Wirtschaftsinteressen und Bürgerinteressen kollidieren an der B58 frontal

mlzKlare Kante

Wirtschaftsinteressen der Stadt und Interessen der Bürger kollidieren wegen der zunehmenden Verkehrsbelastung auf der B58 frontal - ein Kommentar.

Dorsten

, 13.02.2020, 16:43 Uhr / Lesedauer: 1 min

Auf der B58 tobt der Verkehr. Täglich und im zunehmenden Maß. Lkw an Lkw, Pkw an Pkw rollen in Spitzenzeiten an den Häusern an der Dülmener Straße/Weseler Straße (B58) vorbei. Gefühlt ist das Maß für die Wulfener längst voll. Von einer „unglaublichen Verkehrsbelastung“ war in der Wulfenkonferenz die Rede.

Umso mehr entsetzt die Wulfener, dass der Verkehr noch weiter zunehmen wird, wenn der Industriepark Große Heide eröffnet wird. Sie kündigen Widerstand an. Ob sie damit Erfolg haben werden?

Eine Umgehungsstraße wird Wulfen zur Entlastung der Dülmener Straße und dem Ortskern von Wulfen nicht bekommen. Zwar gibt es einen Korridor zwischen der Bebauung in Wulfen und Barkenberg, durch den die Planer einst gedanklich die Umgehung führen wollten. Doch das sind Gedankenspiele geblieben.

Gutachter haben bescheinigt, dass der voraussichtliche Verkehrs-Zuwachs auf der B58 das erträgliche Maß nicht überschreitet. Das Anwohnerwohl werde ausreichend berücksichtigt, auch wenn sich Verkehrs- und Lärmpegel erhöhen. Die Auswirkungen könne man mit Schallschutzfenstern in den Häusern wieder reduzieren, heißt es.

Streckenweise Tempo 30 km/h auf der B58, um die Geräuschkulisse der Lkw zu reduzieren, wie in der Wulfenkonferenz gefordert? Da hat der Gesetzgeber klare Vorgaben gemacht: Auf einer klassifizierten Ortsdurchfahrt wird kein Tempolimit angeordnet, nur weil Lkw-Verkehr die Anlieger stört.

Die Wulfener werden es angesichts der jetzigen Ausgangslage sehr schwer haben, bessere Konditionen durchzusetzen. Aufhalten können sie den fahrenden Zug nicht mehr. Dazu fehlen die Hebel. Wenn Wirtschaftsinteressen mit Bürgerinteressen kollidieren, ziehen Bürger, wie das Wulfener Beispiel zeigt, den Kürzeren.

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