Torty’s-Chef David Kremer (vorne) legt im Waffelstand an der Münsterstraße selber Hand an und sagt, er habe schon einige Waffeln verkauft. © Nick Kaspers
Torty’s Backzubehör Shop

Münsterstraße statt Weihnachtsmarkt: Waffel-Bude eröffnet in der Nordstadt

Statt auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt verkauft Torty’s Back-Shop frische Waffeln nun direkt vor der Haustür. Der Chef hat noch mehr Ideen, wie sein Laden die Corona-Depression übersteht.

Ein Duft von frischen Waffeln und süßlichem Zimt weht über die Kreuzung Münsterstraße/ B54/ Schillerstraße. Ein Hauch von Winterstimmung liegt in der Luft, obwohl es noch herbstlich warm ist. Dabei hat der Waffelstand vor den Türen des Backzubehör-Shops Torty’s, der für den Duft verantwortlich ist, auch einen ernsten Hintergrund.

„Schon im Frühjahr wurden mehrere große Messen und Veranstaltungen abgesagt, bei denen wir viel verkauft hätten. Jetzt kommt auch noch der fehlende Weihnachtsmarkt hinzu“, sagt David Kremer, Inhaber des Backzubehör-Shops Torty’s. Statt auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt verkauft sein Laden nun frische Waffeln direkt vor der Haustür an der Münsterstraße.

Weniger Hochzeiten, weniger Torten-Verkauf

Und es sind nicht nur die ausfallenden Großveranstaltungen, die dem Shop zu schaffen machen: „Viele Hochzeiten und private Feste fallen aus, die wir eigentlich mit Torten und Gebäck beliefert hätten. Das ist ein indirekter Ausfall, den viele auf den ersten Blick nicht sehen“, ergänzt Kremer.

Außerdem hätte sein Laden eigentlich einen Stand in der Thier-Galerie gehabt – so wie jedes Jahr. Den gibt es diesmal wegen Corona aber auch nicht. „Das ist zusätzliche Werbung, die uns fehlt“, erklärt er.

Am Waffelstand direkt vor den Türen des Back-Shops an der Münsterstraße gibt es nun die Waffeln zu kaufen, die es sonst auf dem Weihnachtsmarkt gegeben hätte, und zwar montags bis freitags von 12 bis 19 Uhr. Neben den klassischen Waffeln mit Puderzucker und Zimt sind ausgefallene Varianten wie „Banana Split“ und „Peanut und Jelly“ echte Hingucker.

Im Vorbeigehen können sich die Kunden dazu auch ein Heißgetränk gönnen, alles aber nur in der „To-Go“-Version. Die Leckereien des Waffelstandes müssen laut Corona-Schutzverordnung in mindestens 50 Metern Entfernung zum Stand verzehrt werden, weil der Stand zur Rubrik Gastronomie gehört. Gastronomiebetriebe dürfen seit diesem Montag (2.11.) nur noch Außer-Haus verkaufen.

Virtuelles Backen statt üblichem Back-Kurs vor Ort

Seit Samstag hat der Waffelstand offiziell geöffnet. David Kremer sagt: „Viele zeigen im Vorbeigehen einen Daumen nach oben und loben uns, weil sie den Stand und die Idee gut finden.“ Für die Münsterstraße sieht er einen schönen Nebeneffekt: „In vielen Teilen ist die Straße grau. Da tut so ein kreativer Stand mit pinkem Hintergrund gut.“

Kremer sagt, der kreative Stand mit knalligen Farben tue der teils grauen Münsterstraße gut.
Kremer sagt, der kreative Stand mit knalligen Farben tue der teils grauen Münsterstraße gut. © Nick Kaspers © Nick Kaspers

Der Waffelstand ist nicht die einzige Idee des Chefs, um gegen die Corona-Verluste anzukämpfen. „Wir haben im Frühjahr schon virtuelle Back-Kurse angeboten. Die führen wir jetzt weiter“, sagt Kremer. Kunden können die Zutaten nach Hause bestellen und dann per Online-Meeting das Rezept unter Anleitung nachbacken. Kremer meint: „Und auch das wurde bisher gut angenommen.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
2000 in Heinsberg geboren, seit 2020 als freier Mitarbeiter bei den Ruhr Nachrichten. Ich studiere Journalistik und Politikwissenschaft in Dortmund. Mit 16 Jahren habe ich meine ersten Erfahrungen im Lokaljournalismus gemacht - und dort fühle ich mich zuhause.
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Nick Kaspers

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