Wir für Sie: Wie die Redaktion Dorsten Sie durch den Tag begleitet

Einblick in die Lokalredaktion

Die Arbeitsweise unserer Redaktion hat sich in den vergangenen Jahren rasant verändert. Der Kopf raucht manchmal, dafür ist der Bauch inzwischen etwas entlastet.

Dorsten

, 08.02.2021, 13:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Seit 10 Jahren leitet Stefan Diebäcker die Dorstener Lokalredaktion.

Seit 10 Jahren leitet Stefan Diebäcker die Dorstener Lokalredaktion. © CARSTEN STRUEBBE

Die Lokalberichterstattung der Dorstener Zeitung wird nun schon bald seit einem Jahr nicht mehr nur in Dorsten, sondern auch in Duisburg, Bottrop, Marl, Essen und Münster gemacht. Als Team ist die Lokalredaktion seit Frühjahr 2020 nicht mehr zusammengekommen. Dafür sehen wir uns seitdem mindestens zweimal täglich digital.

Grundsätzlich hat auch die Pandemie nichts an der journalistischen Arbeit geändert: Es geht immer noch darum, Informationen zu sammeln, zu verifizieren und sie für digitale Kanäle und gedruckte Zeitung aufzubereiten.

An dem Konferenztisch finden normalerweise Besprechungen statt.

An dem Konferenztisch finden normalerweise Besprechungen statt. © Stefan Diebäcker

Wichtigstes Werkzeug für uns ist der Mobile Editorial Client (MEC). Mit dem Programm arbeiten alle unsere Redakteure und Reporter. Es lässt sich von überall aus über den Browser öffnen und mit Inhalten bestücken. Die Redaktion macht darin auch ihre Themenplanung, führt den Terminkalender und legt im Sendeplan fest, welche Inhalte zu welchen Zeiten ausgespielt werden.

Die Dorstener Zeitung arbeitet „online first“. Inhalte werden zuerst fürs Internet produziert und dort auch zuerst ausgespielt. Die Produktion der gedruckten Zeitung erfolgt etwas später am Tag. Das lief vor einigen Jahren noch andersrum: Wenn die Zeitung abends fertig war, wurden noch ein paar Artikel ins Netz gestellt.

Smartphone, Laptop und Internet sind unverzichbar

Notizblock und Stift gehören auch 2021 noch fest zur Ausstattung vieler Journalisten. Sie sind aber entbehrlich geworden – anders als Smartphone und Laptop. Auf ihnen installiert ist alles, was fürs Arbeiten benötigt wird: der MEC, Apps zur Kommunikation, Programme für Bildbearbeitung und Videoschnitt sowie Anwendungen für den Versand von Newslettern und Push-Mitteilungen, zur Visualisierung von Daten oder für das Erstellen eines Live-Tickers. Streng genommen spielt es keine Rolle, wo der Reporter arbeitet. Nur eine Internetverbindung sollte es geben.

Auf der einen Seite ist die Arbeit unserer Reporter einfacher geworden. Sie haben heute mehr Zeit für Recherche und die Produktion von Inhalten, weil sie sich nicht mehr um das Planen und Layouten von Zeitungsseiten kümmern müssen. Das übernimmt eine darauf spezialisierte Einheit für alle Zeitungstitel des Verlags. Andererseits ist die Arbeit komplexer geworden, weil dieselben Reporter heute nicht mehr nur Texte liefern, sondern auch Videos, Fotostrecken, Karten oder Datenvisualisierungen.

Redaktionsleiter Stefan Diebäcker checkt die Zahlen: Welche Artikel haben viele Leser interessiert, welche sind weniger gut gelaufen?

Redaktionsleiter Stefan Diebäcker checkt die Zahlen: Welche Artikel haben viele Leser interessiert, welche sind weniger gut gelaufen? © Michael Klein

Am Ende eines langen Tages raucht da schon mal der Kopf. Dafür ist der Bauch inzwischen entlastet, sein Gefühl spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. Daten sagen uns viel genauer, welche Themen und Geschichten unsere Abonnenten bewegen. Wir können sehen, zu welchen Zeiten die meisten Leser unsere Website besuchen und welche Artikel unsere Abonnenten besonders interessieren. Dabei geht es nicht nur um reine Klickzahlen, erfasst wird zum Beispiel auch, wie viel Zeit durchschnittlich in Artikel verbracht wird.

Am Morgen geht der Blick auch zurück

In der täglichen Morgenkonferenz geht es nicht nur um bevorstehende Themen und Termine, sondern immer auch um den Vortag: Wovon haben wir uns mehr versprochen und was lief überraschend gut? Wo lohnt es sich dranzubleiben? Was kann man künftig weglassen, weil es kaum jemand liest?

Die Redaktion konferiert seit bald einem Jahr nur noch digital. Die meisten Mitarbeiter arbeiten zu Hause.

Die Redaktion konferiert seit bald einem Jahr nur noch digital. Die meisten Mitarbeiter arbeiten zu Hause. © Stefan Diebäcker

Nach der Konferenz beginnt die eigentliche Arbeit. Vor-Ort-Termine reduzieren wir aktuell auf das Nötigste. Recherchiert wird hauptsächlich online und am Telefon. Telefoninterviews ersetzen kein Gespräch von Angesicht zu Angesicht, aber vorübergehend geht es auch so.

In der Mittagskonferenz schalten sich alle Lokalredaktionen mit der Chefredaktion zusammen, besprechen Themen und tauschen Ideen und neue Erkenntnisse aus. Am Nachmittag bespricht sich die Lokalredaktion ein weiteres Mal, verteilt die letzten Aufgaben des Tages - und wirft schon mal einen Blick auf den nächsten.

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