Die Jugendlichen kokelten mit Kartons und Papier. Zum Glück ging das Feuer nicht auf das Holz über. © Privat
Angriff

Zündelei: Mutige Zeugin wird von Jugendlichen bespuckt und beworfen

Eine Frau aus Dorsten ist geschockt: Mit einer Freundin wies sie drei mit Feuer zündelnde Jugendliche am hölzernen Stadtkrone-Kunstwerk in die Schranken - und wurde von diesen attackiert.

Andrea Borbeck (Name von der Redaktion geändert) ist totaler Fan des Bürgerparks Maria Lindenhof. Die Dorstenerin besucht fast jedes Konzert in der „Oude Marie“ im Amphitheater, ist auch bei vielen anderen Veranstaltungen zugegen. „Wir können froh sein, dass es bei uns so etwas gibt“, sagte sie.

Doch das Erlebnis, das sie kürzlich oben auf der Stadtkrone hatte, „das hat mich sehr geschockt“, erklärt sie. Denn Andrea Borbeck und eine Freundin wurden auf dem Plateau in dem großen hölzernen Kunstwerk von drei Jugendlichen nicht nur beschimpft und beleidigt.

„Mir wurden dreckige Bierdosen gegen den Kopf geworfen und ich wurde von hinten bespuckt“, sagt sie. Und das nur, weil sie Zivilcourage gezeigt und die jungen Leute aufgefordert hatte, das Feuer zu löschen, das diese mit Papier und Kartons entfacht hatten.

Das Ganze passierte am 12. September (Sonntag). Mit ihrer Bekannten wollte sich die Dorstenerin das Shakespeare-Open-Air-Stück anschauen. Um bis dahin die Mittagszeit zu überbrücken, setzen sich die beiden Dorstenerinnen oben an der Stadtkrone auf die Wellenliege mit Blick auf den Kanal.

Die drei Jugendlichen saßen den beiden Frauen im Rücken. „Irgendwann haben wir Qualm gerochen und dann gemerkt, dass die richtig zündelten. Gott sei Dank ist nichts auf das Holz-Kunstwerk übergegangen.“

Das Stadtkrone-Bauwerk hat sich zum Wahrzeichen entwickelt, zieht aber hin und wieder ungebetene Gäste an.
Das Stadtkrone-Bauwerk hat sich zum Wahrzeichen entwickelt, zieht aber hin und wieder ungebetene Gäste an. © Stefan Diebäcker (A) © Stefan Diebäcker (A)

Die Freundin von Andrea Borbeck forderte die jungen Leute auf, das Feuer auszutreten. „Das haben sie schließlich gemacht, uns aber vorher mit wüsten Worten beschimpft.“ Erkennen konnten sie Jugendlichen nicht, „weil sich alles in unserem Rücken abgespielt hat“. Auch auf dem Foto, das die Frauen vorher oben gemacht haben, sind sie undeutlich zu sehen. Mit schwarzen Rädern sei das Trio schließlich den Abhang hinunter geflüchtet.

Eine Zeugin bot sich an, den Fall gegenüber der Polizei zu bestätigen. „Am nächsten Tag sind wie zur Wache gegangen und haben Anzeige erstattet, wegen Corona ist das Spucken sogar eine Straftat“, sagt Andrea Borbeck. „Aber die wird man wohl nicht kriegen.“

Die Stadt erklärte, dass der Kommunale Ordnungsdienst weiterhin den Bürgerpark bestreift und auch die Stadtkrone. „Wenn ein solcher Fall passiert, möglichst sofort zur Polizei gehen“, hieß es.

Andrea Borbeck will trotz ihres Erlebnisses weiterhin den Bürgerpark besuchen – und vielleicht auch wieder an der Stadtkrone Platz nehmen. „Natürlich gibt es da oben hin und wieder aggressive Köpfe, aber die meisten sitzen da ganz friedlich.“

Regelmäßig gesäubert

Stadt, Dorstener Arbeit und Bürgerparkverein sorgen übrigens regelmäßig dafür, dass der von Besuchern an der Stadtkrone liegen gebliebene Unrat und auch Graffiti wieder entfernt werden und sich das Kunstwerk bis auf ein paar Macken im Holz und kleineren Schmierereien in einem vernünftigen Zustand befindet.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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