Animes eröffnen Dorstener Youtuber Andreas Heimann neue Welten

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Der Dorstener Youtuber Andreas Heimann hat eine besondere Leidenschaft entwickelt. Er ist ein Freund von Animes geworden. Die haben sein Herz erobert.

Dorsten

, 20.08.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu den größten Missverständnissen gehört, Animes mit westlichen Cartoons gleichzusetzen und somit ausschließlich für Kinderserien zu halten“, erklärt Andreas Heimann.

Während Pokémon sich zwar bekanntermaßen an Kinder richtet, gibt es sowohl für Teenager als auch für Erwachsene je nach Genre Serien, die beispielsweise psychologische Schwerpunkte, Drama oder Liebesgeschichten beinhalten – nur eben animiert. Von Roboter-Action bis zu Erzählungen aus dem Zweiten Weltkrieg findet man unter den japanischen Zeichentrickfilmen etwas zu jedem Genre.

Theoretisch sollte es deswegen nicht einmal allzu seltsam sein, wenn jemand – wie bei westlichen, nicht-animierten Serien – Gefallen an einem Anime findet, sobald man sich nicht von Animationen und Kulturdifferenzen abschrecken lässt. Doch um als „Otaku“ zu gelten, gehört mehr dazu. Denn ein „Otaku“ mag nicht nur ein paar Serien, sondern brennt für diese und die japanische Kultur.

Das Wort „Otaku“ setzt sich aus dem japanischen „O“ (Höflichkeitsform) und „Taku“ (Haus) zusammen. Die Bedeutung dieser Konstellation ist nicht gerade schmeichelnd: Sie soll Menschen beschreiben, die so vernarrt in ihr Hobby, etwa Anime-Serien, sind, dass sie gar nicht mehr aus dem Haus kommen wollen und sich dementsprechend von der Gesellschaft abkapseln. Andreas und seine Freunde verwenden diese Ausdrücke selbstironisch: „Wir nehmen uns selbst nicht so ernst.“

Er gesteht, dass die Otaku-Community auch ein Grund sei, warum es überhaupt so viele Vorurteile gegenüber Animes gibt, was aber das Medium nicht schlechter mache. Seine Leidenschaft begann vor drei Jahren in der Berufsschule. Einige Freunde hatten ihm mehrere Serien empfohlen, die ihn süchtig machten.

„Ich mag auch Serien wie ‚Breaking Bad‘, doch der Unterschied war, dass ich noch nie so sehr mit den Charakteren mitfühlen konnte wie mit Anime-Charakteren, die ihre Emotionen weniger zurückhalten“ sagt der 21-Jährige.

Animes eröffnen Dorstener Youtuber Andreas Heimann neue Welten

Mit 450 Abonnenten verdient er mit YouTube noch kein Geld, doch der Spaß motiviert ihn. © privat

Beim Zuschauen lernte er vieles über die japanische Kultur, was ihn zusätzlich faszinierte. Mittlerweile guckt er mindestens eine Folge am Tag - ein Tag ohne Animes fällt ihm schwer. Auch andere Interessen ergaben sich dadurch: Wie das Cosplayen, bei dem man sich als seine Lieblingsfigur verkleidet.

Dieses Interesse sei noch recht neu, doch mit seinen Freunden könne er sich über solche Themen austauschen und neue Kontakte knüpfen, meint Heimann – einfach, indem er mit ihnen zu speziellen Anime-Messen oder zum Japan-Tag nach Düsselfdorf fährt.

Früher fiel es ihm schwer, Fremde anzusprechen

Früher fiel es Andreas schwer, Fremd anzusprechen. Bei den Messen hätte er dieses Problem jedoch nicht mehr: „Hier weiß man schon im Voraus, welche Interessen man mit den Menschen teilt. Dadurch entsteht ein Zugehörigkeitsgefühl, wodurch man sich verstanden fühlt“, sagt Heimann

Er sei offener geworden.

Sein Youtube-Kanal macht ihn selbstbewusster

Mit elf Jahren habe Andreas Heimann bereits damit begonnen, Videos auf Youtube hochzuladen. Aktiv führt der 21-Jährige erst seit einem Jahr seinen Kanal, natürlich sind Animes sein Hauptthema. Hauptberuflich ist er Mediengestalter. Auch das macht ihm großen Spaß, doch mit Youtube kann er neben dem Programmieren und der visuellen Gestaltung noch eine Facetten seiner Kreativität ausleben: Hier moderiert er, schneidet Videos und schreibt Drehbücher für seine Videos. Bisher hat er 450 Abonnenten – Geld verdienen kann man erst ab 1000. Doch was für Andreas Heimann zählt, ist der Spaß. Denn er liebt die Anime-Community.

Animes eröffnen Dorstener Youtuber Andreas Heimann neue Welten

Durch Youtube kann Andreas seine Kreativität ausleben. © privat

Doch wer sich im Internet zeigt, muss nicht nur mit Lob oder konstruktiver Kritik, sondern auch mit Hasskommentaren rechnen. Dadurch eignet man sich ein dickes Fell an. „Normalerweise ignoriere ich sowas, doch manchmal kann ich mich auch nicht zurückhalten und antworte darauf“ , sagt Heimann

Bei der Frage, was er sich von Außenstehenden der Community wünsche, hat er eine konkrete Vorstellung: „Es wäre schön, wenn mehr Leute über den Tellerrand schauen könnten und sich auf mehr Dinge wie auch Menschen einlassen würden, statt alles sofort zu stigmatisieren oder auf etwas zu reduzieren.“

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