Eine Häuserfassade in der Nordstadt bekommt ein professionelles Graffiti. Berufssprayer Fabian Brückner verleiht dem Kunstwerk seinen letzten Schliff. © Tabea Prünte
Stadtverschönerung

Neues Graffiti-Kunstwerk in der Nordstadt soll Schmierereien verhindern

In neuem Glanz erstrahlt eine Häuserfassade in der Dortmunder Nordstadt. Durch professionelle Graffiti von Dortmunder Wahrzeichen sollen Schmierereien bald keinen Platz mehr finden.

Schmierereien tauchen in der Dortmunder Nordstadt an verschiedenen Ecken auf. Nur wenige Häuserfassaden sind frei davon – und ist erstmal das erste Zeichen gesprüht, folgen bald die Nächsten, wissen viele Hauseigentümer.

In der Johanna-Melzer-Straße ist die Fassade von drei Häusern daher nun komplett neu gestaltet worden. Berufssprayer haben verschiedene Wahrzeichen der Stadt auf den Wänden platziert. Die Eigentümer sind mit dem Ergebnis höchstzufrieden und hoffen, damit nun weiteren Schmierereien vorbeugen zu können.

#Nordstadt-Schriftzug ziert die neue Fassade in der Johanna-Melzer-Straße

In schwarz-grau-weiß ist das Kunstwerk gehalten, mit ein paar Akzenten in gelb. „#Nordstadt“ steht nun an der Wand, die in Richtung Johanna-Melzer-Straße geht.

Links des Schriftzuges zeigt sich eine Abbildung des Theaters, auf der rechten Seite kommt eine Zeichnung des Dortmunder U zum Vorschein. Die Fassade, die sich an der Schützenstraße befindet, ziert nun der Florianturm, der sich in Richtung des Eck-Kiosks neigt.

Einige Dortmunder Wahrzeichen sind nun auf einer Häuserfassade in der Dortmunder Nordstadt zu bewundern.
Einige Dortmunder Wahrzeichen sind nun auf einer Häuserfassade in der Dortmunder Nordstadt zu bewundern. © Tabea Prünte © Tabea Prünte

„Es ist wunderschön geworden“, findet Hauseigentümerin Ellen Janke. Zwei Häuser in der Johanna-Melzer-Straße sowie das anliegende Haus an der Ecke zur Schützenstraße gehören der Familie.

Vorher zeigte die Wand rot-weiße Kacheln. Immer wieder sei die Fassade in der Vergangenheit jedoch beschmiert worden.

Eigentümer haben sich oft über Schmierereien an der Fassade geärgert

„Das war ganz, ganz schlimm“, so Janke. „Wir haben uns immer wieder geärgert und waren diese Schmierereien jetzt endlich leid. So schnell konnte man gar nicht alles reinigen lassen, dann war alles wieder voll.“

Viele Hauseigentümer in Dortmund kämpfen immer wieder gegen Schmierereien auf ihren Häuserfassaden an. Auch in der unmittelbaren Nachbarschaft der erneuerten Fassade sind Schmierereien zu finden.
Viele Hauseigentümer in Dortmund kämpfen immer wieder gegen Schmierereien auf ihren Häuserfassaden an. Auch in der unmittelbaren Nachbarschaft der erneuerten Fassade sind Schmierereien zu finden. © Tabea Prünte © Tabea Prünte

Ähnlich äußert sich Tochter Margit Gesenhues, die sich zusammen mit ihren Eltern maßgeblich für die Verschönerungs-Aktion eingesetzt hat. Ungefähr seit März laufen nun die Neuerungs-Arbeiten, denn bevor das Graffiti aufgesprüht werden konnte, wurde bereits die gesamte Fassade neu gestrichen.

Stadt Dortmund fördert Projekte zur Verschönerung des Stadtbildes

Gefördert wurde das Projekt von der Stadt Dortmund, denn auch sie hat ein maßgebliches Interesse an der Verschönerung des Stadtbildes.

Bis zu fünfzig Prozent der Kosten übernimmt die Stadt zur Gestaltung und Begrünung auf privaten Grundstücken. Ziel sei die „gestalterische Aufwertung der Fassaden“ zur „Verbesserung des städtebaulichen Erscheinungsbildes in Stadterneuerungsgebieten“, formuliert es die Stadt.

„Dies wirkt sich optisch positiv auf das Umfeld aus, führt häufig zu sogenannten „Schneeballeffekten und motiviert weitere Eigentümer, in ihre Immobilie zu investieren“, erklärt die Stadt weiterhin.

Auch das Westfalen-Stadion darf als Wahrzeichen der Stadt natürlich nicht auf der neugestalteten Fassade fehlen.
Auch das Westfalen-Stadion darf als Wahrzeichen der Stadt natürlich nicht auf der neugestalteten Fassade fehlen. © Tabea Prünte © Tabea Prünte

Räumlicher Schwerpunkt der Förderung liegt in der Nordstadt

Schon seit den 1980er Jahren sei das städtische Hof- und Fassadenprogramm erfolgreich. Ähnliche Projekte der Stadterneuerung gebe es im gesamten Stadtgebiet, ein räumlicher Schwerpunkt liege dabei allerdings in den nördlichen Stadtbezirken.

So wurde im Bereich der Nordstadt seit Dezember vergangenen Jahres die Umsetzung von 26 Maßnahmen vereinbart – darunter Dachbegrünungen und Hofgestaltungen, die meisten Projekte widmen sich jedoch der Fassadengestaltung.

Die finanziellen Mittel stammen aus Struktur- und Städtebaufördermitteln der EU, des Bundes, des Landes und eines städtischen Eigenanteils.

Eigentümer haben gute Chancen auf städtische Förderung

Bisher musste zudem kein Förderungsantrag im Rahmen der Stadterneuerungsprojekte abgelehnt werden, gibt die Stadt Dortmund an. „Aktuell befinden wir uns erstmalig in der Situation, dass mehr Eigentümer Anträge auf Förderung stellen wollen, als Mittel für Bewilligungen bereit stehen“, heißt es jetzt aber.

Jedoch bedeute dies nicht sofort die Ablehnung, sondern lediglich, dass die Antragsteller zunächst auf einer Warteliste landen. „Wir gehen davon aus, dass 2021 neue Gelder für die Programme Nordstadt und Hörde zur Verfügung gestellt werden“, so die Stadt.

Versiegelung soll vor weiteren Schmierereien schützen

„Die Stadt stand uns wirklich mit Rat und Tat zur Seite“, sagt Gesenhues. So habe die Stadt auch die Vermittlung zu den professionellen Sprayern übernommen.

Etwa eine Woche hat die Erstellung des Graffitis schließlich gedauert. „Hier am Florianturm muss ich noch etwas nacharbeiten“, sagt Sprayer Fabian Brückner von der beauftragten Firma „More than words“. „Ansonsten wird es heute fertiggestellt und morgen noch versiegelt.“ Durch die Versiegelung soll es in Zukunft einfacher sein, Schmierereien zu entfernen, sollten sie doch noch einmal auftauchen.

Die Eigentümer hoffen jedoch, dass das Kunstwerk zukünftige Schmierereien generell verhindert. Mit dem Projekt ist die Familie schon jetzt sehr zufrieden, betont Gesenhues. „Ich bin ganz begeistert.“

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1998 im Rheinland geboren und seit ein paar Jahren zum Studieren im Ruhrgebiet Zuhause. Verschiedene Menschen und ihre Geschichten - das möchte ich erleben und darüber berichten.
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Tabea Prünte

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