Karl-Heinz Kibowski und der ADFC Dortmund freuen sich über die Veränderungen an der Meißener Straße und Am Knappenberg. © Nick Kaspers
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Radfahrer dürfen auf zwei Straßen in den Gegenverkehr – was bringt das?

An zwei Einbahnstraßen in der Innenstadt wurde der Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben. Ein Sprecher des ADFC Dortmund fährt die Strecke ab und erklärt, warum das sinnvoll ist.

Schon oft sind sich Radfahrer an der Meißener Straße und Am Knappenberg entgegengekommen. Bis vor kurzem war das aber nicht erlaubt, denn die Straßen sind Einbahnstraßen. Nun hat die Stadt an zwei Stellen den Radverkehr auch in Gegenrichtung freigegeben.

Im kurzen Abschnitt der Meißener Straße zwischen Markgrafen- bis Landgrafenstraße sowie im längeren Bereich der Straße Am Knappenberg zwischen Eintracht- bis Saarlandstraße dürfen Radfahrer nun auch in den Gegenverkehr fahren. Das zeigen Schilder an den jeweiligen Kreuzungen.

Diese Schilder weisen auf die Öffnung der Einbahnstraßen für den Radverkehr hin.
Diese Schilder weisen auf die Öffnung der Einbahnstraßen für den Radverkehr hin. © Nick Kaspers © Nick Kaspers

ADFC Dortmund fordert Änderungen schon seit acht Jahren

Der ADFC Dortmund schreibt auf seiner Internetseite, dass der Verein diese Änderungen schon seit acht Jahren fordere. Zwei Anträge des Vereins aus 2013 und 2019 habe die Stadt abgelehnt. Die Begründung der Stadt laut ADFC: Die Straßen seien beidseitig beparkt und damit für den Radvekehr in zwei Richtungen zu eng.

Stadt-Sprecher Christian Schön sagt diesbezüglich auf Anfrage unserer Redaktion: „Von einer Ablehnung ist unserer Straßenverkehrsbehörde nichts bekannt.“

Die beiden Einbahnstraßen seien nun für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben worden, da „die notwendigen Anhörungen und Prüfungen ergaben, dass dies möglich und im Sinne der Förderung des Radverkehrs sei“, so Schön. Und das ist im Sinne des ADFC: „Einbahnstraßen behindern den Radverkehr“, sagt Karl-Heinz Kibowski, Schriftführer des ADFC Dortmund.

Mehr Radfahrerfreundlichkeit durch geöffnete Einbahnstraßen

Wenn Radfahrer wegen Einbahnstraßen einen großen Umweg fahren müssten, würden sie eher illegal gegen die Fahrtrichtung fahren. Bei engen Straßen würden sie dann auch noch häufig den Bürgersteig befahren. Das sei gefährlich, wenn Anwohner mit ihren Autos aus den Garagen kommen – und natürlich auch für Fußgänger, für die der Bürgersteig ja gedacht ist.

„Je mehr Einbahnstraßen geöffnet werden, desto leichter ist es möglich, das Fahrrad für kurze Wege zu nehmen“, sagt Kibowski. Das erhöhe die Radfahrerfreundlichkeit der Stadt.

Schon vor langer Zeit hat die Stadt das Ziel ausgerufen, Dortmund zur „Fahrradstadt“ zu machen. Um das zu erreichen, gibt es Kibowski zufolge aber noch viel zu tun.

Zum einen müsse die Stadt die Straßenbeläge verbessern. „Es gibt viele Straßen, die günstig für Radfahrer sind, aber der Belag ist so schlecht, dass es dort keinen Spaß macht, Rad zu fahren“, sagt er.

Wegweisungsschilder seien verblichen

Außerdem seien viele Radwegweisungsschilder in Dortmund verblichen oder verdreht. „Darum kümmert sich gar keiner“, meint Kibowski. „Wenn so ein System vorhanden ist, dann muss es auch gepflegt und instand gehalten werden.“


Karl-Heinz Kibowski fährt die Meißener Straße und Am Knappenberg ab unter rn.de/adfc-einbahnstrasse

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
2000 in Heinsberg geboren, seit 2020 als freier Mitarbeiter bei den Ruhr Nachrichten. Ich studiere Journalistik und Politikwissenschaft in Dortmund. Mit 16 Jahren habe ich meine ersten Erfahrungen im Lokaljournalismus gemacht - und dort fühle ich mich zuhause.
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Nick Kaspers

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