Im letzten Jahr konnten die Sternsinger noch wie gewohnt von Haustür zu Haustür gehen. © Stephan Schütze
Corona

Wie die Gemeinde Heilige Drei Könige Sternsingen im Lockdown organisiert

Das Sternsingen am 6. Januar ist eine feste Tradition in vielen Dortmunder Gemeinden. Aber wie können die Heiligen Drei Könige im Corona-Winter trotz des Lockdowns singen?

Wenn keine Schule geöffnet ist, können wir auch keine Kinder zu irgendwelchen Treffen einladen”, sagt Hubertus Wand, Gemeindereferent des Pastoralen Raums Dortmund Mitte. Trotzdem soll das Sternsingen stattfinden, nur eben in etwas anderer Form als in den vergangenen Jahren.

Normalerweise laufen Kinder einer Gemeinde am 6. Januar von Haus zu Haus, singen vor den Türen und sammeln spenden, beispielsweise für Kinder in Not. „Es ist die größte Aktion von Kindern für Kinder“, sagt der Gemeindereferent Karsten Haug, von der katholischen Kirchengemeinde Heilige Drei Könige.

Kein Segen an der Haustür

Dieses Jahr allerdings, sagt sein Kollege Wand, „wird es keinen Segen an der Haustür geben“. Das heißt allerdings nicht, dass das Sternsingen dieses Jahr gänzlich ausfallen soll. Grundsätzlich ist es den einzelnen Gemeinden überlassen, so Wand, wie sie mit der Situation umgehen. Die Gemeinden in Dortmund Mitte werden allerdings keine Kinder losschicken und auch geplante Auftritte auf öffentlichen Plätzen mussten aufgrund der Bestimmungen im Lockdown abgesagt werden.

Stattdessen sollen nun am kommenden Sonntag (10.1) die Sänger in die Gottesdienste kommen und dort singen. Die einzelnen Details sollen am Dienstag (5.1) bei einer Konferenz der Pastoralen Räume in Dortmund nochmals abgesprochen werden.

Erwachsene Sänger statt Erstkommunionkindern

Die Gemeinde Heilige Drei Könige in der Dortmunder Nordstadt hat allerdings schon vorab ihre Planungen abgeschlossen, wie Haug erklärt. Auch hier sollen die Sänger statt der Hausbesuche die Gottesdienste am folgenden Sonntag bereichern. Dabei sei auch der Name der Gemeinde ein Grund warum „wir es dieses Jahr trotz allem nicht gänzlich ausfallen lassen wollen“.

Aber nicht nur das Datum, sondern auch die Sänger werden in diesem Jahr andere sein: „Normalerweise ist das die Aufgabe der Erstkommunionkinder, mit denen darf ich mich aber auch nicht mehr treffen“, sagt Haug. Stattdessen werde er mit einer Gruppe Erwachsener, die ehrenamtlich für die Gemeinde arbeiten, zu den fünf Kirchen der Gemeinde gehen.

Obwohl das traditionelle Singen nicht ausfällt, gibt es für Haug einige traurige Konsequenzen: „Was definitiv leider wegfällt sind die Städtische Kliniken und das Altenheim Guter Hirte. Es tut wirklich weh, es schmerzt schon sehr, dass wir Kranke und ältere Menschen nicht besuchen können. Aber natürlich bringe ich auch da einen Aufkleber hin.“

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