Zweieinhalb Jahre Haft für Kokaingeschäfte

Prozess am Amtsgericht

Zweieinhalb Jahre ohne Bewährung - allerdings räumte das Gericht die Möglichkeit ein, dass der Dorstener einen Teil der Strafe mit einer stationären Drogentherapie begleichen kann. So lautete das Urteil am Mittwoch gegen einen 29-jährigen Deutsch-Libanesen.

Dorsten

, 23.08.2017, 16:46 Uhr / Lesedauer: 1 min

Den „schwunghaften Handel“ mit Kokain, von dem die Staatsanwältin in der Anklageverlesung gesprochen hatte, wies der Angeklagte jedoch von sich. „Das war kein Supermarkt, ich habe doch nicht an Hans und Franz geliefert“, erklärte der 29-Jährige: „Sondern das Zeug nur an meine besten Freunde verkauft.“ Und den Rest habe er laut seiner Aussage für den Eigenkonsum selbst weggeschnupft.

Reinen Tisch gemacht

Der Dorstener musste sich vor dem Schöffengericht verantworten. Die Polizei hatte in seiner Wohnung 40 Gramm Kokain gefunden. Der 29-Jährige machte anschließend reinen Tisch. Er gestand der Polizei (und wiederholte dies auch vor Gericht), den weißen Stoff als Kommisionsware aus Venlo bezogen zu haben.

Zweimal hatte der 29-Jährige selbst das Koks dort von seinem holländischen Dealer abgeholt und im Zug nach Dorsten transportiert. Einmal hatte ihm sein Verkäufer die Drogen nach Barkenberg geliefert. „Jeweils 50 Gramm, jeweils für 3000 Euro“, sagte er aus. Ein Drittel bis die Hälfte des Kokains habe er wegen seiner Drogensucht selbst benötigt, den Rest an Abnehmer weiterveräußert: „In Tütchen mit 0,7 Gramm Inhalt, immer für 70 Euro“, so der Angeklagte, der nach Angaben seines Verteidigers „komplett verschuldet ist und vor der Privatinsolvenz steht“.

Aufbrausendes Wesen

Doch nicht nur wegen der Drogengeschäfte war der Dorstener angeklagt worden. Auch sein aufbrausendes Wesen brachte ihm Anzeigen bei der Polizei ein. „Er reagiert oft über“, schilderte seine Bewährungshelferin. Und das besonders häufig gegenüber seiner Ex-Lebensgefährtin und Mutter der gemeinsamen Tochter. Die hatte er nämlich einmal geschlagen, mehrfach bedroht und übel beleidigt. Sein Verteidiger allerdings führte aus, die Ex habe in „unzähligen Situationen“ ihre Launen am Angeklagten ausgelassen und ihn immer wieder provoziert. Zudem gestand der Angeklagte, in einer Wulfener Spielhalle einen Bekannten geschlagen zu haben. Grund: Das Opfer habe ihm vorher 50 Euro aus dem Portemonnaie gestohlen, „obwohl ich ihn bei mir habe übernachten lassen“.

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