Wulfener Markt bleibt Ladenhüter

Zähe Verhandlungen

Die Ladenpassage am Wulfener Markt steht seit einem Jahr unter vorläufiger Insolvenzverwaltung der Rechtsanwaltskanzlei Kreplin Düsseldorf. Sie sucht einen Investor für den "Medico Fonds Nummer 18". Das ist der Anleger-Fonds-Name, unter dem der Wulfener Markt firmiert. Denn der Medico-Fonds ist pleite.

Dorsten

, 01.04.2016, 06:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gähnender Leerstand in der imposanten Ladenzeile am Wulfener Markt.

Gähnender Leerstand in der imposanten Ladenzeile am Wulfener Markt.

Drei potenzielle Interessenten könnten sich trotz des heruntergekommenen Zustandes der Immobilie vorstellen, das Gebäude mit den leerstehenden Ladenlokalen und darüber liegenden Wohnungen zu kaufen, sagte Rechtsanwalt Georg Kreplin auf Anfrage.

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Zur Erinnerung: Im März 2015 wurde die vorläufige Insolvenz des Medico-Immobilienfonds gerichtsbekannt. In der drohenden Pleite sahen sowohl die Stadt Dorsten als auch kaufwillige Investoren eine Chance, dem Wulfener Markt neues Leben einzuhauchen. Doch seit einem Jahr ist keine nennenswerte Bewegung im Tauziehen um Optionen, um den Preis, um Abriss und Neubau am Wulfener Markt erkennbar.

Stadt war nicht involviert

Georg Kreplin erklärte, dass die Stadt Dorsten „keine Bereitschaft gezeigt“ habe, einem möglichen Investor entgegenzukommen. Für die Stadt sagt der stellvertretende Pressesprecher Ludger Böhne dazu: „Die Stadt war in die Verkaufsverhandlungen bislang nicht involviert. Insofern wissen wir über den Inhalt der Gespräche zwischen Investoren und dem Insolvenzverwalter nichts. Wir kennen auch keine Preisangebote.“ Hinsichtlich der künftigen Nutzung seien der Stadt bislang keine Pläne vorgestellt worden. „Es hat lediglich Nachfragen gegeben, was an dieser Stelle möglich sei, ein Interessent habe gesprächsweise eine „gehobene Wohnbebauung“ genannt. Die Stadt selbst habe wegen bestehender Leerstände ihre Bedenken gegen Einzelhandel und sozialen Wohnungsbau formuliert.

Als bevorrechtigter Gläubiger wolle die Stadt, so Böhne weiter, keinesfalls auf Forderungen verzichten. Ein Verzicht würde alle anderen Grundsteuerzahler in Dorsten benachteiligen, profitieren würden von einer solchen Regelung auch nicht die Gläubiger, sondern die Banken, sagt Böhne. Im Übrigen gelte: „Bei langfristigen Leerständen gibt es einen gesetzlich geregelten Anspruch auf ‚teilweisen Grundsteuererlass‘.“

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