Wulfener Markt: SPD drängt die Stadt, Schrottimmobilien zu kaufen

mlzWulfener Markt und Habiflex

Neu ist der Gedanke nicht. Aber jetzt macht die SPD Druck. Sie will, dass die Schrottimmobilien Wulfener Markt und Habiflex verschwinden. Und Platz machen für einen Universitätscampus.

Wulfen-Barkenberg

, 04.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Anliegerin des seit zwölf Jahren unbewohnten und heruntergekommenen Habiflex-Gebäudes an der Jägerstraße in Wulfen-Barkenberg war am Mittwoch zufällig zugegen, als die SPD Wulfen mit Swen Coralic und Jan Kolloczek sowie dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Friedhelm Fragemann zum Schlag gegen die Barkenberger Schandflecke Habiflex und Wulfener Markt ausholte.

„Habiflex muss endlich abgerissen werden“, sagt die Frau. Ständig trieben sich Unbekannte auf dem Grundstück herum. Letztens habe es dort plötzlich gebrannt: „Ich habe mir Sorgen gemacht, weil der Flüssiggastank für unsere Häuser dort steht“, so die Frau. Die Feuerwehr habe sie aber beschwichtigt und gesagt, dass keine Gefahr drohe.

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Die SPD Wulfen macht Druck, „damit etwas geschieht“. Auch wenn ein potenzieller Investor für den Wulfener Markt bereitsteht und mit der Stadt Gespräche über die Weiterentwicklung führt, „haben wir einen Plan 1a, den die Stadt umsetzen sollte“, sagt Fraktionsvorsitzender Friedhelm Fragemann.

Ein studentischer Campus auf dem Wulfener Markt

„Wir fordern den Erwerb, Abriss und die Neugestaltung des Wulfener Marktes durch die Stadt. Die Verwaltung wird beauftragt, Szenarien aufzuzeigen, ob und inwieweit durch den Kauf seitens der Stadt oder einer städtischen Gesellschaft eine konstruktive Lösung zur Neuentwicklung des Wulfener Marktes herbeigeführt werden kann“, so Fragemann weiter.

Die SPD Wulfen will, dass die Stadt die Schrottimmobilien in Barkenberg erwirbt: SPD-Fraktionsvorsitzender Friedhelm Fragemann, Jan Kolloczek und Swen Coralic haben vor dem Habiflex an der Jägerstraße Position bezogen.

© Claudia Engel

Die Revitalisierung des Wulfener Marktes könne Platz machen für gänzlich neue Ideen und dafür sorgen, „dass junge Menschen den überalteten Ortsteil beleben“, wie Elsbeth Kolloczek sagt. Swen Coralic stellt eine Bürgeridee vor: „Auf einem Teil der Fläche könnte nach dem Vorbild von Kamp-Lintfort ein akademischer Campus entstehen.“

Chemiepark Marl und Industriepark Große Heide

Studentisches Leben in Wulfens Mitte? „Das würde funktionieren, der Chemiepark Marl liegt unmittelbar vor der Haustür, ein Gewerbegebiet Große Heide Wulfen wird gerade entwickelt“, sind sich die Genossen einig. Viele Studierende blieben in der Region, so Coralic „und helfen dabei, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Ein Campus in Wulfen hätte Signal - und Sogwirkung“.

Coralic und Fragemann schlagen einen Gestaltungsbeirat vor, in dem Bürger, Verwaltung und Politiker gemeinsam Ideen für die Nutzung der freiwerdenden Flächen Wulfener Markt und Habiflex entwickeln.

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Keine Illusionen haben Fragemann und Coralic darüber, wie die Kollegen im Rat der Stadt Dorsten auf einen derartigen SPD-Antrag reagieren könnten. Und doch wollen sie ihre „Campus-Lösung“ nicht einfach fallen lassen: „Die Stadt sollte handeln, da das Ergebnis der Wiederaufnahme der Zwangsversteigerung Wulfener Markt ungewiss ist.“

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