Coronavirus: Zwei Dorstener in Rumänien auf der „Roten Liste“

mlzCoronavirus

Es sollte nur ein kurzer Trip nach Rumänien werden, um sich über Hilfsprojekte zu informieren. Doch dann suchten zwei bekannte Dorstener wegen der Corona-Panik selbst nach Hilfe.

Dorsten

, 11.03.2020, 20:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Altbürgermeister Lambert Lütkenhorst und der ehemalige Vorsitzende der Altstadt-Kaufleute, Thomas Hein, sind am vergangenen Sonntag (8. März) nach Rumänien geflogen. Doch der Rückflug am folgenden Mittwoch wurde storniert. Die Umstände und die Folgen bezeichneten die beiden Dorstener in einem Telefonat als „abenteuerlich“.

Rückflug wurde kurzfristig storniert

Lütkenhorst, Vorsitzender des Vereins Transsilvania, hatte seinen Freund eingeladen, sich einige Hilfsprojekte im rumänischen Rupea anzuschauen, die der Dorstener Verein initiiert hat und seit vielen Jahren unterstützt. Am Mittwoch um 14.10 Uhr war der Rückflug von Timisoara nach Dortmund geplant, doch dazu kam es nicht.

„Die Maschine aus Dortmund landete planmäßig“, berichtete Lütkenhorst am Nachmittag. „Die Passagiere wurden sofort abgefangen und angewiesen, sich unverzüglich und für 14 Tage in häusliche Quarantäne zu begeben.“ In dem Flugzeug befand sich auch ein befreundetes Ehepaar des Altbürgermeisters, deshalb bekam er Informationen aus erster Hand.

Deutschland und NRW auf der Roten Liste

Lütkenhorst und Hein wollten mit demselben Flugzeug zurück nach Deutschland reisen, doch der Flug wurde kurzfristig storniert. Die beiden Dorstener und mehr als 100 weitere Passagiere saßen fest. „Es hieß, Deutschland und vor allem Nordrhein-Westfalen seien auf der Roten Liste. Kein Flugzeug aus Rumänien würde derzeit dorthin fliegen“, berichtete Lütkenhorst.

Allerdings: Weder das Gesundheitsamt in Dortmund noch der dortige Flughafen wissen von einer solchen Anordnung. Das haben die beiden Dorstener von Enkel und Ehefrau erfahren, die in der Heimat die Telefondrähte glühen ließen, um nähere Informationen zu bekommen.

Mit dem Auto machten sich Lambert Lütkenhorst und Thomas Hein auf den Heimweg - fast 23 Stunden beträgt die reine Fahrzeit von Rupea nach Dorsten..

Mit dem Auto machten sich Lambert Lütkenhorst und Thomas Hein auf den Heimweg - fast 23 Stunden beträgt die reine Fahrzeit von Rupea nach Dorsten.. © privat

1900 Kilometer mit dem Auto

Weil es ihnen zu unsicher war, in den nächsten Tagen und über Umwege in die Heimat zu fliegen, ließ Lütkenhorst am Mittwochnachmittag seine Kontakte in Rupea spielen. Über die Dorstener Firma RMC Schürholz, die dort eine Niederlassung hat, organisierte er ein Auto, mit dem sich die Dorstener auf den Weg in die Heimat machten: 1900 Kilometer. Voraussichtliche Fahrzeit: fast 23 Stunden.

„Wir werden hoffentlich über die Grenze gelassen“, sagte Thomas Hein vor der Abfahrt. Nach einer Zwischenübernachtung wären Lütkenhorst und er vermutlich am Donnerstagabend wieder in Dorsten. Wenn alles gut geht. Das Auto soll nächste Woche mit einem Hilfstransport wieder nach Rumänien gebracht werden.

Lesen Sie jetzt