Zum Holocaust-Gedenktag erinnert ein Theaterstück im Gymnasium Petrinum an die Gräuel

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Kaum vorstellbar ist es, was Juden während des Holocausts erlebten. Im Gymnasium Petrinum wurde ein Theaterstück aufgeführt, das eine besondere Geschichte erzählt.

Dorsten

, 27.01.2020, 17:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz ist 75 Jahre her. Viele der wenigen Überlebenden sind mittlerweile ebenfalls verstorben.

Das Kulturamt hatte zusammen mit dem Gymnasium Petrinum „Das Kind von Noah“ von der „rimon productions“ aus Köln nach Dorsten geholt. Seit einigen Jahren ist es Tradition, dass das Amt für Kultur und Weiterbildung der Stadt Dorsten gemeinsam mit Schulen Veranstaltungen zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar organisiert.

Die drei Schauspieler traten am Montagvormittag vor rund 200 Schülern aus den Jahrgangsstufen 7 und 8 des Gymnasiums Petrinum auf.

Geschichte des jüdischen Jungen Josef

„Das Kind von Noah“ nach Eric Emmanuel Schmitt und in der Bearbeitung von Britta Shulamit Jakobi beschäftigt sich mit dem Thema der Shoah in einer persönlichen Auseinandersetzung. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive des jüdischen Jungen Josef aus Belgien.

Er muss seine Welt in Zeiten der Judenverfolgung verlassen und in eine ihm fremde und unbekannte Welt flüchten. Auf seiner Reise durch die beängstigende Zeit trifft der Junge viele Menschen, die ihr Leben aufs Spiel setzen, um ihn und andere jüdische Kinder zu retten.

Die drei Schauspieler traten am Montagvormittag vor rund 200 Schülern des Gymnasiums Petrinum aus den Jahrgangsstufen 7 und 8 auf.

Die drei Schauspieler traten am Montagvormittag vor rund 200 Schülern des Gymnasiums Petrinum aus den Jahrgangsstufen 7 und 8 auf. © Laura Schulz-Gahmen

Der Junge kommt in ein Internat, das von einem christlichen Pater geleitet wird. Durch ihn wird ihm bewusst, warum ihm das alles passiert. Pater Bims wird zu seiner Bezugsperson. Zusammen stellen sie sich Fragen und Gedanken im Zusammenhang mit Identität und Verfolgung sowie den Gefühlen Angst und Hilflosigkeit während des Naziregimes.

Emotional berührend wird von den drei Schauspielern die Geschichte des kleinen Jungen erzählt, der sich mit seiner Herkunft auseinandersetzt und mit dem möglicherweise bevorstehenden Tod durch die Gestapo.

„Noah, das bist von jetzt an du“

Während seiner Zeit im Internat durchreisen die beiden sowohl die jüdische Lehre als auch die christliche. Sie lesen in der Thora und in der Bibel. Pater Bims erzählt die Geschichte von Noah und dass dieser von jeder Tierart ein Paar vor der Flut rettete. „Er tat dies aus Achtung vor dem Existierenden“, erklärt der Pater dem Jungen.

Als Josef zum Schluss des Stückes vor einer Entscheidung steht, sagt Pater Bims zu seinem Schützling: „Noah, das bist von jetzt an du.“

Anschließende Gesprächsrunde mit Bürgermeister

Im Anschluss an das Theaterstück fand eine Gesprächsrunde mit den Schülern, Schauspielern und Bürgermeister Tobias Stockhoff statt. Im Gespräch fragte Tobias Stockhoff die Schüler, an welchen Stellen im Theaterstück sich Menschen für den Jungen eingesetzt haben, obwohl es für sie mit einem hohen Risiko verbunden war. Er erklärte, dass man sich auch heute noch für andere einsetzen könne, beispielsweise, wenn es um das Thema Mobbing gehe.

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Der Bürgermeister erinnerte auch an die verstorbene Ehrenbürgerin Johanna Eichmann. Sie war Jüdin und hat bei den Ursulinen Zuflucht gesucht. Ihren Namen änderte sie später bei Eintritt in den Orden von Ruth in Johanna. Auch der Junge im Theaterstück musste sich neu erfinden.

Zum Holocaust-Gedenktag erinnert das Jüdische Museum in Form eines Filmabends an die Opfer. Gezeigt wird am Montagabend, 27. Januar, um 19.30 Uhr „Die Köchin des Kommandanten. Zwei Wege nach Auschwitz“. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte zweier Menschen, die sich aus ihrer Jugend kennen und sich im Konzentrationslager auf unterschiedlichen Seiten wiedertreffen.

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