Wohnungslosenhilfe ist immer auch Armenhilfe

Ihren Jahresbericht 2008 hat jetzt die Beratungsstelle für Menschen mit sozialen Schwierigkeiten in Dorsten vorgelegt. Demnach suchten im letzten Jahr 232 Personen die Einrichtung in der Trägerschaft des Evangelischen Gemeindeverbandes auf, 20 Personen mehr als im Vorjahr.

von Dorstener Zeitung

, 19.03.2009, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Aufteilung der Gesamtzahl in Männer und Frauen der letzten fünf Jahre zeigt eine deutliche Zunahme von Frauen in der Beratung. In den letzten drei Jahren sogar ein konstanter Anteil von 26 Prozent, das ist ein Viertel aller Gesamtauftritte. Von 61 Frauen kamen 2008 44 zum ersten Mal in die Beratungsstelle. Auffällig in der Arbeit mit Frauen sei eine zeitlich relativ kurze Beratungsphase, so der Bericht. Frauen scheinen gezielt bestimmte Angebote der Einrichtung zu nutzen, eher zu der Annahme von weiteren Fachdiensten bereit zu sein oder versuchen, ihre Probleme selbständig zu lösen. Die Altersgruppe der Personen bis 27 Jahren ist im Vergleich zum Vorjahr angestiegen, immer mehr junge Erwachsene suchen die Einrichtung auf. Nach wie vor sind die 30- bis 39-Jährigen und die 40- bis 49-Jährigen die personenstärksten Gruppen. Auffallend ist die Zunahme bei den über 50-Jährigen im Vergleich zum Vorjahr.Wohnungslosenhilfe, so der Bericht, sei Armenhilfe. Zwei Drittel der betreuten Personen lebe mit dem Existenzminimum und dies dauerhaft.  

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Alg. II-Empfänger um 22 Personen angestiegen. Über einen „Ein-Euro-Job“ konnten 24 Personen und acht Personen mit einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis ihre Alg. II-Bezüge aufbessern. Von der Sozialhilfe lebten mit neun Menschen mehr als doppelt so viele als im Vorjahr.Die Auswirkungen von Hartz IV hätten auch im vierten Jahr nach ihren Inkrafttreten weder an politischer Brisanz noch am Arbeitsauftrag der Beratungsstelle verloren.

In keinem Vergleich zur Not und Armut von arbeitslosen Menschen stünden die ernormen Einkommen und Abfindungen anderer Personengruppen in Deutschland. „Folgen der wirtschaftlichen Misere werden aller Voraussicht nach weitere Arbeitslose sein und damit verbunden ein Anstieg derjenigen, die mit dem Existenzminimum auskommen müssen“, ziehen die Verfasser des Berichts Bilanz.. ►Positiv: Aus Mitteln der Kirchenkollekte konnte ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis für ein Jahr geschaffen werden. Seit Herbst 2008 ist diese Stelle, mit drei Stunden wöchentlich, mit einem Betreuten besetzt.www.kirchenkreis.org

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