Familiensache: Vater Antonio Novelli und seine Söhne Raffaele und Pasquale (v.l.) haben das Bistro „Dolci Momenti“ an der Märkischen Straße eröffnet. © Enrico Calabrese
„Dolci Momenti“

Familie aus Neapel eröffnet Spezialitäten-Bistro in Dortmund

Ein neues Bistro bringt süditalienische Spezialitäten nach Dortmund. Betrieben wird das „Dolci Momenti“ von einer Familie aus Neapel. Die Eröffnung in der Corona-Krise hat nicht nur Nachteile.

An der Märkischen Straße 36 geht es seit Kurzem neapolitanisch zu: Dort eröffnete am Samstag (23.1.) das Feinkost-Geschäft „Dolci Momenti“. Die Betreiber – die Familie Novelli aus Neapel – bieten dort ab sofort süditalienische Spezialitäten und Snacks to go an.

In das Bistro in der Märkischen Straße 36 darf aufgrund der aktuellen Corona-Bestimmungen nur ein Gast auf einmal zur Bestellung und Abholung eintreten. „Meistens erklären wir dann noch kurz, was was ist, da viele Sachen noch unbekannt sind“, erzählt Enrico Calabrese, ein Freund der Familie, der den Dortmunder Neu-Gastronomen beim Start ihres Geschäfts hilft.

„Cornetti di Pieni“, neapolitanische Panini, Antipasti

Das mit dem Erklären stellt sich bei einem Besuch jedoch etwas schwierig heraus: Die Familie kann noch nicht so gut deutsch. Doch ein großes Problem ist das nicht, denn die Gastfreundschaft überzeugt schon jetzt – genauso wie die neapolitanischen Panini, die es dort gibt: gefühlte 15 Zentimeter helles, würziges Brot doppelt und dreifach belegt mit süditalienischer Mortadella. Gleichzeitig wird begeistert die ganze Familie vorgestellt.

Dolci Momenti hat in Dortmund eröffnet.
Neben Frühstücksspezialitäten gibt es auch Wein, Kaffee und Antipasti to go. © Sophie Conrad © Sophie Conrad

Zu den Spezialitäten gehören außerdem Frühstücksspeisen wie „Cornetti di pieni“, also gefüllte Hörnchen. Beliebt sei das in Italien mit Kinderschokolade, Raffaelo oder ähnlichem. Auch das steht schon bereit. Da gibt es dann auch gerne einen Espresso oder Cappuccino zu.

Für den Regelbetrieb sei auch ein Frühstücksbuffet geplant, erzählt Raffaele Novelli mit großer Gestik. „Täglich frische und abwechslungsreiche Spezialitäten wie aus Italien“ sollen hier angeboten werden, so die Inhaber.

Ab mittags gibt es dann die Paninis oder auch Backwaren. Man wolle auch Brot für zu Hause verkaufen. Eine feste Karte gibt es im „Dolci Momenti“ nicht. Abends stehen Antipasti auf dem Programm – und natürlich auch Wein. Aktuell allerdings nur in der Flasche zum Mitnehmen, nach dem Lockdown soll sich das aber ändern.

„In der Krise ergeben sich Chancen“

Trotz Corona-Lockdown und Beschränkungen, die einen zweifeln lassen, ob eine Eröffnung nicht vielleicht zu riskant erscheint, sind die Inhaber positiv gestimmt.

„In der Krise ergeben sich Chancen, haben wir gedacht“, so Enrico Calabrese. Raffaele Novelli habe bereits in einem Café in Dortmund gearbeitet. Es sei sein Lebenstraum gewesen, ein eigenes Bistro zu führen, so Calabrese. „Dann kam sein Vater aus Italien noch dazu und gemeinsam haben sie den Plan umgesetzt.“

Dortmund, Lockdown, Corona, Italiener
Nach dem Lockdown soll hier wöchentlich ein Frühstücksbuffet angeboten werden. © Sophie Conrad © Sophie Conrad

Während der Krise zu eröffnen habe auch Vorteile, die Miete sei zum Beispiel günstiger gewesen. Die Gerichte „zum Mitnehmen“ anzubieten, sei sowieso geplant gewesen, und auch ein Lieferservice soll noch kommen, erzählt Enrico Calabrese.

Positive Bilanz für die Umstände

Die Resonanz sei bisher gut gewesen, sagt Calabrese. Und tatsächlich: Während unseres Besuchs betreten immer wieder Passanten neugierig das Geschäft.

Momentan laufe alles noch über Mundpropaganda, aber für die Situation und die Umstände sei die erste Bilanz der Familie positiv. Calabrese ist sich aber sicher: „Ohne Corona wäre es natürlich noch anders gelaufen.“

Das Unternehmen wurde gegründet von Raffaele Novelli (Mitte), mit seinem Vater Antonio Novelli (links) und seinem Bruder Pasquale Novelli. © Enrico Calabrese © Enrico Calabrese

Pläne für die Zeit nach dem Lockdown gibt es bereits: „Wenn wir aber auch mit Beschränkungen öffnen dürfen, freuen wir uns, ein gutes Frühstück anbieten zu können“, sagt Calabrese. Bis dahin gebe es eben Feinkost für unterwegs.

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1999 in Dortmund geboren und aufgewachsen. Seit 2017 Medienwissenschafts- und Sowi-Studentin an der RUB. Nach zwei Jahren im Fernsehjournalismus, 2020 auch bei den Ruhr Nachrichten. Im Regionaljournalismus möchte ich über Geschehnisse und Menschen aus unmittelbarer Nähe berichten, so wie über das was sie und uns bewegt.
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