Ein 800 Meter langer Park soll den Dortmunder Hauptbahnhof auf seiner Nordseite zu einem der grünsten Bahnhöfe Deutschlands machen. Bürger haben dafür zahlreiche Ideen und Wünsche eingereicht. © Raumwerk

Neuer Park in Dortmund: BVB-Trainer als Namensgeber vorgeschlagen

Dortmunder durften am neuen Park hinter dem Hauptbahnhof zwischen City und Nordstadt mitplanen – und haben auch 500 Namensvorschläge für die grüne Oase gemacht. Manche darunter sind kurios.

„Plane deine Stadt“ lautete vor einem halben Jahr die Aufforderung an Dortmunder und Dortmunderinnen, ihre Ideen für den neuen Park einzubringen, der den Hauptbahnhof auf seiner Nordseite zu einem der grünsten Bahnhöfe Deutschlands machen soll.

Vor allem im virtuellen Raum konnten sich die Bürger austoben, mithilfe eines Planungsspiels auf einer eigens von der Stadt eingerichteten Internetseite selbst Entwürfe kreieren, ihre Wünsche in einem Fragenkatalog und einer Kommentarspalte äußern.

Und die Bürger nutzten das innovative Planungstool. 114 lieferten Entwürfe für den 4,5 Hektar großen Park, ergänzt durch detailreiche Kommentierungen. Mehr als 1000 beantworteten den Fragenkatalog und machten über 500 Namensvorschläge für den Park.

Bürgern sind fünf Punkte wichtig

Fünf Punkte liegen den Teilnehmern bei der künftigen Parkgestaltung besonders am Herzen, die bei den weiteren Planungen berücksichtigt werden sollen. Die Bürger wünschen sich demnach mehrheitlich einen lebendigen Park mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten, getrennten Wegen für Radfahrer und Fußgänger, einladenden Sitzbereichen und gastronomischen Einrichtungen.

Wichtigster Wunsch ist eine umfangreiche Begrünung mit schattenspendenden Bäumen und einer ergänzenden vielseitigen Bepflanzung zum Erhalt und zur Steigerung der Artenvielfalt. Auch Sportmöglichkeiten wurden oft genannt.

Angesichts der Lage des neuen Parks am Hauptbahnhof haben viele Bürger ihren Befürchtungen Ausdruck verliehen, dass die für das Umfeld von Bahnhöfen häufig typische Drogen-, Trinker- und Obdachlosen-Szene das Bild prägen könnte. Das kommt auch in einem der mehr als 500 Namensvorschläge zum Ausdruck: „Drogologischer Garten“ – in Anlehnung an Zoologischer Garten.

„Rummel Bummel“ oder „Bahnhofspark“

Überhaupt hat die Stadt besondere Kreativität bei den Namensvorschlägen festgestellt. Sie reichen von „Rummel-Bummel“ und „Buntes Gleis“ über „Parc du Nord“ und „Central Park Dortmund“ bis zu naheliegenden Varianten wie „Bahnhofspark“ und „Bürgerpark“.

Offensichtlich haben auch viele BVB-Fans ihre Namensvorschläge eingereicht. „Jürgen-Klopp-Park“ oder einfach „Klopp-Park“ wurde häufiger genannt, auch „Kevin-Großkreutz-Park“. Andere gingen weiter zurück in die Vergangenheit mit „Franz-Jacobi-Park“, benannt nach einem der Gründer des BVB.

Auch Corona fand Eingang in die Namensideen mit „Coronaopfergedenkpark“. Doch bei den Vorschlägen fällt auf, dass die Bürger meist einen Bezug zum Ort herstellen, zur Tradition und Persönlichkeiten der Stadt, zu den Nutzungsmöglichkeiten des Parks und zur Heimat.

Der Rat entscheidet

Wie ein passender Name letztlich ausgewählt wird, ist noch unklar. So könnte eine fachkundige Jury bei der Auswahl unterstützen und eine weitere Bürgerbefragung vorbereiten. Am Ende muss der Rat entscheiden.

Insgesamt hat die Online-Beteiligung für die Umfeldgestaltung Hauptbahnhof Nord gezeigt, welche Möglichkeiten eine digitale Bürger-Beteiligung bietet. Sie war wegen der Corona-Pandemie nötig geworden, weil Präsenzveranstaltungen nicht machbar waren.

Der Park soll ab 2025 nach Abschluss des Hauptbahnhof-Umbaus entstehen und vor 2030 fertig werden. Mit Ruhe-, Sportflächen und Gastronomie wird er als grüne Rampe vom nördlichen Bahnhofsvorplatz aus sowie über mehrere Zugänge aus der Nordstadt erreichbar sein.

Park entlang der Gleise

Die Idee, die Umgestaltung des Hauptbahnhofs und die Verlegung des Busbahnhofs mit der Anlage eines Bürgerparks zu verbinden, entstand bereits 2016 im Bürger-Dialog im Vorfeld zur Neugestaltung des nördlichen Bahnhofsumfelds. Bei einem städtebaulichen Wettbewerb gewann 2017 der Entwurf des Frankfurter Büros Raumwerk. Neben der Rampe über der Bahnhofshalle und dem 800 Meter langen Park gehört auch ein markantes Hochhaus zum Entwurf.

Dokumentation

Ergebnisse im Netz und in einer Broschüre

  • Alle Ergebnisse des Beteiligungsverfahrens sind in einer digital und analog verfügbaren Broschüre dokumentiert.
  • Auf der aktualisierten Internetseite (www.dortmund.de/hbfumfeldnord) sind die wesentlichen Ergebnisse zudem noch einmal in einem neu eingefügten Kapitel aufbereitet und zusammengefasst.
  • Dort kann auch die Broschüre heruntergeladen werden.
Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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