Wulfen denkt an das Vermächtnis der Tragödie

Gedenken an die Bombardierung

Dort, wo vor 70 Jahren 22 Wulfener, die Opfer des Bombenangriffs, vergraben wurden, veranstaltete der Heimatverein Wulfen am Sonntag eine bewegende Gedenkveranstaltung. Die lang vergangene Tragödie wurde auf dem Wulfener Friedhof wieder präsent.

WULFEN

, 22.03.2015, 17:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wulfen denkt an das Vermächtnis der Tragödie

Am 25. März 1945 wurden 22 Opfer der drei Tage zuvor stattfindenden Bombenkatastrophe auf dem ebenfalls von Bomben getroffenen und verwüsteten Friedhof in Wulfen gemeinschaftlich in einem als Grab dienenden Bombentrichter beigesetzt. 70 Jahre später, am Jahrestag der Bombardierung, gab es an diesem Gemeinschaftsgrab am Kottendorfer Feld gestern eine ökumenische Gedenkfeier. 

Der Heimatverein Wulfen hatte die Gedenkveranstaltung geplant, Vorsitzender Johannes Krümpel bedankte sich für die „große Resonanz“, die Unterstützung vom Wulfener Männergesangsverein und der Bläsergruppe der Gesamtschule Wulfen, die die Gedenkfeier musikalisch begleiteten.

 

Bedrückendes Geläut

Die über 100 Wulfener, die den Weg vom vorausgegangenen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Matthäus zum Friedhof gefunden hatten, klatschten anerkennend.

Dann wurde es nachdenklich. „Das Glockengeläut um 10.10 Uhr heute Morgen war nicht das fröhliche wie sonst, es war bedrückend“, sagte Pfarrerin Anke Leuning. Um 10.10 Uhr begann vor 70 Jahren der Angriff auf das Dorf, ein Bombenteppich legte sich nieder. Auf einmal war die lang vergangene Tragödie präsent, ganz präsent.

„Es macht Mut, dass sich vor allem auch Schüler mit der Geschichte beschäftigen und sich mit ihr auseinandersetzten“, sagte Leuning. Einige junge Mitglieder aus der Bläsergruppe lasen die Namen der Opfer vom 22. März 1945 vor. Das Alter der verstorbenen Menschen: zwischen acht Monaten und 68 Jahren.

 

"Frieden sei dieser Welt beschieden"

Der Männergesangsverein sang „Frieden sei dieser Welt beschieden“. Pfarrerin Anke Leuning, die zusammen mit Pfarrer Martin Peters die Andacht hielt, erinnerte sich an ihre Kindheit, in der sie das erste Mal mit der Geschichte konfrontiert wurde und sich wünschte, dass das Vermächtnis dieser Tragödie sei, dass es – besonders von deutschem Boden aus – nie wieder Krieg gebe.

So passte das Thema des Gedenktages: „Erinnern für die Zukunft“. Und die Teilnehmer an der Gedenkfeier auf dem Wulfener Friedhof zeigten, dass die Vergangenheit nicht vergessen ist. 

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