Zittern für Deutschland

KIRCHHELLEN Es war nicht schön, aber es ist vollbracht. Deutschland steht im Viertelfinale. Am Montagabend zitterten rund 100 Zuschauer beim Public Viewing im Café Carlo mit der Nationalelf mit.

von Von Yvonne Dziabel

, 17.06.2008, 17:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Trikots, Schals, Mützen und sogar schwarz-rot-goldene Perücken hatten die Fans dabei. Pünktlich zum Anpfiff wurde es dann fast beängstigend still auf dem Johann-Breuker-Platz. Gebannt verfolgten die Zuschauer das Spiel und in der vierten Minuten gab es bereits die ersten Aufreger durch den versemmelten Schuss von Gomez.

"Ist der denn nur blind?" "Was sollte das denn werden?" "Hoffentlich wird das noch besser." So die Reaktionen aus dem Publikum. Doch bevor es besser wurde, mussten sich die Fans noch gedulden. Kopf schütteln war an der Tagesordnung, denn die Leistung der Nationalelf ließ zu wünschen übrig. "Ich mag gar nicht mehr hinsehen", sagte eine weibliche Zuschauerin, meinte dies aber anscheinend doch nicht ganz so ernst, denn nach einigen Sekunden mit geschlossenen Augen, starrte sie doch wieder auf die Leinwand. "Die kriegen ja nicht mal einen Doppelpass hin."

Lieber an die Theke

Zur Pause schien sich die Fußballlust eher in Frust verwandelt zu haben. Enttäuscht von der schlechten Leistung ihrer Mannschaft, die wenig erwärmende Momente gezeigt hatte, verzogen sich einige Zuschauer lieber an die Theke und tranken ihr Bier dort. Doch viele blieben draußen, auch wenn die Temperaturen gesunken waren und die Fans sich mit allerlei Tricks versuchten warm zu halten.

In der 49. Minute war es dann endlich soweit. Das 0:1 durch Ballacks Freistoß. Jubelnd rissen die Zuschauer die Hände in die Höhe und umarmten sich gegenseitig. "Na endlich", schallte es über den Breuker-Platz. Doch die Anspannung bei den Fans blieb bis zur letzten Minute. "Was machen die denn jetzt schon wieder? Ausruhen könnt ihr euch zuhause", lautete der Vorwurf an die Spieler. "Kann der Schieri jetzt nicht einfach abpfeifen?"

Mächtig steigern gegen Portugal

Doch der Unparteiische tat dem Publikum den Gefallen nicht und so mussten die Zuschauer bis zum Schluss aushalten, bevor die Anspannung wegfiel und alle in erleichterte Jubelrufe ausbrachen. "Das war nichts für meine Nerven", erklärte ein Zuschauer, der sich am Ende sogar die Augen zugehalten hatte. "Und gegen Portugal müssen wir uns mächtig steigern, sonst wird das das letzte Public Viewing mit unserer Mannschaft für die nächsten zwei Jahre."

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