Nur Busse und Fahrradfahrer dürfen hier fahren. Das ärgert viele Anwohner der umliegenden Straßen. Andere finden es gut. © Tobias Larisch (Archiv)
Bezirksvertretung Scharnhorst

Ärger um Anliegerstraße: Anwohner sind sich untereinander nicht einig

Viel Staub hat die neue Verkehrsregelung für einen Teil der Rüschebrinkstraße aufgewirbelt. Nun wird klar: Die Anwohnerschaft dort vertritt gegensätzliche Ansichten.

Die Bezirksvertretung Scharnhorst weist die Kritik der Anwohner aus Hahnenholz, Wambeler Heide und Wambeler Holz zunächst zurück, die sich über die neue Verkehrsregelung an der Rüschebrinkstraße beschweren – zumal es auch gegensätzliche Stimmen aus der Anwohnerschaft gibt.

Zum Hintergrund: Die Stadtverwaltung hatte einen Teil der Rüschebrinkstraße zur reinen Bus- und Anliegerstraße erklärt. Der Durchgangsverkehr fließt über die neue Sinterstraße auf dem Westfalenhütten-Gelände. Das hat für die Anwohner der oben genannten Straßen zur Folge, dass sie bis zu 1,5 Kilometer mehr fahren müssen als bisher, um zum Beispiel zur B 236 zu gelangen.

Bei einem Ortstermin im Sommer hatten sich viele Anwohner eingefunden, um gegen die neue Verkehrsführung zu protestieren
Bei einem Ortstermin im Sommer hatten sich viele Anwohner eingefunden, um gegen die neue Verkehrsführung zu protestieren. © Tobias Larisch (Archiv) © Tobias Larisch (Archiv)

„Viele Anwohner“, so sagen sie, „müssen diese Strecke mehrmals am Tag fahren. Wir sind bei der Bürgerversammlung falsch informiert worden über die einseitige Sperrung und bitten um Änderung des Beschlusses.“

„Aus Umweltgründen unzumutbar“

In einem Schreiben, das sie an die Bezirksvertretung gerichtet haben, heißt es: „Wir empfinden das aus Umweltgründen (CO2) als unzumutbar.“ Auch solle ja am Ende der Wambeler Heide eine Kindertagesstätte gebaut werden. Das bedeute, dass der Verkehr in den Straßen Wambeler Heide, Hahnenholz, Wambeler Holz, Holzgraben und Rüschebrinkstraße weiter ansteigen werde.

Als Lösung schlagen die Anwohner vor, die Rüschebrinkstraße zur Anliegerstraße mit Durchfahrtverbot für Lkw aus südlicher Richtung zu machen.

Gleichzeitig jedoch liegt der Bezirksvertretung ein Schreiben von einem anderen Anwohner vor, der am Wambeler Holz wohnt. Er schreibt: „Durch die Verkehrsberuhigung der Rüschebrinkstraße hat sich für uns die Wohnqualität erheblich verbessert. Die Belästigung durch Verkehrslärm, Staubbelastung oder hohes Verkehrsaufkommen wurde dadurch stark vermindert. Wir bitten, diesen Beschluss wie umgesetzt zu belassen.“ Beide Gruppierungen legen lange Unterschriftenlisten zur Unterstützung ihrer Argumentation bei.

Karin Heiermann (SPD) und Jürgen Focke (CDU) erklärten nahezu gleichlautend, dass sie die neue Regelung zunächst so belassen möchten, wie sie die Stadt umgesetzt hat. Sie wollen sich Zeit lassen, um in Ruhe zu beobachten, wie sich die neue Verkehrssituation einspielt.

Einige der betroffenen Anwohner waren offenbar als Zuhörer in die Sitzung der Bezirksvertretung Scharnhorst gekommen, um in der Einwohnerfragestunde ihren Standpunkt darzulegen. Als Karin Heiermann den Antrag stellte, die Einwohnerfragestunde aus Coronaschutz-Gründen zu streichen – und damit Erfolg hatte -, reagierten sie mit lautstarkem Protest und verließen schließlich die Sitzung.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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