Viele werden ihn vermissen. Der beliebte Evinger Hausarzt Dr. Rudolf Groddeck hat am 23. Dezember seinen letzten Arbeitstag. © Praxis Helga Bücker
Arztpraxis

Beliebter Hausarzt in Dortmund-Eving geht in den Ruhestand

Ein beliebter Hausarzt aus Eving geht vor Weihnachten in den Ruhestand. Für seine Patienten hat er nicht nur Rücken- und andere Leiden behandelt, auch eine Staubsaugerreparatur war mal dabei.

In Eving geht am 23. Dezember ein Arzt in den Ruhestand, der wegen seiner Freundlichkeit, seinem Engagement und seiner Empathie besonders beliebt bei seinen Patienten war und ist: Dr. Rudolf Groddeck (69), der seit 27 Jahren in Eving als Allgemeinmediziner praktiziert.

Gemeinsam mit der Ärztin Helga Bücker erfolgte später die Gründung einer Gemeinschaftspraxis, die 2003 in das Ärztehaus an der Evinger Straße 273 umzog. Mittlerweile ist Helga Bücker alleinige Inhaberin der Praxis mit Schwerpunkt Diabetologie. Eigentlich wollte Groddeck bereits vor einem Jahr aufhören, aber dann habe er „eine Ehrenrunde gedreht“, weil sich zunächst kein Nachfolger für ihn finden ließ.

Dr. Groddeck hat zwölf Geschwister

Groddeck, der aus Bad Driburg stammt, zwölf Geschwister hat und heute im Gerichtsviertel in der östlichen Innenstadt wohnt, möchte in Dortmund wohnen bleiben. In Zukunft wolle er sich ein E-Bike anschaffen, viel spazieren gehen und – sobald es Corona wieder erlaubt – reisen.

Das gesamte Team der Praxis Helga Bücker verabschiedet sich von Dr. Rudolf Groddeck (Mitte) - vor mit den Ärztinnen Helga Bücker, Mirna Radocaj Cavlek und Kostanca Todorushi
Das gesamte Team der Praxis Helga Bücker verabschiedet sich von Dr. Rudolf Groddeck (Mitte) – vorne mit den Ärztinnen Helga Bücker, Mirna Radocaj Cavlek und Kostanca Todorushi. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Auch Eving mag der BVB-Fan. Er findet, der Strukturwandel habe dort gut funktioniert, wenn er das graue Eving vom Anfang der 90er-Jahre mit dem Zustand heute vergleicht. Auch das Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen Nationen klappe seiner Meinung nach in Eving viel besser als zum Beispiel in der Nordstadt.

Zu seinen Erinnerungen gehören der todkranke Bergmann, der den Doktor bat, ihn wegen der Rente noch in den nächsten Monat zu bringen, oder die alte Dame, die ihn vor Behandlung ihres Rückenleidens bat, zuvor noch den Staubsauger zu reparieren. Ein gebrechlicher Herr stellte unerschrocken zwei Stühle in eine Parkbucht in der Mallinckrodtstraße, „damit der Doktor parken kann“. Außerdem gab‘s eine patente 90-Jährige, die in jeder Hand ein totes Huhn hielt und den Fuchs verfluchte, der in den Stall eingedrungen war. Kollegin Helga Bücker sagt: „In Erinnerung bleibt, dass unser Doktor immer ein offenes Ohr für die kleinen und großen Probleme der Patienten hatte.“

Plädoyer für stärkeren Fokus auf Allgemeinmedizin

An dem Prinzip „Hausarzt“ mag Groddeck besonders, dass dabei nicht eine einzelne Krankheit, sondern der gesamte Mensch gesehen werde. Das gelte auch für die familiären und häuslichen Umstände. Er wolle an dieser Stelle gern dafür werben, die Allgemeinmedizin wieder stärker in den Fokus der Ärzteausbildung zu rücken.

Nachfolgerinnen werden gleich zwei junge Ärztinnen in Vollzeit: Kostanca Todorushi (36), eine erfahrene Internistin, die lange im Marien-Hospital in Lünen gearbeitet hat, und Mirna Radocaj Cavlek (35), die schon seit Oktober vorigen Jahres in der Praxis an der Evinger Straße 273 arbeitet, nun ihre Ausbildung beendet hat und als vollwertige Ärztin einsteigt.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
Zur Autorenseite
Andreas Schröter

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt