Wütender Schläger hetzte seinen Dobermann auf die Kontrahenten

WULFEN "So einer dürfte in Barkenberg gar nicht mehr rumlaufen." Das dachte ein Zeuge über den Angeklagten, und mit dieser Meinung stand er wohl nicht ganz allein da.

von Von Andre Förster

, 19.03.2009, 18:05 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Angeklagte, ein 47-jähriger Hartz-IV-Empfänger, hatte sich am Donnerstag vor dem Schöffengericht wegen Körperverletzung mit gefährlichen Werkzeugen in zwei Fällen zu verantworten.

Im Juni 2008 war er vor einem Kiosk in Wulfen-Barkenberg mit drei alkoholisierten Männern in einen Streit geraten. Bei ihm selbst stellte die Polizei einen Blutalkoholwert von 2,3 Promille fest. "Wir wollten eigentlich keinen Ärger", so ein 36-jähriger arbeitsloser Zeuge. Jedoch habe der Angeklagte einfach nicht gehen wollen und die Männer mit Pfefferspray angegriffen. Überdies habe der Dobermann des gebürtigen Witteners nach dessen Kommando "Fass!" die drei Männer angegriffen.

Handfeste Auseinandersetzung

Dies sah der Angeklagte indes ganz anders: "Die drei kamen ganz plötzlich auf mich zu. Da musste ich mich doch verteidigen." Auch im zweiten verhandelten Fall sah sich der angeklagte Barkenberger im Recht. Hier war es im Hausflur eines Wohnhauses zu einer handfesten Auseinandersetzung mit Schlagstöcken und Gummiknüppeln gekommen, nachdem der Hartz-IV-Empfänger - erneut alkoholisiert - mit einer Eisenstange gegen den Balkon seiner Nachbarin geschlagen hatte: "Die hat immer rumgeschrien und laut Musik gehört. Irgendwann wurde mir das zu viel."

Ex-Freund kam mit Gummiknüppel

Nach den Schlägen gegen das Mauerwerk hatte die Nachbarin, eine 35-jährige Bäckereifachverkäuferin, ihren Ex-Freund zur Hilfe gerufen, der sogleich mit seinem eigenen Gummiknüppel anrückte. "Der Angeklagte hätte ja auch meine Ex-Freundin oder meinen Sohn angreifen können", so die Erklärung des 54-jährigen Gärtners, der angab, von dem Angeklagten Schläge auf den Kopf bekommen zu haben.

Für Richterin Regine Heinz stellte sich die Beweislage noch nicht eindeutig genug dar, so dass sie am Donnerstag kein Urteil fällte. Die Richterin will nun mehr Polizeibeamte zu den einzelnen Sachverhalten anhören und vertagte die Verhandlung auf den 2. April.

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