Über dem Eingang direkt neben dem Chorraum von St. Reinoldi wurde die neue Orgel eingebaut. © Stephan Schütze
Stadtkirche

Reinoldikirche: 2,5-Millionen-Investition macht sich schon zum Teil bezahlt

Orgeln spielen in Gottesdiensten eine wichtige Rolle. Die evangelische Stadtkirche St. Reinoldi musste allerdings seit Sommer 2019 ohne Orgel auskommen. Doch die Durststrecke ist nun vorbei.

Lange Zeit war die Reinoldikirche eine Baustelle, zeitweise sogar für Besucher geschlossen. Denn im Sommer 2019 wurde die alte Walcker-Orgel aus den 1950er Jahren ausgebaut. Seitdem klafft ein großes Loch an der Turmseite des Kirchenschiffs. Und die Gottesdienste in der evangelischen Stadtkirche liefen orgellos. Musik gab es nur mit Klavier, Bläser-Kreis oder Chor.

Diese Zeit ist jetzt vorbei. Der Bau der neuen, 2,5 Millionen Euro teuren Orgelanlage kommt voran. Inzwischen finden Gottesdienste wieder mit Orgelbegleitung statt. Die große Reinoldiorgel über dem Turmeingang fehlt zwar immer noch, im Einsatz ist aber bereits eine kleinere, zweite Orgel, die über dem südlichen Seiteneingang am Chorraum eingebaut wurde.

Die neue Chororgel über dem Südosteingang der Reinoldikirche.
Die neue Chororgel über dem Südosteingang der Reinoldikirche. © Stephan Schütze © Stephan Schütze

Sie kommt wie auch die künftige Hauptorgel von der Orgelbau-Firma Mühleisen aus dem schwäbischen Leonberg und fungiert als kleineres Teilinstrument der neuen Orgelanlage. Während die neue Hauptorgel über 63 Register verfügt, hat die Chororgel 29 Register – und 3579 Pfeifen.

In Gottesdienst eingesegnet

Auf den geplanten Festakt zur Orgeleinweihung musste zwar corona-bedingt verzichtet werden. Die neue Chororgel wurde von der Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises, Heike Proske, aber im Sonntagsgottesdienst am 8. November eingesegnet.

Am meisten darüber gefreut haben dürfte sich Christian Drengk. Seit dem Frühjahr 2019 ist er der neue Kantor an St. Reinoldi und musste seitdem entweder mit der maroden alten Orgel oder ganz ohne Orgel auskommen. Jetzt ist der Kantor und Organist hochzufrieden.

„Ich bin überrascht wie präsent die Orgel im gesamten Kirchenraum klingt“, sagt Christian Drengk. „Sie hat eine ganz besondere Stimmung. Ihr Klang hat Charakter und Seele“, schwärmt der Kirchenmusiker.

Gespielt wird die neue Orgel über einen elektronischen Spieltisch, der an drei Stellen in der Kirche anschließbar ist. Mit ihm können später Hauptorgel und Chororgel bedient werden. „Die zweiteilige Orgelanlage ist dann einmalig im gesamten Ruhrgebiet“, berichtet Drengk.

Über den elektronischen Spieltisch kann künftig die zweiteilige Orgelanlage gesteuert werden.
Über den elektronischen Spieltisch kann künftig die zweiteilige Orgelanlage gesteuert werden. © Stephan Schütze © Stephan Schütze

Bis beide Orgel zusammen erklingen können, wird aber noch ein gutes Jahr vergehen. Im Frühjahr 2021 soll die neue Chorempore an der Turmseite installiert und die neue Hauptorgel aufgebaut werden.

Dann muss sie vor Ort gestimmt werden. Bis Ende des Jahres soll auch sie einsatzbereit für Gottesdienste und Konzerte sein.

Eine Lücke klafft zwischen Kirchenschiff und Turmraum. Hier soll die neue Hauptorgel eingebaut werden.
Eine Lücke klafft zwischen Kirchenschiff und Turmraum. Hier soll die neue Hauptorgel eingebaut werden. © Stephan Schütze © Stephan Schütze

Die wird es auch schon mit der Chororgel allein geben. Das für den 11. November geplante erste Konzert für Orgel und Trompete fiel dem Corona-Lockdown zum Opfer. Es soll aber möglichst am 13. Januar 2021 nachgeholt werden, kündigt Christian Drengk an. Ansonsten erklingt die neue Orgel in den sonntäglichen Gottesdiensten.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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