Beim Stadtteil-Rundgang durch Barkenberg vor Ausbruch der Corona-Pandemie wurde das Projekt "Nachbarschaft Dimker Wiese" angesprochen. Hansjürgen Rosenkranz (r.) erläuterte das Projekt im Beisein von Rudolf Haller (l.) und Christian Gruber anhand einer Planungsskizze. © Guido Bludau
Genossenschaftliches Wohnen

Wohnprojekt auf der Dimker Wiese: Hier ist Platz für Familienhäuser

Acht einzelne Personen oder Paare sind entschlossen, ihren Wohntraum auf der Dimker Wiese zu verwirklichen. Allein: Es fehlen noch weitere Mitstreiter. Vor allem junge Familien.

Das klang im März verheißungsvoll: Der Verein Nachbarschaft Dimker Wiese freute sich nach einem öffentlichen Aufruf, dass sich fünf junge Familien seinem genossenschaftlichen Wohnprojekt anschließen wollen. Das war ganz im Sinn der Pioniere, die in Wulfen-Barkenberg ein Projekt für Jung und Alt unter verschiedenen Dächern, aber doch in unmittelbarer Nachbarschaft und zu Füßen der Schwarzen Finnstadt planen.

Zu Füßen der Schwarzen Finnstadt soll das neue Wohnprojekt Nachbarschaft Dimker Wiese auf der grünen Wiese wachsen.
Zu Füßen der Schwarzen Finnstadt soll das neue Wohnprojekt Nachbarschaft Dimker Wiese auf der grünen Wiese wachsen. © Guido Bludau © Guido Bludau

„Leider sind die jungen Leute wieder abgesprungen“, sagt Hansjürgen Rosenkranz vom Vorstand des Vereins. Gleichwohl wird die Initiative im Sommer ihren Bauantrag für das neue Wohnen in Barkenberg einreichen. Denn die erste Siedler möchten 2023 in ihre barrierefreien Wohnungen einziehen.

Überzeugt vom Konzept des genossenschaftlichen Wohnens

In Wulfen-Barkenberg machen ältere Hauseigentümer vor, was in ganz Dorsten noch nicht so weit verbreitet ist: Für den dritten Lebensabschnitt suchen Bürger barrierefreie Wohnungen, die zwar wie ihre Häuser im Grünen eingebettet sind, aber doch nicht mehr so viel Arbeit machen und so viel Aufmerksamkeit brauchen wie ein ganzes Haus.

Rudolf Haller hat sich aus diesem Grund dem Verein Nachbarschaft Dimker Wiese angeschlossen. Vom Konzept des genossenschaftlichen Wohnens im lieb gewonnenen Ortsteil Barkenberg ist er überzeugt.

Der Verein Dimker Wiese hat beschlossen, dieses Projekt als Genossenschaft zu entwickeln, wobei jeder Mitbewohner einen Eigenanteil zu den Baukosten beitragen wird.

„Wir haben ein großes Haus mit großem Garten in Wulfen-Barkenberg. Da wir aber gerne mit dem Wohnmobil unterwegs sind und demnächst noch mehr Zeit haben für Reisen, brauchen wir unser Haus nicht mehr. Und auch nicht den Garten“, so Haller in einem früheren Gespräch. Die Motivation, vom Haus in eine Wohnung umzusiedeln, sind bei den anderen, jetzt schon zum Umzug entschlossenen Weggefährten, ähnlich. „Auch wir freuen uns auf unsere neue Wohnung“, so Hansjürgen Rosenkranz.

Viele kennen genossenschaftliche Wohnidee nicht

Rosenkranz hat im Gespräch mit Anrufern festgestellt, dass die Ideen genossenschaftlichen Wohnens nicht allzu vielen Menschen vertraut ist. „Interessenten, die sich bei uns gemeldet haben, haben hohen Informationsbedarf“, so Rosenkranz. Bei Interesse gibt der Verein gerne Auskunft. In Haltern gibt es bereits ein genossenschaftliches Wohnmodell, nach dessen Vorbild die Dorstener zu Werke gehen wollen. Das Wohnhaus trägt die Handschrift eines Wulfener Architekten. Mit ihm hat sich der Verein Dimker Wiese ebenfalls zusammengetan.

Geplant sind Wohnungen auf zwei bis drei Etagen eines ringförmig angelegten Gebäudekomplexes. Die Wohnungsgrößen liegen zwischen 50 und 110 Quadratmetern. Für bauwillige Familien sieht das Projekt separate Einfamilienhäuser oder Reihenhäuser vor. Interessenten können Kontakt zur Nachbarschaft Dimker Wiese über die Website www.nachbarschaftdimkerwiese.com aufnehmen.

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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