Der ehemalige Bahndamm zwischen Westfalenhütte und dem Phoenix-See,wird bis 2022 zum Radweg ausgebaut. Dabei kreuzt er mehrere Straßen, etwa die Straße im Defdahl. © Archivbild
Radverkehr

Hoesch-Hafenbahnweg: Fahrradfahrer sollen Vorfahrt vor Autos bekommen

Mit dem Hoesch-Hafenbahnweg bekommt Dortmund eine große neue Fahrradstrecke, die durch mehrere Stadtteile führt. Nun ging es in der Lokalpolitik um eine wichtige Frage: Wer hat künftig Vorfahrt?

Für rund 13,5 Millionen Euro entsteht zwischen dem Phoenix-See und Westfalenhütte bis Juni 2022 der Hoesch-Hafenbahn-Weg, auch bekannt als Gartenstadt-Radweg. An mehreren Stellen wird die Fahrradstrecke viel befahrene Straßen kreuzen.

Grüne und SPD in der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost fordern nun: An zwei entscheidenden Stellen sollen Radfahrer gegenüber Autos Vorrang haben. Die Stadtverwaltung wird in einem am Dienstag (4.5.) mehrheitlich in der Bezirksvertretung gefassten Beschluss aufgefordert, den Verkehr entsprechend durch ein Vorfahrtsschild zu regeln.

Im Defdahl und Am Zehnthof: Hier könnte sich etwas verändern

Es geht um die Querungen an den Straßen Im Defdahl und Am Zehnthof. Besonders die erstgenannte Parallelstraße zur B 1 in der nördlichen Gartenstadt steht dabei im Fokus.

„Schon jetzt beklagen sich hier viele Anwohner über Schleichverkehr, wenn auf der B1 Stau ist“, sagte SPD-Bezirksvertreter Heinz-Dieter Düdder am Dienstag bei der Sitzung in der Aula der Gesamtschule Gartenstadt.

Im Beschlussvorschlag der beiden größten Fraktionen in der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost heißt es: „Die Eingabe setzt gleichzeitig neue Prioritäten und fördert insgesamt einen langsameren, sicheren Kraftfahrzeugverkehrsfluss auf der Straße Im Defdahl, die sowieso als Tempo-30-Zone von zahlreichen Rechts-vor-Links-Regelungen gekennzeichnet ist.“

Ein Zebrastreifen etwa auf Höhe der Seitenstraßen Windmühlenweg und Plettenbergstraße könnte die Wirkung der Maßnahme noch verstärken.

CDU wollte andere Lösung: „Erscheint uns zu gefährlich.“

Die vorgeschlagene Vorfahrtsregelung sei darüber hinaus „nichts grundsätzlich Neues“ an der Straße Im Defdahl. Autos hätten auch schon warten müssen als die Bahntrasse, auf der der Radweg gebaut wird, noch in Betrieb war. Eine Vorfahrtsregelung für Radfahrer sei auch in der Bürgerbeteiligung des Projekts häufiger als Wunsch genannt worden.

Die CDU hatte einen eigenen Antrag in der Bezirksvertretungssitzung eingebracht, der abgelehnt wurde. Fraktionssprecherin Roswitha Decking-Hartleif plädierte für einen besseren Ausgleich mit den Interessen von Fußgängern und körperlich eingeschränkten Personen an den betreffenden Stellen. „Dort jetzt einen solchen Versuch zu starten, erscheint uns zu gefährlich“, sagte Decking-Hartleif.

Mit dem Beschluss des Stadtbezirksparlaments wird sich nun der Ausschuss für Mobilität, Infrastruktur und Grün befassen. Ob es wirklich so kommt, dass zum ersten Mal in dieser Deutlichkeit Radfahrer an einer Dortmunder Hauptverkehrsstraße Vorrang vor dem Autoverkehr haben, ist allerdings offen.

Verwaltung hat bisher die Ablehnung deutlich formuliert

SPD-Bezirksvertreter Heinz-Dieter Düdder sagt: „Wir setzen uns damit über die Meinung eines Teils der Verwaltung hinweg.“ Denn die Stadtverwaltung hatte bereits im vergangenen Jahr bei einer Anfrage zu dem Thema Bedenken geäußert, weil der Verkehr auf der Straße Im Defdahl dadurch ausgebremst würde.

Der Hoesch-Hafenbahnweg berührt nach Abschluss aller Bauphasen sechs Dortmunder Stadtbezirke. Es gab zuletzt bereits Diskussionen über Umweltschutzbelange bei den vorbereitenden Rodungen entlang der Strecke.

Die Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost verdeutlichte, welche Signalwirkung von dieser Fahrradstraße ausgeht. Denn sie war beileibe nicht das einzige Radverkehrsthema auf der Tagesordnung. Unter anderem ging es auch um den „Hunderadweg“ sowie Radwege an der Kaiserstraße und Märkischen Straße.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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