Pferderennen haben in Dortmund eine lange Tradition. Nun positioniert sich die Stadt zum Thema Galopprennbahn. © Nils Foltynowicz (A)
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Ärger um Rennbahn: Stadt entschuldigt sich für „Missverständnisse“

Für viel Wirbel hat das Stadtbezirksentwicklungskonzept der Stadtverwaltung gesorgt, in dem es auch um die Pferderennbahn geht. Nun äußert sich die Stadt dazu.

Die Pferderennbahn in Wambel ist in den vergangenen Tagen in den Fokus des öffentlichen Interesses geraten. Hintergrund: Die Stadt hatte in ihrem „Integrierten Stadtbezirksentwicklungskonzept (INSEKT)“ einer ihrer Fragen an die Bevölkerung so eingeleitet: „Im Fall einer Nutzungsaufgabe der Wambeler Rennbahn und des Golfplatzes soll bei einer Entwicklung des Areals die Ausgestaltung von öffentlich zugänglichen und durchgrünten Flächen berücksichtigt werden, um zur Stärkung der Erholungsfunktion und zum Erhalt der stadtklimatischen Eigenschaften beizutragen.“

Das hat, wie berichtet, für Entsetzen beim Dortmunder Rennverein gesorgt. Tenor: „Uns geht es gut. Wir planen, für die nächsten Jahrzehnte den Rennsport in Dortmund fortzusetzen. Im Übrigen gehört das gesamte Gelände uns.“

Nun stellt die Stadt erneut klar: „Die Rennbahn in Wambel steht überhaupt nicht zur Disposition. Der Pferderennsport ist für Dortmund überregional bedeutsam. Der Dortmunder Rennverein leistet gute Arbeit, die bei der Stadtverwaltung große Anerkennung genießt. Es ist sehr bedauerlich, dass es hier offenbar zu Missverständnissen gekommen ist.“

„Unterschiedliche Szenarien analysieren“

Der Sinn eines solchen Stadtbezirksentwicklungskonzeptes sei es, unterschiedlichste Szenarien der künftigen Entwicklung von Stadtbezirksflächen mit Blick auf das Wohnen, die Wirtschaft, den Sport und anderes zu analysieren.

Die Aufgabe der Planer sei es, dabei sowohl Szenarien unter die Lupe zu nehmen, die von „sehr wahrscheinlich“ bis „sehr unwahrscheinlich“ reichen. Zu letzteren gehöre auch das Gelände, auf dem sich heute die Rennbahn des Dortmunder Rennvereins befinde. Und, so heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung weiter: „Es wäre ein nicht nur wenig wahrscheinliches, sondern auch ein sehr trauriges Szenario, wenn sich der Pferderennsport aus Dortmund verabschieden würde.“

An Renntagen kann es auf der Glaopprennbahn schon mal voll werden. Die Anlage - auch das Geläuf - steht unter Denkmalschutz
An Renntagen kann es auf der Galopprennbahn schon mal voll werden. Die Anlage – auch das Geläuf – steht unter Denkmalschutz. © Archiv © Archiv

Und weiter: „Die Planungsverwaltung bedauert an dieser Stelle Irritationen ausgelöst zu haben. Konkrete Planungsabsichten bestehen nicht.“

Die Online-Beteiligung zum INSEKT Brackel ist seit dem 3. Mai aktiv und läuft noch bis einschließlich 16. Mai 2021. Auf der Internetseite des Stadtplanungsamtes unter dortmund.de/BeteiligungINSEKT haben Bürger die Möglichkeit, sich über den eigenen Stadtbezirk zu informieren und einzubringen. Das Feedback, das über ein Mail-Formular gegeben werden kann, fließt in die abschließende Erarbeitung des Integrierten Stadtbezirksentwicklungskonzepts ein.

Das Stadtplanungs- und Bauordnungsamt der Stadt hat die INSEKT für alle zwölf Stadtbezirke erstmals im Jahr 2004 im Zusammenhang mit der Neuaufstellung des gesamtstädtischen Flächennutzungsplanes (FNP) erstellt und in den Jahren 2009, 2013 und 2018 fortgeschrieben.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter
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