Das kleine Ladenlokal in der Kleinen Beurhausstraße wird zukünftig der Ort für die interdisziplinären Veranstaltungen und Kulturformate sein. © Frappanz
„Frappanz“ an der Möllerbrücke

Das Klinikviertel hat einen neuen Mini-Kulturort

Es ist Dortmunds wohl kleinster Kulturort: Auf nicht einmal 20 Quadratmeter bringt es das „Frappanz“ im Klinikviertel. Das junge Kreativ-Kollektiv dahinter hat viel vor mit dem Mini-Ladenlokal.

Ein Ort, der Kultur erlebbar macht und der als Ort für Kommunikation mehrere Funktionen verbindet: So ist das “Frappanz”, das am Samstag (22.8.) eröffnet hat, eine Mischung aus Ausstellungs- und Projektraum und Labor.

Dabei stellt der Name “Frappanz”, abgeleitet von “verblüffend” oder “überraschend anders”, die Kernidee des Raums dar. Denn es geht um kulturelle Freiheiten, Kreativität, Netzwerkarbeit und eine Macher-Mentalität.

Mehr als nur eine Galerie

“Das Vermitteln von Kultur ist uns wichtig, nicht nur das künstlerische Arbeiten”, so Sarah Hübscher. Sie ist Teil des Frappanz-Kollektivs, das sehr interdisziplinär aufgestellt ist: Es umfasst Künstler, Fotografen, Grafik- und Ojektdesigner, Filmer bis zu Kunst- und Kulturwissenschaftler.

“Wir möchten mehr sein als nur ein Galeriebetrieb”, so Kollektiv-Mitglied Lisa Fischer. Sie hat den Raum im Rahmen ihres Studiums des Objekt- und Raumdesign als Arbeit umgesetzt.

So sieht das Konzept vor, die Kommunikation und Netzwerkarbeit in den Mittelpunkt zu stellen und den entstandenen Ideen eine Art Bühne zur Umsetzung zu geben. Dabei hat das Ladenlokal lediglich eine Größe von knapp 20 Quadratmetern.

Sehr außergewöhnliches Raumkonzept

Doch durch das einzigartige Raumkonzept ergibt sich eine Mini-Multifunktionalität. So können die Sitzhocker auch als Regal genutzt, Tische ineinandergeschoben, die toten Ecken als Podeste genutzt werden. Sogar das Schaufenster kann bespielt werden.

Das Modell von Lisa Fischer zeigt die objektbezogene Konzeption des Frappanz-Raums und zeigt zugleich die Maße des Ladenlokals © Frappanz © Frappanz

“Wir wollen bei den Zielgruppen keine ausschließen und setzen einen besonderen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit”, erklärt Hübscher. Hierbei sollen Kunst und Wissenschaft verbunden und zugleich sichtbar gemacht werden. Geplant sind Ausstellungen, Projektpräsentationen, Workshops, Gesprächskreise und Lesungen.

Ein kreativer Ort und Raum für alle

“Das Frappanz ist gleichzeitig eine Ideenschmiede und eine Art kreativer Möglichmacher-Raum”, hält Fischer fest. So wird zukünftig der interdisziplinäre Ansatz weiter ausgebaut und das Kollektiv wünscht sich, dass das kreative Netzwerk um Frappanz wächst – oder sich Interessierte gleich dem Trägerverein „Frappanz e.V.“ anschließen.

Den ersten Workshop mit dem Titel “Radikale Empathie im Prozess” gibt es am 5. und 6. September, jeweils um 11 Uhr: Hier sollen nach Angaben des Kollektivs durch performative Mittel und emphatische Experimente die Grenzen zu einer möglichen Radikalität hinterfragt werden. Es werden Methoden und Strategien entwickelt, um unsere Einzigartigkeit zu validieren.

Weitere Infos und Veranstaltungen: Frappanz, Hüttemannstr. 60, Eingang über Kleine Beurhausstr. 5-7/ info@frappanz.de, www.frappanz.de

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Seit Februar 2007 bin ich als freier Redakteur mit der Kolumne "quer gehört" für die Bereiche Musik/ Nightlife/ Kultur/ Creativ Industries bei den Ruhr Nachrichten aktiv. Parallel arbeite ich als freier Journalist für verschiedene Magazine, Gastronomie-Führer, als freier Fotograf und als Autor und Werbe-Texter.
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