Auf der Fläche des ehemaligen Bergstadions tut sich etwas. Der "AAV - Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung" bereitet dort den Boden für eine künftige Bebauung auf. © Andreas Schröter
Wohnungsbau

Auf einem ehemaligen Dortmunder Fußballplatz entsteht ein Wohngebiet

Dortmund braucht Wohnungen. Eine Fläche, auf der sie entstehen, ist das ehemalige Bergstadion auf der Grenze zwischen Eving und Lindenhorst. Wir erklären, was dort geplant ist.

Kaum 200 Meter von der „Neuen Mitte Eving“ entfernt entsteht auf dem ehemaligen Sportplatz des TuS Eving-Lindenhorst ein neues Wohnviertel mit rund 25 Wohneinheiten. Die Voraussetzungen für den Bau der Eigenheime schafft seit dem 15. Februar (Montag) der „AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung“ in Kooperation mit der Stadt Dortmund durch die Aufbereitung der Fläche.

Diese sei notwendig, so teilt der Verband mit Sitz in Hattingen mit, da eine rund 9.300 Quadratmeter große Teilfläche des früheren Bergstadions derzeit noch mit Schadstoffen belastet sei. Die erhöhten Gehalte unterschiedlicher Kohlenwasserstoffe und Schwermetalle im Boden stammen aus der Entstehungszeit des Sportplatzes.

Fläche in den 1920er-Jahren mit Bauschutt aufgefüllt

Denn als das Bergstadion in den 1920er-Jahren angelegt wurde, musste die Fläche offenbar zunächst aufgefüllt und begradigt werden. Dafür nutzte man unter anderem Bauschutt, Ziegelbruch, Schlacke, Asche und Bergematerial. Das zeigte sich bereits bei ersten Bodenuntersuchungen, nachdem der TuS Eving-Lindenhorst den alten Aschenplatz im Jahr 2005 zugunsten des Eckeystadions in direkter Nachbarschaft an der Probstheidastraße aufgegeben hatte.

Mit weitergehenden Untersuchungen gewann der AAV im vergangenen Jahr detailliertere Einblicke in die Beschaffenheit und Zusammensetzung des Bodens und entwickelte zusammen mit der Stadt einen Plan für die Flächenaufbereitung, der jetzt umgesetzt wird.

Gelände wird mit unbelastetem Boden aufgefüllt

Bis zu anderthalb Meter tief lässt der Verband den Boden abtragen, dann den belasteten Aushub fachgerecht entsorgen und voraussichtlich bis April die Fläche mit unbelastetem Material wieder auffüllen. Der Baustellenverkehr dafür werde ausschließlich über die Bergstraße, die Probstheidastraße und dann südlich des dortigen Parkplatzes geführt.

Riesige Erdmassen werden derzeit auf dem Gelände des Bergstadions auf der grenze von Eving und Lindenhorst ausgetauscht
Riesige Erdmassen werden derzeit auf dem Gelände des Bergstadions auf der Grenze von Eving und Lindenhorst ausgetauscht. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Der Arbeits- und Anwohnerschutz seeni ein wichtiger Aspekt bei dieser Maßnahme, heißt es in der Presseerklärung weiter. So soll eine eventuelle Staubentwicklung mit geeigneten Verfahren verhindert werden; darüber hinaus kommen lärm- und erschütterungsarme Arbeitsverfahren zum Einsatz.

Die Kosten für die gesamte Flächenaufbereitung in Höhe von bis zu 760.000 Euro sind durch das Sonder-Förderprogramm „Identifizierung und Mobilisierung von Brachflächen für dauerhaften Wohnraum“ gedeckt, für das die Stadt Dortmund die Fläche im Mai 2018 angemeldet hatte. Mit der Durchführung des bis Ende 2022 befristeten Programms ist der AAV durch das Land NRW beauftragt worden. So soll ein wichtiger Beitrag zur Eindämmung der aktuellen Wohnraum-Knappheit geleistet werden.

Ab Herbst 2021 können Baugrundstücke angeboten werden

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wird das Gelände für die künftige Bebauung durch die Stadt Dortmund erschlossen. Voraussichtlich ab Herbst 2021 können 18 Baugrundstücke für Doppelhaushälften und 5 Bauplätze für Einzelhäuser für den individuellen Hausbau ohne Architekten und Bauträgerbindung angeboten werden.

Interessenten können sich unter www.liegenschaftsamt.dortmund.de in der Rubrik „Interessentenliste Baugrundstücke“ registrieren lassen. Weitere Informationen zum Baugebiet gibt es beim Fachbereich Liegenschaften der Stadt Dortmund unter der Rufnummer (0231) 50-2 97 66.

Rat hat Erschließung zugestimmt

Der Rat hat in seiner jüngsten Sitzung auch der Erschließung des Grundstücks zugestimmt, die im Anschluss an die Bodenaufbereitung erfolgt. Eigentlich hätte dazu zuvor auch die Bezirksvertretung Eving gehört werden sollen. Allerdings ist die Sitzung des Stadtbezirks-Parlaments wegen der Corona-Pandemie ausgefallen. Dieser Tagesordnungspunkt dürfte in der nächsten Sitzung nachgeholt werden.

Die Kosten für die Herstellung der ersten Ausbaustufe betragen voraussichtlich insgesamt 545.000 Euro. Geplant sind Straßen, Beleuchtungsanlagen und eine Lärmschutzwand. Die Verkehrsanbindung des neuen Wohngebietes erfolgt über die Bergstraße und die Straße Am Heuningsfeld. Letztere wird als gepflasterte Mischverkehrsfläche mit einer Breite von 5,50 Metern ausgebaut und mit öffentlichen Stellplätzen sowie Baumscheiben ausgestattet.

Die beiden geplanten Wendeanlagen sind durch einen Fuß – und Radweg miteinander verbunden, wobei vom südlicheren Wendehammer ein weiterer Fuß- und Radweg das geplante Wohngebiet mit dem Winterkampweg verbindet. Die Gesamtlänge der Verkehrsflächen beträgt ungefähr 460 Meter.

Das Regenwasser wird in einem Regenrückhaltebecken am südlichen Rand des Gebietes zwischengespeichert, bevor es gedrosselt in den Mischwasserkanal „Winterkampweg“ eingeleitet wird. Zusätzlich wird ein Notüberlauf zu dem südlich angrenzenden Biotop hergestellt.

Außerdem ist eine Lärmschutzwand, die begrünt werden soll, hinter dem Parkplatz an der Probstheidastraße geplant, um die künftigen Bewohner vom Lärm abzuschirmen, der im Eckeystadion entstehen kann.

Baubeginn für die Erschließung ist im zweiten oder dritten Quartal 2021. Danach kann dann der eigentliche Hausbau beginnen.

In unmittelbarer Nachbarschaft dieser Großbaustelle – am Winterkampweg – errichtet die Firma „Schlösser Architekten & Ingenieure“ mit Sitz in Hörde derzeit in zwei Bauabschnitten 43 barrierearme Wohnungen. Der erste Bauabschnitt umfasst 25 öffentlich geförderte Wohnungen zwischen 49 und 111 Quadratmetern. Im zweiten Bauabschnitt entsteht ein inklusives Wohnprojekt des Vereins „Mosaik“ mit 18 Wohnungen und einer Tiefgarage.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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