Bereits 1968 brach ein schweres Unwetter über Dortmund herein - hier ein altes Foto von den Spuren der Verwüstung auf dem Asselner Hellweg, damals veröffentlicht in der Zeitung, eingesendet von unserem Leser Günter Knappstein. © Günter Knappstein
Überschwemmung

Brackel unter Wasser: Anwohner erinnern sich an das Unwetter 1968

Der Dortmunder Nordosten wurde vom Unwetter Mitte Juli schwer getroffen. Doch das war nicht das erste Mal: 1968 standen die Keller schon einmal tief unter Wasser.

Am 14. Juli (Mittwoch) brach ein schweres Unwetter über Dortmund herein. Das Wasser floss die Straßen hinab, der Busverkehr war stellenweise lahmgelegt und Keller standen kniehoch unter Wasser. Älteren Dortmundern mag das bekannt vorkommen, denn im Juni 1968 zeigte sich ein ähnliches Bild.

„Das Wasser floss den Hellweg hinab, flutete die Balsterstraße und die Flughafenstraße. Die Tiefgaragen standen bis an die Decke voll Wasser, bei etlichen Freunden waren die Keller vollgelaufen“, erinnert sich die Brackelerin Anneliese Stangl, die zu jenem Zeitpunkt 27 Jahre alt war. Auch Geschäfte waren betroffen, boten ihre durch Wasser und Schlamm beschädigten Waren zum Sonderpreis an.

Das Wasser stand bis an die Zimmerdecke

„Eine Arbeitskollegin meiner Mutter habe ich noch vor Augen, sie stand heulend vor uns, denn sie wohnte am Asselner Hellweg im Erdgeschoss. Das Wasser stand in ihrer Wohnung sage und schreibe bis zur Zimmerdecke!“, sagt der Asselner Günter Knappstein und fügt hinzu: „Das Wasser mit dem Schlamm vom Feld kam hauptsächlich die Kahle Hege und Aplerbecker Straße heruntergeschossen.“

Seitdem, erinnert sich Knappstein, habe die Stadt vor den Häusern an der Kahle Hege einen riesigen Vorfluter eingebaut. Zwei weitere unterirdische Auffangbecken seien im Zusammenhang beim Bau der Asselner Straße im Bereich der OWIIIa gebaut worden.

Der Brackeler Hellweg während des Unwetters am 14. Juli 2021 - Busse und U-Bahnen fuhren nicht durch die Wassermassen.
Der Brackeler Hellweg während des Unwetters am 14. Juli 2021 – Busse und U-Bahnen fuhren nicht durch die Wassermassen. © Sylva Witzig © Sylva Witzig

Brackeler Norden dieses Mal schwerer getroffen

„Zwar wurden dort Schutzmaßnahmen ergriffen, doch inzwischen wurden etliche Felder, auf denen das Wasser versickert ist, bebaut und der Bach Ahlbecke wurde unterirdisch verlegt. Deshalb hat es diese Bereiche im Brackeler Norden diesmal härter getroffen“, sagt Stangl. Grundsätzlich, sagt sie, sei Dortmund 1968 wie heute beim Unwetter gut weggekommen – ohne große Gebäude- und Personenschäden.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren in Hamm, dann ausgezogen in die weite Welt: Nach ausgiebigen Europa-Reisen bin ich in meine Heimat zurückgekehrt und berichte nun über alles, was die Menschen in der Gegend gerade bewegt.
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Sylva Witzig

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