Karl Elias Seemann zeigt die Stärken und Schwächen des großen Spielplatzes im Westpark. © Kevin Kindel
Spielplatz-Check

Dortmunder Ausflugsziel mit dreistöckigen Spieltürmen im Video-Check

Manche Spielplätze in Dortmund sind so beliebt, dass Familien extra aus anderen Städten für einen Besuch herfahren. Heute im Check: eine bekannte City-nahe Anlage mit hohen Türmen im Grünen.

Das Dortmunder U ist zwischen den Bäumen zu sehen, Fußgängerzone und Hauptbahnhof sind nur wenige Gehminuten entfernt. Dafür, dass er so zentral liegt, ist der Westpark schon eine Art innerstädtische Oase. An warmen Tagen ist hier sowieso viel los, aber auch sonst ist praktisch immer irgendjemand am großen Spielplatz zwischen den beiden Biergärten zu sehen.

An einem sonnigen Frühlingstag läuft der Erstklässler Karl Elias Seemann vormittags über die Brücken zwischen den Spieltürmen. Er kennt sich gut aus und zeigt unserem Reporter für den Spielplatz-Check alles, was ihm an der Anlage gefällt und was sich seiner Meinung nach gerne verändern könnte.

Westpark, Eingang Rittershausstraße, geplant für Kleinkinder bis Jugendliche (etwa 14 Jahre)

Vielfalt und Zustand der Spielgeräte:

Der Hauptteil des Spielplatzes besteht aus einem großen Komplex mit vielen verschiedenen Kletter-Elementen, Brücken und Tunneln. In der Mitte ist aus Seilen ein großes Spinnennetz geknüpft. „Oh, hier bloß nicht zwischengreifen“, sagt Karl beim Überqueren: „Da ist es kaputt.“ Eine Seilverbindung ist gerissen, das lose Ende ist entfernt, aber nicht ersetzt worden. An einer anderen Stelle ist ein Seil, auf dem man sonst balancieren konnte, offenbar ganz abmontiert worden.

Mit einer schwarzen Plastikkappe ist das gerissene Ende eines Seils in diesem Spinnennetz abgedeckt.
Mit einer schwarzen Plastikkappe ist das gerissene Ende eines Seils in diesem Spinnennetz in der Bildmitte abgedeckt. Ersetzt ist die Verbindung bislang aber nicht. © Karl Seemann © Karl Seemann

Die Anforderungen an die Kinder schwanken auf diesem Spielplatz. Es gibt einige Durchgänge, bei denen sich der Siebenjährige schon sehr kleinmachen muss. An anderen Stellen bräuchte er aber noch längere Beine für große Schritte. Einen Spielplatz für kleinere Kinder gibt es übrigens in der Nähe des Park-Ausgangs an der Möllerbrücke.

Karl gefällt die Röhrenrutsche besonders gut. Um Mängel wie lockere Schrauben zu finden, muss er schon ganz genau hinsehen. Alles macht einen sehr stabilen Eindruck, nur ganz vereinzelt fallen Dinge auf, wo eine Wartung mal wieder nötig wäre. Karls Mutter Jacqueline hat überhaupt keine Sicherheitsbedenken, wenn sie ihren Sohn klettern lässt.

Sauberkeit:

Die große Rutsche hat schon lange keinen Lappen mehr gesehen. Das Wetter hat grüne und braune Spuren hinterlassen, außerdem sind einige kleine Graffiti und Filzstift-Schmierereien zu sehen. „Die Schriften sollte man alle mal wegmachen“, findet Karl. Sie sehen einfach nicht schön aus. Dass teilweise ziemlich vulgäre Begriffe zu lesen sind, sprechen wir nicht an.

Die Röhrenrutsche könnte mal ein Date mit einem Hochdruckreiniger vertragen. Das Wetter und selbsternannte Sprayer haben Spuren hinterlassen.
Die Röhrenrutsche könnte mal ein Date mit einem Hochdruckreiniger vertragen. Das Wetter und selbsternannte Sprayer haben Spuren hinterlassen. © Kevin Kindel © Kevin Kindel

Wer genau hinguckt, sieht im Sand vereinzelt kleine Verpackungen, manchmal liegen hier auch Zigarettenstummel oder eine Bierflasche, erzählt Stammgast Karl. Vermüllt wirkt die Anlage an diesem Montagvormittag aber überhaupt nicht.

Sicherheit der Kinder:

Die Rittershausstraße ist etwa 20 Meter entfernt, der Park-Eingang ist weit geöffnet – es handelt sich aber um einen „verkehrsberuhigten Bereich“, auch Spielstraße genannt.

Die obersten Etagen des Klettergerüstes sind so gebaut, dass man wirklich nicht herunterfallen kann. Das sieht an dem Spinnennetz mit dem fehlenden Seil schon anders aus. Dies ist aber die einzige sicherheitsrelevante Stelle, die uns auffällt.

Barrierefreiheit und Sitzgelegenheiten:

Das große Klettergerüst und die Schaukeln befinden sich in großen Sandkästen. Gepflasterte Wege drum herum lassen Kinderwagen und Rollstühle recht nah an die Geräte, aber eben nicht ganz herankommen. Felsblöcke sind aufgestellt, auf denen sich Erwachsene niederlassen können. Auch ein paar Bänke stehen in der Nähe. Der weitläufige Park sorgt für viel Platz, um Abstand zu anderen Familien zu halten.

Anfahrt:

Unsere Check-Familie wohnt in Witten – früher hat Karls Mutter in der Nachbarschaft des Spielplatzes gewohnt. Jetzt kommt sie mit dem Auto her. Jede Menge Parkplätze gibt es rund um den Park, in Homeoffice-Zeiten sind aber auch viele von ihnen dauerhaft belegt.

Mittags sei die Suche eher kein Problem, später und vor allem bei richtig schönem Wetter, wenn die Wiesen voll sind, sei „Parkplatz-Lotto“ schon mal nötig, sagt die Mutter. Die Bahnhaltestellen Möllerbrücke (U42) und Unionstraße (U43/44) liegen beide etwa 400 Meter vom Spielplatz entfernt.

Läden oder Toiletten in der Nähe:

Am Rande des Westparks gibt es die Biergärten Café Erdmann und Biercafé West. Außerdem gibt es einen Kiosk an der Bahnhaltestelle Unionstraße und einen an der Nederhoffstraße. Ein Rewe-Markt befindet sich an der Möllerbrücke.

In Sichtweite des Spielplatzes steht außerdem ein Toilettenwagen – der öffnet aber erst um 15 Uhr. Hinter dem Café Erdmann gibt es aber auch eine neu installierte, feststehende öffentliche Toilette.

Ausflugstipps in der Umgebung:

Der U-Turm mit seinen Museen ist innerhalb weniger Gehminuten erreichbar. In den vergangenen Jahren hat es beim „Sommer am U“ zum Beispiel auch Freiluft-Konzerte gegeben, die schon nachmittags angefangen haben.

Fazit:

Wir fragen Karl, wie viele von fünf Punkten er der Anlage gibt – und die Antwort ist eindeutig: „Tausend! Der Spielplatz ist cool.“ Einen halben Punkt würden wir aber doch abziehen, weil nicht alle Geräte durch die fehlenden Seile vollständig sind. Der eigentlich sehr kritische Tester sagt aber selbst: „Das waren eher Kleinigkeiten.“

Spielplatz-Check

Wie gut sind Dortmunds Vorzeige-Spielplätze? Und an welchen Stellen muss sich dringend etwas tun? In den kommenden Wochen begutachten wir im Rahmen einer Serie zusammen mit Dortmunder Familien einige der mehr als 300 Spielplätze der Stadt.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
Zur Autorenseite
Kevin Kindel

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.