störenfriede unerwünscht.

Hunde als Gefahr für Wild bewusst erkennen

Wildtiere halten sich besonders gern im Dickicht der Wälder, in Knicks und Feldhecken oder im hohen Gras auf. Es sei daher unbedingt notwendig, diese Ruhezonen zu meiden und die Wege nicht zu verlassen.

„Insbesondere zum Schutz der Jungtiere ist es jetzt besonders wichtig auf den Wegen zu bleiben und die Hunde bei sich zu führen. Häufig ist das vielen Waldbesuchern nicht bewusst“, so Martin Böckenhoff, vom Hegering Herrlichkeit Lembeck und Dorsten.

Vierbeiner gehören außerhalb geschlossener Ortschaften an die Leine

Ganz besonders frei laufende Hunde stellen in der freien Natur eine Gefahr für trächtige Tiere und brütende Vögel sowie deren Nachwuchs dar. Immer wieder komme es zu tragischen Zwischenfällen mit tragenden Tieren oder Jungtieren durch freilaufende Hunde.

Vierbeiner gehören deshalb außerhalb geschlossener Ortschaften und in Naturschutzgebieten an die Leine. Grundsätzlich sollten Hunde in der Nähe des Halters bleiben, auf seine Kommandos hören und an der Leine geführt werden.

Martin Böckenhoff (links) ist Forstverwalter und stößt im Wald immer wieder auf Spaziergänger, die ihre Hunde frei laufen lassen. Er erklärt ihnen, warum das derzeit nicht geht.

Martin Böckenhoff (links) ist Forstverwalter und stößt im Wald immer wieder auf Spaziergänger, die ihre Hunde frei laufen lassen. Er erklärt ihnen, warum das derzeit nicht geht. © Foto: Claudia Engel/Archiv

Da sich die Kommunen in NRW selbst für oder gegen eine Leinenpflicht entscheiden müssen, gibt es keine einheitliche Regelung, außer in Naturschutzgebieten. Dort gilt eine Leinenpflicht. In Dorstens Wäldern hingegen gibt es keine Leinenpflicht. „Trotzdem appellieren wir vom Hegering Herrlichkeit Dorsten und Lembeck an Hundeführer, dass sie ihre Tiere gerade jetzt anleinen, zum Wohle des Tierschutzes in Feld und Wald“, so Martin Böckenhoff.

Freilaufende Familienhunde können zum Problem werden

Auch der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen weist in einem Flyer auf die Probleme durch wildernde Hunde hin. Hundehaltern ist es zwar erlaubt ihre Tiere auf Wegen unangeleint zu führen, so lange das Tier jederzeit abrufbar ist und dem Ruf des Halters folgt. Aber das Landesjagdgesetz regelt auch den Schutz des Wildes vor wildernden Hunden.

Dieses Problem könne sich beispielsweise schnell ergeben, wenn ein zunächst nur harmlos frei laufender Familienhund bei seinem Ausflug zufällig auf Wildtiere trifft und sich bei der Verfolgung der Einwirkung des Führers entzieht. Daher hoffen Jäger auf die Rücksicht der Spaziergänger, im Sinne eines waidgerechten Tierschutzes.

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