Wutausraster im Drogenrausch - Zwangstherapie soll Dorstener helfen

mlzLandgericht Essen

Ein Mann aus Dorsten sorgt monatelang für Angst. Jetzt haben ihn die Richter erst mal aus dem Verkehr gezogen. Er gilt als schuldunfähig.

Dorsten/ Essen

, 16.11.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Nach einer Serie von Wutausrastern ist ein 36-jähriger Mann aus Dorsten in eine geschlossene Therapie-Einrichtung eingewiesen worden. Der Angeklagte soll eine Spur der Verwüstung hinterlassen und für große Angst gesorgt haben.

Hintergrund der Taten war laut Urteil des Essener Landgerichts die Drogenabhängigkeit des ehemaligen Tierpflegers aus Holsterhausen. Ohne professionelle Behandlung im Rahmen einer Zwangstherapie, so sind sich die Richter sicher, bestehe die akute Gefahr weiterer Ausraster. Eine klassische Bestrafung des 36-Jährigen kam nicht in Betracht. Der Dorstener gilt als schuldunfähig.

Polizist bespuckt, Sparkasse verwüstet

Im Prozess war gleich eine Vielzahl von angsteinflößenden Übergriffen zur Sprache gekommen. So soll der 36-Jährige von seinem Balkon auf die Terrasse eines Nachbarn geklettert, dort eine Glastür eingetreten und mit Steinen geworfen haben. Ein Polizist wurde bespuckt, der Vorraum der Sparkassenfiliale am Hellweg in Hervest komplett verwüstet.

„Ich war fuchsteufelswild“, hatte der Dorstener dazu erklärt. Im Prozess war er allerdings wie ausgewechselt: freundlich und voller Reue. Seinen Nachbarn will er übrigens nur attackiert haben, weil der eine Leiter an seinem Balkon weggeräumt habe. „Ich hatte meinen Schlüssel verloren“. Die Leiter sei der einzige Zugang zu seiner Wohnung gewesen.

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