Zeitungsbote ist voller Dankbarkeit für Hilfe

Treffen mit Bürgermeister

Kein böses Wort kommt ihm über die Lippen. Über seinen Peiniger will er am liebsten gar nicht reden. Werner Schimion ist einfach nur dankbar. Dankbar für die Unterstützung, für die tröstenden Worte, die er bekommen hat nach dieser schrecklichen Nacht im März.

Dorsten

, 12.06.2014, 17:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Dorstener, der Werner Schimion (r., hier mit dem damaligen Bürgermeister Lambert Lütkenhorst)  brutal verletzte, muss sich demnächst wegen versuchten Mordes verantworten.

Der Dorstener, der Werner Schimion (r., hier mit dem damaligen Bürgermeister Lambert Lütkenhorst) brutal verletzte, muss sich demnächst wegen versuchten Mordes verantworten.

Fast drei Monate ist es her, dass der Zusteller der Dorstener Zeitung in Holsterhausen brutal überfallen wurde. "Mir geht es von Woche zu Woche ein bisschen besser", sagt der 73-Jährige jetzt. Darüber freut sich auch einer, der ihn damals am liebsten im Krankenhaus besucht hätte, aber das erlaubten die Ärzte nicht. In dieser Woche haben sie sich endlich kennengelernt, Werner Schimion und Lambert Lütkenhorst. Das Treffen hatte sich der Bürgermeister ausdrücklich gewünscht, denn "ich war damals wirklich geschockt".

"Das tut man nicht"

Werner Schimion schilderte noch einmal die Minuten, als er von einem 17-jährigen Autodieb auf der Olbergstraße niedergeschlagen wurde. Lütkenhorst, der in der Nachbarschaft wohnt, war Stunden später am Tatort vorbeigefahren. Als er wenig später wusste, was passiert war, empörte sich Lütkenhorst sogleich: "So etwas tut man nicht!"

Der Überfall auf Werner Schimion hat den Bürgermeister wütend gemacht - und sehr nachdenklich. "Ich höre häufig, dass in unserer Stadt Grenzen überschritten werden. Gewalt, Kriminalität, Müll - gerade junge Leute halten sich leider immer öfter nicht an Regeln."

Viel Unterstützung bekommen

Werner Schimion interessiert das weniger derzeit. Er ist froh, dass seine Genesung voranschreitet und dass er in der schweren Zeit so viel Zuwendung erfahren hat: Die Schwester aus Gladbeck hat sich rührend um ihn gekümmert, Schwägerin und Schwager haben ihm einen guten Rechtsanwalt besorgt. Bekannte, Freunde und Nachbarn haben für ihn eingekauft, gekocht, geputzt. "Ich habe so viel Hilfe erfahren, jetzt will ich wissen: Wie kann ich anderen helfen?"

Das ist typisch für Werner Schimion. Genauso wie die Tatsache, dass er ab August wieder Zeitungen austragen möchte. "Ich brauche doch eine Aufgabe", sagt der 73-Jährige im Brustton der Überzeugung. "Und ein bisschen Bewegung nachts tut mir auch ganz gut."

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