Zechenbahnbrücke Hervest: Baufirma wollte das Handtuch werfen wegen Dieben und Vandalen

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An der Zechenbahnbrücke Hervest läuft nichts, wie es soll: Die Baufirma, die die Stadt mit viel Glück und nach langer Suche mit der Sanierung beauftragen konnte, wollte das Handtuch werfen.

Dorsten, Hervest

, 08.02.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die ehemalige Zechenbahnbrücke zwischen Hervest (Wasserstraße) auf der einen Seite des Lippeufers und der Feldmark (Weg „Zur Lippe“) auf der anderen Seite des Ufers ist seit vier Jahren gesperrt. Das marode Bauwerk muss von Grund auf saniert werden, bevor es für Fußgänger und Radfahrer dies- und jenseits der Lippe wieder freigegeben werden kann. Wahrscheinlich wird das im Sommer der Fall sein.

Die Arbeiten sind jedenfalls im vollen Gange - und doch nicht. Denn Vandalen und Diebe haben die bauausführende Firma beinahe dazu gebracht, das Handtuch zu werfen und mit Diebstahl und Zerstörung ihrerseits für Verzögerungen gesorgt.

Polizei liegen diverse Anzeigen vor

Polizeisprecherin Ramona Hörst bestätigte am Donnerstag auf unsere Anfrage: „Ja, es hat Anzeigen wegen Sachbeschädigungen und Diebstählen gegeben.“ Auf eine genaue Zahl wollte sich die Polizeisprecherin nicht festnageln lassen: Das sei schwer nachzuhalten, weil sie unter verschiedenen Stichworten im Polizeisystem liefen.

Bürgermeister Tobias Stockhoff deutete die Verzweiflung der Handwerker über die ungebetenen Baustellenbesucher in der jüngsten Hervest-Stadtteilkonferenz am Mittwochabend im Begegnungszentrum Leo an. „Die Firma war drauf und dran, die Brocken hinzuwerfen“, sagte Stockhoff. Wiederholt seien Container aufgebrochen und Werkzeuge geklaut worden. Hinzu gesellten sich Vandalismusschäden. Nun aber sei doch Land in Sicht.

Zechenbahnbrücke Hervest: Baufirma wollte das Handtuch werfen wegen Dieben und Vandalen

Gut besucht war die 31. Hervestkonferenz am Mittwochabend im Leo. © Claudia Engel

Auf einen konkreten Übergabetermin wollte sich Stockhoff aber nicht einlassen. Das halte er für unglücklich, meinte er mit Hinweis auf die Bismarckstraße, die schon lange fertig war, bevor ein Übergabetermin mit den Kreisverantwortlichen endlich stattfand. Das habe den Unmut der Bürger provoziert, den man bei der Zechenbahnbrücke vermeiden wolle.

Im Sommer wird es ein Brückenfest geben

Auf jeden Fall wollen die Hervester auf der einen Seite und die Feldmärker auf der anderen Seite des Bauwerkes ein Brückenfest im Sommer veranstalten. Darauf einigten sich die Teilnehmer der Konferenz und machten Vorschläge, welche Vereine, Einzelpersonen oder Gruppen für Musik, Essen und Kinderunterhaltung sorgen können.

„Dann machen wir es, wenn die Brücke wirklich fertig ist, auch wenn dann schon Leute drübergelaufen oder gefahren sind“ - so verständigten sich die Hervester Konferenzteilnehmer mit Tobias Stockhoff.

Zechenbahnbrücke Hervest: Baufirma wollte das Handtuch werfen wegen Dieben und Vandalen

Ein Glas mit himmelblauer Farbe überreichte Winfried Witteberg an Bürgermeister Stockhoff: Er möge das Geschenk als Wink an die Open Grid übergeben. © Claudia Engel

Winfried Witteberg, aufmerksamer Beobachter der Fortschritte an der Zechenbahnbrücke, überreichte Tobias Stockhoff noch ein Einmachglas mit himmelblauer Farbe, das er doch bitteschön an Open Grid übergeben solle.

Die Brückenkonstruktion wurde komplett himmelblau angestrichen, nur die Enden der Open-Grid-Gasrohrleitung auf der Brücke nicht. Für den Anstrich der Rohrleitungen ist Open Grid verantwortlich, nicht die Stadt. So überstrahlt das Himmelblau das gammlig gewordene Grün der Leitungsenden - das gefällt nicht jedem.

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