Wulfener Musikwoche steht in diesem Jahr unter dem Motto „Götterfunken“

Wulfener Musikwoche

„Götterfunken“ heißt das Motto der 26. Wulfener Musikwoche. Wen das an die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven erinnert, der liegt richtig - auch wenn kein Werk von ihm aufgeführt wird.

von Sabine Bornemann

Wulfen-Barkenberg

, 04.03.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Unter dem Motto „Götterfunken" steht die 26. Wulfener Musikwoche vom 1. bis 8. August im Gemeinschaftshaus Wulfen: Das Programm wurde erläutert (v.l.) von dem musikalischen Leiter Wolfgang Endrös, der Vorsitzenden des organisierenden Vereins Sabine Bornemann und Kulturamtschefin Sabine Podlaha.

Unter dem Motto „Götterfunken" steht die 26. Wulfener Musikwoche vom 1. bis 8. August im Gemeinschaftshaus Wulfen: Das Programm wurde erläutert (v.l.) von dem musikalischen Leiter Wolfgang Endrös, der Vorsitzenden des organisierenden Vereins Sabine Bornemann und Kulturamtschefin Sabine Podlaha. © Anke Klapsing-Reich

Die Wulfener Musikwoche wird vom 1. bis zum 8. August 2020 im Gemeinschaftshaus Wulfen aufgeführt. Musikinteressierte können sich ab sofort für diese „Chorakademie“ anmelden.

„Ode an die Freude“ als Examensarbeit

Aber warum wird trotz des Themas kein Beethoven-Werk einstudiert? Der Text von Friedrich Schiller, der der Beethoven-Sinfonie zugrunde liegt, wurde nämlich noch von einem anderen großen Meister vertont: Kein Geringerer als Peter Tschaikovskij schrieb 40 Jahre nach der Uraufführung von Beethovens „Neunter“ seine Kantate „Ode an die Freude“ als Examensarbeit am St. Petersburger Konservatorium. So entstand ein klangvolles und inspiriertes Werk für Solisten, Chor und Orchester mit mystisch-sakraler Atmosphäre und echt russischer Seele.

Tiefe Depressionen und Selbstzweifel bei Peter Tschaikovskij

Als allerdings eine öffentliche Aufführung abgelehnt wurde – unter anderem mit dem Argument, dass man sich ja nicht mit Beethoven messen könne – verfiel der 25-jährige Tschaikovskij in tiefe Depressionen und Selbstzweifel, die dazu führten, dass er seine Kantate nie veröffentlichte. So gehört sie bis heute zu den fast unbekannten Schätzen der russischen Musik. In Deutschland wurde das Werk bisher erst ein einziges Mal aufgeführt.

Göttliche Visionen zeigen sich auch in den übrigen Werken des Programms. „Das ewige Evangelium“ des tschechischen Komponisten Leoš Janáček beschreibt die Vision eines Zeitalters des Heiligen Geistes, in dem die Menschen in Frieden zusammenleben. Beide Stücke werden von allen Mitwirkenden in deutscher Sprache gesungen. Der „Kleine Chor“ übt zwei russisch-orthodoxe, liturgische Gesänge von Georgi Sviridov und Dimitri Bortnjanskij in kirchenslawischer Sprache ein. Es sind aber nur ganz kurze Texte, die sich mehrfach wiederholen.

Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg wirkt mit

Als Orchester wirkt wieder die Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg mit. Sie interpretiert das Vorspiel und die Gralserzählung aus der Oper „Lohengrin“ von Richard Wagner mit dem Solo-Tenor Jeffrey Dowd. Richard Wagner war ein glühender Verehrer Beethovens. In der „Neunten“ sah er das Urbild eines ideologischen Gesamtkunstwerks, wie er es selbst in seinen Opern anstrebte. Wagners Oper „Lohengrin“ erzählt von der Entsendung eines göttlichen Ritters, der unerkannt den Menschen Hilfe bringen soll. Im Abschlusskonzert am 8. August um 20 Uhr im Gemeinschaftshaus sind als weitere Solisten auch Stefanie Rodriguez (Sopran), Rebecca Engel (Alt) und Harald Martini (Bariton) zu hören.

Weitere ausführliche Informationen zur Chorwerkstatt und die Möglichkeit zur Online-Anmeldung bietet ab sofort die Homepage www.wulfener-musikwoche.de .

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