Barkenberg ist ein reizvoller Ortsteil von Dorsten mitten im Grünen - die Belvona will die Wohnqualität in ihrem Viertel deutlich erhöhen. © www.blossey.eu
Moderate Mietpreise

Wohnen in Dorsten: Zwischen Mietern und Vermietern gibt’s kaum Knatsch

Während der Lockdown-Zeit haben große Vermieter in Dorsten auf Mieterhöhungen verzichtet. Trotzdem hatten Mieter Zahlungsschwierigkeiten. Sie landeten aber nicht auf der Straße.

In Dorsten wohnt man gut und günstig. Eigentümer wissen das, die meisten Mieter auch. Doch trotz relativ niedriger Mieten in der Lippestadt kommen einige Mieter ins Schleudern. Während der Corona-Zeit litten sie unter Verdienstausfällen. Es gibt weitere Gründe, warum Mieter nicht zahlen können.

Große Gesellschaften wie die Velero, LEG Wohnen und die Dorstener Wohnungsgesellschaft (DWG) haben Möglichkeiten gefunden, mit ihren Mietern ins Reine zu kommen: „Bis dato ist keine Zunahme von Zwangsräumungen in Dorsten aufgrund von Corona festzustellen. Die Zahlungsmoral der Mieter ist gleichbleibend gut. In kritischen Fällen finden die Property-Manager gemeinsam mit den Mietern auch Einzelfalllösungen“, sagt Anke Sostmann, Sprecherin der Velero auf Anfrage.

Kaum Nachfrage nach Corona-bedingten Ratenzahlungen

Und auch die LEG mit ihrem restlichen Wohnungsbestand in Dorsten sieht keinen Grund zu klagen: „Wir haben kaum neue Anfrage nach Corona-bedingten Stundungen/Ratenzahlungen erhalten. Insgesamt haben weniger als ein Prozent unserer Mieter Mieten gestundet oder Ratenzahlungen beantragt“, so Unternehmenssprecher Nils Roschin.

Die LEG habe im Frühjahr und Sommer „aus Solidarität“ mit den Mietern für mehr als ein Vierteljahr die Mieterhöhungen ausgesetzt. „Für den Sommer des letzten Jahres geplante Mieterhöhungen wurden auf den Herbst 2020 verschoben.“ Ein dauerhafter Stopp jeglicher Mietzahlungen war aber nicht vorgesehen, sagt Roschin auch.

In Dorsten lebt man so günstig wie im Sauerland

DWG und Velero nannten auf Anfrage Preise für die Kaltmieten in ihren Wohnungsbeständen und untermalten mit ihren Angaben die Annahme von „Immowelt“, dass die Mieten in Dorsten ebenso günstig wie im Sauerland sind: „Die Nettomietpreise der DWG-Bestände belaufen sich auf 3,42 Euro/Quadratmeter bis 8,50 Euro/Quadratmeter. Im Mikrostandort Wulfen-Barkenberg wird eine Netto-Miete zwischen 3,83 Euro bis 4,67 Euro/Quadratmeter erhoben“, so Markus Funk, Geschäftsführer der DWG. Mietanpassungen nehme die DWG im freifinanzierten Bereich anhand des aktuellen Mietspiegels oder im öffentlich geförderten Wohnungsbereich (283 Wohneinheiten) durch Anpassung der Wirtschaftlichkeitsberechnung vor. Die DWG hat in Dorsten insgesamt 819 Wohnungen.

Velero bewegt sich im mittleren Mietpreissegment

Auch die Velero mit ihren 1.200 Wohnungen in Barkenberg bewegt sich mit ihren Mietpreisforderungen im deutlich mittleren Bereich der Durchschnittsmieten in Dorsten: „Aktuell werden die Wohnungen in Barkenberg je nach Finanzierungsart (freifinanziert oder geförderter Wohnraum), Lage im Objekt und Wohnungsgröße mit Nettokaltmieten zwischen 3,80 Euro/Quadratmeter und 6,35 Euro/Quadratmeter angeboten und vermietet“, so Anke Sostmann. Bei den modernisierten Wohnungen richte sich die Miete nach der Lage im Wohnungskomplex und der Wohnungsgröße.

Trotz der moderaten Mieten geraten einige Mieter aus unterschiedlichen Gründen in Zahlungsschwierigkeiten. Bevor sie obdachlos werden, gibt es in Dorsten Mittel und Wege, das zu verhindern. So wird in Barkenberg etwa die Wohnraumberatung in der Barkenberger Allee 8 angeboten. In der Siedlungsvereinbarung haben ansässige Wohnungsgesellschaften unterschrieben, die Beratungsstelle mit Zuschüssen aufrecht zu erhalten.

Die Stadt sagt dazu: „Insbesondere die Stabilisierung der bestehenden Mietverhältnisse, eine geringe Räumungsquote, ein Rückgang von Darlehensbewilligungen zum Wohnraumerhalt, die Festigung nachbarschaftlicher Verhältnisse sowie die Stabilisierung von Familien sind als Ergebnisse der Arbeit der Beratungsstelle zum erheblichen Nutzen aller Beteiligten festzuhalten.“

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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