101 Geflüchtete haben vorübergehend ein Zuhause im alten Petrinum

mlzZentrale Unterbringung

101 Geflüchtete leben zurzeit im alten Petrinum an der Bochumer Straße. Entgegen anders lautender Gerüchte soll das Zusammenleben der verschiedenen Nationalitäten aber gut funktionieren.

Dorsten

, 04.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für 250 Menschen ist das alte Petrinum als Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) des Landes umgebaut worden. Aber nur 101 Geflüchtete leben zurzeit unter einem Dach. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Obergrenze gekappt. Maximal 142 Personen sollen dort gleichzeitig wohnen dürfen, hieß es auf unsere Anfrage bei der Bezirksregierung in Münster.

Entgegen anders lautender Gerüchte klappe das Zusammenleben aber, sagt ein Behördensprecher. „Das Zusammenleben funktioniert grundsätzlich gut. Männer, Frauen und Familien sind in separaten Wohnbereichen untergebracht“, so die Information aus Münster.

Familien und alleinstehende Männer und Frauen

Die Hausbewohner, 48 Männer, 16 Frauen und 37 Personen aus Familien, leben in verschiedenen Trakten der alten Schule. Struktur in den Alltag bringt das Team des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). Es kümmert sich um alle Belange der Geflüchteten, sorgt aber auch für Freizeitangebote: „Die Mahlzeiten werden in der Kantine eingenommen. Erwachsene haben die Möglichkeit, an Arbeitsgelegenheiten teilzunehmen. Sie organisieren den Waschsalon, unterstützen bei der Grünpflege, übernehmen Dolmetschertätigkeiten oder ähnliches“, sagt ein Sprecher der Bezirksregierung in Münster. Und: „Der Betreuungsverband bietet außerdem Tagesaktivitäten an. Für die Frauen gibt es beispielsweise ein Frauencafé, die Männer spielen Fußball und in der Kita können die Kinder spielen.“

Wegen des Corona-Lockdowns waren die kommunalen Zuweisungen von Geflüchteten ausgesetzt worden. Seit Juni gingen die Behörden dann wieder zum Alltag über, allerdings werden die Menschen erst dann einer ZUE wie an der Bochumer Straße zugeteilt, wenn sie zuvor auf Corona getestet worden sind. Wegen der Pandemie hat sich laut Auskunft der Bezirksregierung Münster die Verweildauer in der ZUE verlängert.

Verweildauer richtet sich nach dem Ausgang des Asylverfahrens

Die Verweildauer der Bewohnerinnen und Bewohner in der ZUE richtet sich individuell nach dem Ausgang des Asylverfahrens. Im Einzelfall kann diese, gemäß den Vorgaben des Landes NRW, bis zu zwei Jahre betragen. Die Durchschnitts-Bearbeitungszeit lag Mitte 2020 laut Informationen des ZDF bei 6,5 Monaten.

In der Hauptsache sind in der ZUE in Dorsten Menschen aus Syrien untergebracht. Türkei, Iran und Irak folgen. Neben dem Nahen Osten sind etliche Geflüchtete aus afrikanischen Ländern im Haus. Aserbeidschan und Sri Lanka sind mit jeweils einem Geflüchteten ebenfalls vertreten.

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